Bunte Mischung
Samstag, 13. April 2019

Mischung No. 1

Also, was war mein entertainment-input im Maerz 2019, welches zeug blieb positiv haengen? Beginnen wir mit filmen und hierbei eroberten die "widows" aus 2018 mein herz. Wirklich toll gemacht von Steve McQueen in zusammenarbeit mit Gillan Flynn. Dieser streifen basiert auf einer Tv-serie der 80er , wovon es bald danach eine zweite staffel gab. Hier wie dort geht es hauptsaechlich darum, dasz eine gruppe frauen einen raub plant als auch ausfuehrt. Jenes szenario gab es uebrigens letztes jahr (zumindest) ein weiteres mal und zwar in form des amuesanten "oceans8", diesen "oceans" ableger. Doch "widows" ist ernster, direkter, haerter und hat im gegenzug einen hauch von "heat" vorzuweisen. Dieser heist-klassiker hat auch 2019 nichts von seiner strahlkraft verloren. Siehe zur bestaetigung unbedingt "den of thieves" (2018). Der war so knapp am Michael Mann film dran, dasz man mitunter meinte, es waere ein remake. Zur ablenkung gab es jedoch eine prise "the usual suspects" als beigabe. Aber noch ein kleines "widows"-detail am rande; Hauptdarstellerin Viola Davis zieht im film mit einem terrier um die haeuser, dieser soll angeblich ebenso in "game night" mitgewirkt haben. Oder war einer davon, denn an movie-sets sind ja oft mehrere tiere fuer verschiedene szenen praesent. Der eine sitzt geduldiger, ein anderer bellt besser und der dritte pinkelt moeglicherweise genauer ans bein. So oder so war letztgenannter wohl einer der lustigsten filme aus 2018. Wenn man jetzt noch lustig + game + 2018 zusammenzaehlt, dann kommt unter dem strich "tag" raus. Das ist ganz weit drauszen, ohne tabus. Leute die nie erwachsen werden und im besten alter noch fangen spielen - unglaublich, beruht jedoch auf einer wahren geschichte. Gepflegte musikzusammenstellung rundet die sache ab.

Weiters, abermals vom letzten jahr, jedoch ganz anders - "puzzle. Das ist eine nette geschichte, gefuehlvoll in szene gesetzt von Marc Turtletaub. Kelly Macdonald ueberzeugt in der hauptrolle und die passende musik kommt von Dustin O´ Halloran. Ist jetzt aber nicht unbedingt eine klassische rom-com, sondern hat eher etwas von einem befreiungsschlag der hauptfigur. Erinnert leicht an "silver linings playbook", laeuft jedoch gemaechlicher ab und basiert auf der 2009er argentinisch-franzoesischen co-produktion "rompecabezas", welche Natalia Smirnoff im regiestuhl hatte.
Dann war da noch "under the silver lake", das ist vielleicht abgefahren. Kommt daher wie ein "alice in wonderland" fuer slackers. Alice waere in dem fall Andrew Garfield, der einer jungen frau, verkoerpert von Riley Keough, hinterherjagt und dabei unglaubliches erlebt. Am besten einfach reinfallen lassen in diesen bilderreichen trip von David Robert Mitchell, der zusaezlich einige filmreferenzen eingebaut hat. Als musikalische gaeste mit an bord sind uebrigens die Silversun Pickups.
Endlich bei mir aufgetaucht ist der "blackkklansman", abgedreht von Spike Lee. In der titelrolle John David Washington, sohn von Denzel, der ja als kind schon mit seinem vater in der "malcolm x" biografie des (regie-) meisters zu sehen war. Das ganze beruht auf wahren ereignissen, ist wirkich gut gemacht und obwohl ein ernstes thema, amuesant erzaehlt. Harry Belafonte hat einen gastauftritt und der soundtrack ist fein sortiert.

Gute musikauswahl bietet gleichfalls "doom patrol". Diese serie entstammt dem DC-universum und wirkt wie eine melange aus "x-men" und "guardians of the galaxy", jedoch deftiger dargeboten und mit loser-typen marke "watchmen" bestueckt. Jetzt werden die comic-nerds berechtigterweise darauf hinweisen, dasz "doom patrol" hiervon als erstes am markt war. Wie auch immer, die zugpferde sind Timothy Dalton plus Brendan Fraser. Begleitend dazu gibt es gelegentlich launische kommentare aus dem off und die gelungene title sequence erinnert mich glatt an "mindhunter" beziehungsweise funktioniert mehr oder weniger aehnlich wie "westworld" oder gar "got". Entweder entsprang dies alles der selben quelle oder man macht das nun so? Egal, mein lieblings-charakter ist jedenfalls Diane Guerrero als Crazy Jane. Die ist punk, die ist kick-ass und nicht nur sie fraegt sich; "What the fuck is the Doom Patrol?" Also, einfach mal reingucken bei denen.
Von dort ist es dann gar nicht so weit zu "the umbrella academy", ebenfalls von 2019 und diesmal aus dem Dark Horse stall. Auch hier hausen verschiedene mutanten respektive besonders befaehigte leute quasi unter einem dach und versuchen die welt zu retten oder was gerade ansteht. Obwohl sie eher als freaks geaechtet werden. Das ganze kommt etwas ernster, duesterer daher als obengenanntes, doch ist es auf der anderen seite ebenso ziemlich schraeg und die musikauswahl braucht sich gleichfalls nicht verstecken. Eben durch & durch gut gemacht. Ellen Page fuehrt die namensliste an, womit wir wieder bei einer kleinen verbindung waeren, da sie bereits bei den "x-men" in person von Kitty Ryder/Shadowcat herumturnte. Aus der musikbranche ist Mary J. Blige im aufgebot und die geschichte wurde von Gerard Way kreiert, der einst den frontmann bei My Chemical Romance gab, welche wiederum mit einem gelungenen Dylan - cover am "watchmen"-ost vertreten war. Haengt alles irgendwie an ein und demselben schnuerchen. An diesem schwingt man sich nun am besten rueber zur "deadly class". Da heiszt es dann aber anschnallen, denn man ist im naechsten extrem. Hier ebenso eine gruppe auszenseiter, diesmal in einer akademie, wo sie auf attentaeter gedrillt werden. Unglaublich abgedreht, tolle musik, Henry Rollins mischt mit und all dies beruht auf einer Image Comics reihe. Wow!

Aber wechseln wir die sparte; Live & loud kamen The Lazys aus Australien daher. Wem beispielweise Airbourne zusagt, der oder die sollte sich mal ein ohr voll genehmigen. Ebenso bei mir vorbeigereist - Spidergawd aus Norwegen. Sie begannen einst als Motorpsycho-ableger, ziehen mitterweile aber ihr ding konsequent durch. Wurden von den Finnen Thulsa Doom ordentlich supported.
Die Dave Matthews Band, bereits 1991 gegruendet, ist gleichfalls ein ticket wert. Die truppe praesentierte unter dem motto - an evning with.... - zweieinhalb stunden jam-rock. Noch laenger im geschaeft ist Ural Thomas, der von The Pain bestens begleitet wird. Thomas begann bei der vocal-truppe Monterays und machte solo auch mal den anheizer fuer kuenstler wie Otis Redding oder James Brown. Abgesehen davon war da noch der ex-Squeeze keyboarder und numehrige tv-presenter Jools Holland, welcher sich gerne gaeste einlaedt - in jeder hinsicht. So hat er beispielweise ein album mit Ruby Turner gemacht, letztes jahr kam Jose Feliciano vorbei und nun war Marc Almond an der reihe. Genau dieses werk wurde von beiden, mit weiteren gastmusikern, erfolgreich live praesentiert.
Bleibt noch Frank Carter, ehemals saenger bei Gallows, dann bei Pure Love, mittlerweile im bunde mit The Rattlesnakes. Der ist definitiv aus buehnenholz geschnitzt, verwandelt jede auftritts-lokalitaet in ein tollhaus. Das vorprogramm wurde von The Pearl Harts bestritten. Dieses Londoner gitarre-schlagzeug-duo, mit klassischen 70er vibe, war kuerzlich noch auf eigene faust in sache "glitter and spit" unterwegs und praesentierte sich hier nun einem groeszeren publikum.

Duo, das ist nun eine gute ueberleitung zu den langen scheiben im generellen wie auch Royal Trux im speziellen. Gegruendet 1987 spielten die beiden anfangs ihre alben im alleingang ein, um sich spaeter, fuer weitere werke, mit einer rhythmus-sektion zu verstaerken. Nach langer pause wurde nun "white stuff" auf den markt gebracht und dafuer brauchen sie sich definitiv nicht zu schaemen. Nicht ganz so lange dauerte die wartezeit bei Ex Hex, dieses U.s.-trio lieferte nun das rockige "it´s real" ab. Prima hinzufuegen kann man hier noch deren landsleute Leggy, ebenfalls ein dreier, der mit "let me know your moon" einen ansprechenden erstling ablieferte.
Post Punk, praezieser Dark Wave, ist wieder angesagt - zumindest in den Staaten. Von dort kommen Dead Swords mit "enders" oder Ritual Howls. Letztgenannte brachten bereits ihren vierten longplayer in form von "rendered armor" heraus. Von Berlin aus mischen Diat (Diät), mittels "positive disintegration", international mit. Jetzt musz ich hier noch A. A. Williams reinquetschen, die erzeugt mit ihrem mini-debuet eine atmosphaere, wovon man mehr hoeren moechte. Oder Louise Lemon (Lemón) und ihr "a broken heart is an open heart". Der zweite wurf dieser Schwedin klingt fuer mich wie eine art dark soul, doch sie nennt es death gospel. In jedem falle hoerenswert. Nun zu Nathan Gray, der war / ist saenger von Boy Sets Fire, hatte nebenprojekte wie I Am Hersey, The Casting Out sowie The New Recruits und fabriziert nun auf "feral hymns" eine art lagerfeuer-punk. Jetzt geht hier aber noch Ela Orleans. Sie wurde in Polen geboren, lebt & werkt nunmehr in Glasgow und hat mit "movies for ears" eine wirklich interessante retrospektive zusammengestellt. Mitunter erinnert sie an die legendaere Nico. Am besten sebst ueberzeugen.
Bodikhuu wiederum ist ein musik-produzent aus der Mongolei, mit vorlieben fuer hip hop sowie brasilianische rhythmen. Seine zusammenstellung "rio/bodianova" (ehemals zwei extended plays) musz man gehoert haben. Wie Yughn Blakrok, sie stammt aus Suedafrika. Ihr zweitwerk ist "anina mysterium" betitelt, geht total ins ohr und erinnert etwas an DJ Shadow, die Fugees oder Neneh Cherry. Was will man mehr? Zusaetzlich hat sie noch eine superhero-connection, war naemlich auf der gelungenen auswahl zu "black panther". Weiter zu Dominque Fils-Aime, kommt aus Kanada und ihr werk heiszt "stay tuned!". Dieses motto ist pflicht, denn hier kommt noch der tuareg-musiker Mdou Moctar aus Niger mit seinem tollen "ilana: the creator". Weil dies gerade so ein mixed bag oder, zum rahmen passend, eine bunte mischung ist, sollte man ebenso Fatamorgana aus Spanien erwaehnen. Die beiden lassen mit "terra alta" den synth-pop der 80er auerstehen und erinnern an acts wie Visage, Human League oder Yazoo. Abgerundet wird dieser absatz nun mit einem schusz wahnsinn in form von Nuvoloscuro und ihrem gleichnamigen output. Die sind, laut experten, so eine art von screamo-all-stars. Moment, fast haette ich auf den vierer Subversive Rite vergessen. "Songs for the end times" ist ein beinhartes, knueppeldickes hardcore-punk gewitter. Bitte den regenschutz nicht vergessen - oder gleich etwas bei der "umbrella academy" ausborgen.

Damit wurde sogleich die laute runde eingelaeutet und diese bringt uns beispielweise die volle droehnung in form der debuetanten Ithaka mit "the language of injury". Dazu gesellen sich Downfall Of Gaia aus Deutschland mit ihrem epischen, unzufriedenheit & gier thematisierenden "ethic of radical finitude". Post-rock, der wie ein riesiger stein auf die hoererschaft zurollt, fabrizieren die Brasilianer Labirinto mittels "divino afflante spiritu". Auch mit ihrem 14ten werk "distance over time" koennen die amerikanischen progressive metal legenden Dream Theater noch ueberzeugen. Jinjer aus der Ukraine sind immerhin bereits seit 10 jahren aktiv und lieferten kuerzlich ihre aktuelle e.p. "micro" ab. Wogegen sich Traveler mit ihrem gleichnamigen longplayer erstmalig vorstellen. Dabei ueberzeugt der kanadische 5er mit klassischem metal, der durchaus an Judas Priest, The Rods oder Iron Maiden erinnert. Weiter so!
Traurigerweise fuer immer verabschiedet haben sich kuerzlich der einmalige Scott Walker, der stille Mark Hollis, der wilde Keith Flint, der flinke Dick Dale, gitarrist Bernie Torme sowie bassist Stephan Ellis. Fuer Luke Perry fiel leider gleichfalls der letzte vorhang.

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