Bunte Mischung
Sonntag, 11. Oktober 2020

Mischung No. 15

Vorhang auf fuer Oranssi Pazuzu, das ist ein quintett aus Tampere, Finnland mit seinem fuenften longplayer "mestarin kynsi". Dabei vermengen sie Black Metal, Experimental, Industrial, Psychedelic-, Progressive-, Kraut- wie Space-Rock zu einem abgefahrenen ganzen. Dies hoert sich dann mitunter an wie ein bandsalat oder nach eingespielt in einer gummizelle. Ideal zu hoeren in einem leeren kuehlraum mit weiszen waenden und flatterndem neonlicht. Vor der tuere reiben sich Can, A Forest Of Stars, Hail Spirit Noir oder NIN die haende. Apropos: Besagte Nine Inch Nails, Peaches wie Rage Against The Machine droehnen durch bei "boss", dem zweiten longplayer von Deli Girls, ein duo, anzutreffen in Brooklyn, New York. Ein boxhandschuh ziert deren cover und suggeriert umgehend einen gewissen mitten-in-die-fresse vibe, musikalische aggressivitaet ist trumpf, songtitel wie "motherless fuck", "dick hurt" oder "loaded gun" machen klar, dies ist kein musik-programm fuer den kindergeburtstag. Nebenbei hat man bei den vocals gelegentlich das gefuehl, die spucken einem ins gesicht, gehen dem geneigten publikum an die gurgel und zwar mit ihrer kombination aus Digital Hardcore, Industrial, Electronic, Nu Metal und Techno-Punk. Noch einen drauf gibt es nun von Adam, ein trio stationiert in Perama, Griechenland. Ihr erstes langwerk haben sie "sun" genannt, es basiert auf gemeinsamen jam sessions, die bis zu 8 jahre zurueckliegen. Klingt jedoch ueberhaupt nicht veraltet sondern kommt frisch & kompakt rueber, ein trockener groove, der einem fast in trance versetzt. Dieses ding verknuepft Metal, Grunge, Stoner- wie Psychedelic-Rock und verbindet Alice In Chains mit Masters Of Reality sowie Kyuss. Oder Do Skonu, eigentlich ein solo projekt von Varagian aus Makiivka, Ukraine, welches 2009 aus der taufe gehoben wurde. Doch tritt man mittlerweile zu zweit auf und das nunmehr sechste album wurde "hesychian noise" betitelt. Es praesentiert Black Metal mit Nordischem einschlag, der scheinbar chaos, aufruhr, kollaps oder apokalypse vertont. Der kompass weist jedenfalls richtung abgrund, bei dieser akustischen zusammenrottung von Immortal, Satyricon, Skeletonwitch oder Blackdeath. Letztgenannte werden zusaetzlich mit einer cover-version gewuerdigt.

Kutiman, dahinter steckt der songwriter, multiinstrumentalist, produzent als auch filmemacher Ophir Kutiel, beheimatet in Tze Elin, Israel. Sein viertes langwerk ist "wachaga" betitelt und dafuer besuchte er 2014 Tansania, Ost-Afrika um dort gesaenge von heimischen stammes-choeren aufzunehmen. So in der art der field recordings von John Lomax beziehungsweise dessen sohn Alan oder den musik-dokumentationen des Béla Bartók. Doch Kutiman vertonte diese mit eigenem spiel und ruehrte das ganze im studio ab. Dies laeuft dann auf ein sound-ritual aus Afrobeat, World Music, Jazz, Funk als wie Psychedelic hinaus, das wie ein mittelding aus Fela Kuti, Janko Nilovic, Quantic sowie Fatourmata Diawara klingt. Geht ins ohr, groovt, verleiht fluegel - was will man mehr? Fragt doch Yves Tumor, heiszt eigentlich Sean Bowie, schmueckt sich jedoch gerne mit pseudonymen, ist urspruenglich aus Miami, Florida, nunmehr jedoch in Turin, Italien ansaessig. Sein vierter longplayer - "heaven is a tortured mind" - ist spannend, interessant & abwechslungsreich. Vermischt Electro, Soul, Rock, Experimental, Psychedelic als auch R&B und kreuzt Childish Gambino mit Throbbing Gristle und Prince. Jetzt gesellen sich hier noch Busty And The Bass, auffindbar in Montreal, Canada, dazu. Ein Nord-Amerikanisches oktett, bestehend aus Kanadiern wie auch U.S.-buergern, die sich auf der dortigen universitaet in einer musik-klasse kennenlernten und umgehend gemeinsam loslegten. Ihr zweiter wurf wurde schlicht "eddie" betitelt und ist eine eingaengige, flockig-lockere spasz-packung gefuellt mit R&B, Soul, Jazz, Hip-Hop, etwas Funk & Rock. Als gaeste haben sie sich zusaetzlich noch Macy Gray oder George Clinton an bord geholt und zwischen den toenen hoert man sogar Future Islands, Outkast plus die Free Nationals durch.

Tom Lyngcoln haengt in Melbourne, Australien ab und war bereits saenger bei Harmony, The Nation Blue oder Pale Heads. Alles formationen, die eine art von Alternative Rock fabrizierten, der mal weniger und dann mehr im Punk verwurzelt war. Angeblich ist er seit 1995 an bereits rund 20 alben beteiligt gewesen und hat nun mit "raging head" sein zweites solo-werk am start. Dieses ist eine vereinigung von Post-Punk mit Garage Rock und unterm strich ein getuemmel von The Jesus Lizard, Cosmic Psychos plus Batpiss. Rueber zu Special Interest, ein vierer aus New Orleans, Louisiana, aktiv seit 2015 und der zweite wurf von ihnen nennt sich "the passion of". Dafuer wurden No Wave, Synth-Punk sowie Techno verwurstet und dies schlaegt sich in einem wilden, rohen, aufwuehlenden, teibenden, aggressiven sound nieder. Ein sammelbecken aus Suicide, 8 Eyed Spy, Yeah Yeah Yeahs, Devo und Teenage Jesus And The Jerks. Weiter mit Loutspell, ein quartett beheimatet in Bandung City, Indonesien und ihre debuet e.p. traegt den titel "burning lust". Dabei werden 7 songs in einem affen-tempo durch die lautsprecher gepruegelt, wobei nur einer davon knapp ueber 2 minuten lang ist und manche enden mitunter so abrupt, dasz man meinen koennte, es sei eine hoerprobe bei einem dieser internet-haendler. Einfacher erklaert handelt es sich hierbei um kompromiszlosen Hardcore Punk im stil von Black Flag, Torsö oder Gallows. Jetzt Tumbas, ein quartett auffindbar in Bogotá, Kolumbien, welches seit 2015 eine dunkle bruehe aus Post-Punk, Dark Wave und Deathrock ablaeszt. Ihr langrillen-erstling wurde "dolor" getauft, klingt treibend, duester wie aufwuehlend, ist schlicht & einfach eine kreuzung aus The Mission, Sect, Generation X als wie Occults.

The Violent Youth sind cirka zwei typen, die in Augsburg, Deutschland abhaengen. Eigentich ist es die nummer von Arthur Tsymbal, aufgewachsen in Minsk, Weiszruszland, er wird jedoch unterstuetzt durch Egor Ivakhnenko aus Moskau, Ruszland. Aktiv jedenfalls seit 2013 und mit "tam, gde nas net" wurde kuerzlich die dritte lp abgeliefert. Diese birgt eine vereinigung von New Wave, Electronic als wie klassischem 80ies Synth-Pop sound. Da klingen dann New Order, Pet Shop Boys oder fruehe The Human League durch. Volle kanne retro sozusagen. Unbestritten zu zweit, auch wenn der name anderes vermuten laeszt, sind Mameen 3, eine Belgisch-Afrikanische kombination, stationiert in Agadir, Marokko. Sie schreiben sich no borders, no genres auf die fahnen und die aktuelle e.p. heiszt "incunabula". Trotzdem wuerde ich das ganze in Electronic, House, Disco plus World Music aufschlueszeln. Dem nicht genug hat man das gefuehl, hier haetten Kraftwerk, Giorgio Moroder und Roman Flügel gemeinsam an den knoepfen herumgedreht. Noch ein zweier, duos sind scheinbar der neue vierer, in form von Black Nail Cabaret. Budapest, Ungarn ist ihre heimat und der fuenfte output wurde "gods verging on sanity" genannt. Eine komposition aus Dark Wave, Synth Pop, New Wave wie Downtempo, treibend, eingaengig, melancholisch. Ladytron tanzen mit Grace Jones und Depeche Mode der dunkelheit entgegen. Iskobeats hingegen ist ein produzent aus Malay, Philippinen und seine zuletzt hochgeladene e.p. nannte er "mumo". Vom sound her ein bastard aus instrumental Hip-Hop und Trip Hop, mit hier einem loop und dort einem sample. Laeuft laid back durch, vermittelt chill-out atmosphaere und entspannt den koerper. Man moechte sich am liebsten umgehend eine haengematte zwischen die baeume knuepfen. Falls nichts passendes aufzutreiben ist, legt man sich eben einfach ins gras, wo bereits Kalaido, Kupla sowie Kudasai relaxen.

Seit 2008 gibt es den act Colorama. Dahinter steckt Carwyn Ellis, beheimatet irgendwo oder ueberall in Wales, U.K.. Er hat schon mit verschiedenen musikern zusammengearbeitet und ist tour-keyboarder bei den unverwuestlichen Pretenders. Da es derzeit keine tourneen gibt, hatte er zeit um in enger zusammenarbeit mit dem produzenten Shawn Lee an "chaos wonderland", seinem siebten werk zu arbeiten. Dieses liegt mittlerweile vor, ist eine runde sache geworden, buendelt Psychedelic, Indie Pop & Soft Rock und kommt rueber wie eine zusammenkunft von The Turtles, Crowded House sowie Belle & Sebastian. Eine kooperation gab es ebenso zwischen Robyn G. Shiels & Steve Nolan. Erster ist ein singer/songwriter beheimatet in Belfast, Nord-Irland und zweiter ein Electronic-kuenstler aus London, England. Fuer den output "sky drew near", bei dem die arrangements hoerenswert gegen den strich gebuerstet wurden, buendelten sie ihre kraefte. Das ergab experimentiellen Post-Folk, der melancholisch, launig plus duester rueberkommt. Also wenn irgendwer meint, das leben sei sinnlos, hier ist der soundtrack dafuer. Ein glatter schnitt aus Tom Waits, Baby Dee sowie John Cale. Vielleicht mitunter karg doch keinesfalls bitter oder hoffnungslos ist "highway songs", die dritte e.p. der sanegerin wie songschreiberin Rachel Angel, ansaessig in Brooklyn, New York. Diese veroeffentlichung wurde angeblich in zwei tagen mit band eingespielt und verkuppelt Alternative Country mit Folk. Hat etwas von einer reise auf endlos langen straszen, wobei einem der fahrtwind ins gesicht blaest und der sound aus einem alten autoradio droehnt. An einer kreuzung im nirgendwo treffen sich Gillian Welch, die Cowboy Junkies plus Emmylou Harris. Noch schnell weiter zu Sevdaliza, die ist eigenlich in Teheran, Iran geboren, lebt aber schon laenger in Rotterdam, Holland. Ihr zweites werk nennt sich "shabrang", ist verpackt in ein auffaelliges cover und birgt eine packung gefuellt mit Altervative Pop, Trip Hop, R&B, Electronic, Dark Folk & Experimental. Der inhalt ist emotional, fesselnd, atmosphaerisch, gelungen, mit spuren von Jenny Hval, Chelsea Wolfe wie auch FKA Twigs.

Me And That Man ist eigentlich ein ein-mann-programm von Adam (Nergal) Darski, stationiert in Gdynia, Polen und seines zeichens saenger & gitarrist der Death Metal kapelle Behemoth. Seine zweite solo-veroeffentlichung traegt den titel "new man, new songs, same shit, vol.1" und ja, da kommt noch etwas, schaetze mal "vol. 2". Hier & jetzt aber wird er von drei mitmusikern sowie einer unzahl an gastmusikern respektive freunden unterstuetzt. Mit an bord waren unter anderen Corey Taylor, Johanna Sadonis, Matt Heafy, Robb Caggiano, Weronica Kulpa, Mat Mc Nerney und viele mehr. Das ergebnis ist eine verbindung aus Dark Folk, Blues, Rock & Roll, Country als wie Post-Punk und stark infiziert von Nick Cave - siehe Birthday Party, fruehe Bad Seeds plus Grinderman - hat jedoch ebenso schnittpunkte mit King Dude oder Fantastic Negrito. Nun Mother´s Cake, dieses trio gibt es seit 2008, "cyberfunk!" ist ihr viertes studio-langwerk und dieses ist wirklich gelungen. Hat einen spaet-70er vibe, mit etwas reinschnueffeln in die 80er, laeuft bei ordentlicher produktion gut durch und ist definitiv unterhaltsam. Die zutaten sind Alternative-, Psychedelic-, Space-, Funk-, Hard- als wie Progressive-Rock und gegossen wurde das ganze in eine form aus King Gizzard & The Lizard Wizard, Pink Floyd, Wolfmother sowie RHCP. Beenden wir das musikalische programm noch mit ordentlich krawall in form der debuet-e.p. des quartetts Lorne Malvo, beheimatet in Le Mans, Frankreich und bennannt nach einem charakter der serie "fargo". Ihr selbstbetiteltes teil wurde angeblich live eingespielt, klingt auf ale faelle roh, angriffig, wild und hat etwas von einem durchgetretenem gaspedal in form von Post-Hardcore, Screamo wie Punk Rock. Man bildet sich ein im vorbeirauschen Metz, Refused sowie Birds In Row ausgemacht zu haben.

Ran an die filme, aber jetzt wirklich, mit "the perfection". Hierbei erzaehlt regisseur & co-autor Richard Shepard die geschichte von zwei cellistinnen, die in einer musik-elite-schule aufeinandertreffen. Die eine (Allison Williams), ein ehemaliger star, deren karriere aus privaten gruenden abrupt endete, die andere (Logan Browning), ist aktuell ganz oben. Man freundet sich an, unternimmt im offiziellen auftrag eine reise, welche dann aber jaeh endet und konsequenzen nach sich zieht. Dieser dreh ist irgendwie in zwei unterschiedliche haelften aufgeteilt - zuerst Horror dann Thriller. Man haette zwei gute filme daraus machen koennen, doch die teile passen so nicht 100-prozentig auf ein stueck zusammen, es fehlt die dichtung. Trotzdem sehenswert, weil extrem schraeg wie abgefahren, unglaublich arg. Ein nervenaufreibendes gefiddel aus "bug", "the solist" plus "bound". Bleiben wir bei der tonkunst, three chords & the truth, so umschreibt eine junge frau (Jessie Buckley) aus Schottland, welche von einem auftritt in der U.S. - radioshow Grand Ole Opry traeumt, das genre Country Music. Hier moegen sich wohl der eine oder die andere bereits im falschen film waehnen, doch gebt ihm eine chance. In jedem fall ist der weg vom ausgangspunkt der protagonistin, nach Nashville, Tennesse verdammt weit. Andererseits ist es daheim ohnehin am schoensten (spoiler). Wer sich nun gar nicht mehr auskennt, soll sich doch einfach "wild rose" von Tom Harper angucken. Ein gefuehlvolles, einfuehlsames Drama ueber wuensche, traeume und die dazugehoerende realitaet, in einer griff-kombination aus "a star is born", "little voice" sowie "the committments". Hier kann man nun getrost "high fidelity" erwaehnen. Der einstige kino-film nach dem buch von Nick Hornby, realisiert von Stephen Frears wurde nun zu einer serie umgebaut. Aus Rob Gordon (John Cusack) wurde Robyn "Rob" Brooks (Zoe Kravitz) und auch die typen, welche den platten-laden bevoelkern, sind neu durchgemischt worden. Top-5 listen als wie diskussionen ueber den musik-geschmack gibt es weiterhin, doch etwas schaumgebremst, zwischenmenschliche beziehungen stehen im vordergrund. Verhaelt sich zum original wie die staffel "roadies" zu "almost famous". Vom gefuehl her paszt hier noch "sword of trust", der traurigerweise letzte fim fuer (in diesem fall) regisseurin, co-schreiberin wie -produzentin Lynn Shelton, dazu. Grundsaetzlich geht es hierbei um den verkauf eines schwerts aus dem Amerikanischen buergerkrieg, doch im vordergrund stehen die vier charaktere auf der verkaeufer-seite. Auch wenn es der titel vielleicht vermuten laeszt, dies ist kein spektakulaerer streifen, sondern eine familiaere low budget produktion, ein gemaechliches abenteuer aus "pawn shop chronicles", "the last treasure hunt" sowie "the confirmation".

Eine art familiengeschchte, wenn auch eher schraeg, ist "babyteeth" von Shannon Murphy. Hier lernt ein gesundheitlich angeschlagener teenager (Eliza Scanlan) am bahnhof einen jungen drogenabhaengigen (Toby Wallace) kennen und ist dermaszen angetan, dasz sie ihm umgehend ihren eltern vorstellt. Der ohnehin nicht ganz dichte haushalt wird von nun an auf die probe gestellt. Drama bis zum bitteren ende, mit etwas humor zur auflockerung, inklusive der themen psychische probleme, unheilbare krankheit, zwischenmenschliche beziehungen und abhaengigkeit. Eine kur aus "the fault in our stars", "de rouille et d´os" als wie "50/50". Gleichfalls schraeg, dazu noch abgefahren, pervers, geschmacklos oder grenzgenial - je nach sichtweise - ist "ventajas de viajar en tren" respektive "advantages of travelling by train", abgedreht von Artiz Moreno. Punktet mit gelungener ausstattung, garderobe, kameraarbeit sowie darstellung. Ist auf 3 kapitel aufgeteilt und wird teilweise aus dem off erzaehlt. Im grunde trifft eine verlegerin mit ereignisreicher vergangenheit (Pilar Castro), im zug auf einen psychiater (Ernesto Alterio) mit einer selstsamen geschichte im gepaeck. Doch alles ist nicht ganz so wie es scheint, in diesem abenteuer aus "delicatessen", "eternal sunshine of the spotless mind" & "under the silver lake". Hier kann man getrost "velvet buzzsaw", buch & regie Dan Gilroy, dazustellen. In gleicher weise kunstvoll gefertigt, spielt es dazu noch in der kunstszene, wo sich sammler, investoren, kuenstler wie meinungsmacher aller geschlechter auf der jagd nach dem heiszesten scheisz balgen und schluszendlich draufkommen, dasz kunst auch toedlich sein kann. Hochkaraetig besetzt und mit einem passenden score von Marco Beltrami verfeinert. Nicht nur einen mind-fuck bekommt man hier geboten sondern gleichfalls einen art-fuck. Mehr geht wirklich nicht. Haette Robert Altman je einen Stephen King roman verfilmt, waere es wohl etwas in dieser weise geworden. Eine farbmischung aus "ringu", "basquiat" wie "it follows".

Bei "the invitation" von Karyn Kusama trifft sich eine gruppe freunde (+ zwei neue), bei einem paar aus ihrer reihe, nach langer zeit wieder. Alte geschichten werden abermals aufgewaermt, alte wunden geoeffnet und irgendwann kommt der verdacht auf, das ganze haette einen bestimmten hintergrund. Entwickelt sich sehr langsam, man befuerchtet bereits es wuerde ueberhaupt nichts nennenwertes passieren, doch das ende belohnt fuer die ausdauer. Ein wiedersehen zwischen "carnage", "the perfect host" und dem spaeteren "midsommar". Gemaechlicher handlungsaufbau kennzeichnet gleichfalls "tarde para la ira" beziehungsweise "the fury of a patient man" von regisseur wie co-autor Raúl Arévalo. Eine alleinstehende frau (Ruth Diaz) mit kind, deren freund (Luis Callejo) fuer einen raub 8 jahre absitzt, beginnt kurz vor dessen strafende eine beziehung mit einem streuner (Antonio de la Torre) aus der nachbarschaft. Dieser hat jedoch eigene plaene. Laut IMDB ist von diesem Thriller-Drama ein remake in arbeit. Dessen ungeachtet eine affaere zwischen "aus dem nichts", "blue ruin" wie auch "the limey". Nicht zimperlich geht es ebenso in "uncut gems" von Benny & Josh Safdie, beim drehbuch verstaerkt durch Ronald Bronstein, zu. Hierbei geht ein verschuldeter juwelier mit wettleidenschaft (Adam Sandler), der seine geldgeber am arsch hat, all in. Wahrlich gelungen, so moechte man herrn Sandler gerne oefters sehen, anstatt dasz er sich irgendwo an einer wasserrutsche runterlaeszt. Als draufgabe gibt es noch einen gastauftritt von The Weeknd und alle sind zufrieden, mit diesem schliff aus "snatch", "punch-drunk love" und "the gambler (2014)". Exakt hier ist der platz fuer das laengst ueberfaellige "once upon a time.... in hollywood". Ein schauspieler (Leonardo DiCaprio) & sein allgegenwaertiger stuntman (Brad Pitt) gehen gemeinsam durch dick & duenn, driften in folge richtung abstellgleis, die beziehung kuehlt ab und das dicke ende kommt schluszendlich auch noch. Volles programm somit, was eine bestens besetzte liebeserklaerung an die grosze leinwand (plus das kleine tv-set) ergibt. Fabriziert von einem filmfan, der zugleich regisseur ist (Quentin Tarantino) sowie zusaetzlich eine ausgepraegte leidenschaft fuer musik hat. Man koennte meinen, am set waere eine jukebox gestanden, wobei auf manchen der kleinen kaertchen (film-) titel wie "maps to the stars", "the stunt man" oder "last house on the left (1972)" gestanden sind.

Bei "bad education", regie Cory Finley, bedienen sich in der verwaltung eines schulbezirks, von der spitze (Hugh Jackman) weg bis runter, alle am etat. Eine schuelerin plus mitarbeiterin der schulzeitung (Rachel Bhargava) klemmt sich dahinter, untersucht die miszstaende und als das kartenhaus einzustuerzen beginnt, alamiert sie die behoerden. Basiert auf wahren begebenheiten, ist amuesant, interessant, gut besetzt - dieser notenschlueszel aus "wolf of wall street", "can you ever forgive me" und einem hauch von "american beauty". Um erziehung geht es auch in "the mustang", wobei Laure De Clemont-Tonnerre im regiestuhl sasz und Robert Redford einer der produzenten war. Hier geht es darum, dasz in manchen gegenden der U.S.A. jede menge wilder mustangs herumtraben. Um die population zu kontrollieren, werden immer wieder welche eingefangen. Ein teil davon wird in bestimmten einrichtungen von strafgefangenen trainiert um danach versteigert zu werden. Roman (Matthias Schoenaerts) ist ein straefling der eher verschlossen ist, sich einbunkert gegenueber dem rest. Er kommt in dieses programm und trifft auf ein pferd (Marcus), das aehnlich ist wie er. Strafvollzug auf dem ponyhof macht sinn - zumindest in diesem streifen. Der schwefelige geruch von pferdepisse, dazu der nuszige geschmack von pfereaepfel, ergibt ein rassiges bouquet aus "the rider", "the horse whisperer" & "orange is the new black". Nun ist zeit fuer "a prayer before dawn", realisiert von Jean Stéphane Sauvaire. Dabei kommt ein Englischer boxer (Joe Cole) nach einer pruegelei mit der polizei im ausland, ebendort in ein ueberfuelltes gefaengnis und nimmt infolge an internen boxkaempfen teil, um sich zu behaupten. Die wahre geschichte von Billy Moore. Ansprechend gefertigt wie erzaehlt, dieser schlagabtausch aus "undisputed (2002)", "midnight express" & "in hell (2003)". Strenges regiment herrscht ebenso im team der moderatorin einer talk show (Emma Thompson), nachzupruefen via "late night" von Ganatra Nisha. Wegen zuschauerschwund droht ihr der verlust der sendung, darum versucht sie ihren act umzukrempeln. Mithelfen soll dabei eine neue, unbelastete, ungelernte mitarbeiterin (Mindy Kaling, schrieb zusaetzlich noch script und co-produzierte). Humorvolle, mit witzen ueber fernseh- wie film-stars (auszer jenen die mitspielen) gewuerzte Comedy im stil von "network (1976)", "punchline (1988)", "mr. saturday night" oder "the comedian".

Vermissen werden wir kuenftig die schauspierinnen Diana Rigg, Nancy Lollar, Yuko Takeuchi, Sei Ashina, Alkistis Pavlidou, Lidia Kushkova-Shevchenko, Armelia McQueen und deren kollegen Tommy Rall, Michael Lonsdale, Birol Ünel, Martin Havelka, Folker Bohnet, Ben Jorgensen, Dennis Hall, Wladimir Yordanoff, Vishal Anand, Jean-Marc Avocat, Henryk Bukolowski, Clark Middleton, Thomas Jefferson Byrd, Karel Fiala, Chris Carnel (+ stuntman), Cecil Thiré / Nosratollah Vahdat (beide + regisseur), Avinash Kharshikar (+ produzent), Jiri Menzel (+ regisseur, drehbuchautor). Schauspielerinnen wie saengerinnen Annie Cordy, Juliette Gréco, Béatrice Arnac, Helen Reddy (+ songschreiberin) sowie die herren Alien Huang, Shakti Thakur. Regisseure Anil Devgan, Vijay Reddy, Camillo Bazzoni (+ cinematographer), Francesc Betriu (+ drehbuchautor), Goran Paskaljevic (+ drehbuchautor, produzent). Songwriter Al Kasha als wie singer & songwriters Scott Mac Davis, Gabo Ferro, Max Merritt / Gienck Loska (beide + gitarrist), Ray Pennington (+ produzent), Joaquin Carbonell (+ poet). Weiters Ronald Harwood - drehbuchautor, William Bernstein - Orion Pictures co-gruender, Edward S. Feldman - film & tv produzent, Johnny Nash - Reggae saenger, Bunny Lee - Reggae produzent, Brian Locking - The Shadows bassist, Ronald Bell - co-gruender Kool & The Gang, saxofon & keyboards, Edna Wright- The Honey Cone saengerin, Erick Morillo - dj, produzent & label-besitzer, Bruce Williamson - The Temptations saenger, Ian Mitchell - Bay City Rollers bassist, Simeon Coxe - teil des Electronic-duos Silver Apples, Pamela Hutchinson - The Emotions saengerin, Lee Kerslake - schlagzeuger The Gods, Uriah Heep, Ozzy Osbourne, Living Loud u.a., Tommy DeVito - The Four Seasons saenger & gitarrist, Roy Head - Country, Rock and Roll, Soul saenger, Mark Stone - (prae) Van Halen bassist, Jackie Dennis - Pop saenger, Pierre Kezdy - bassist Naked Raygun, Pegboy, Trial By Fire u.a., Anthony Galindo - Pop saenger, Lisa Schouw - Girl Overboard saengerin und nicht zu vergessen Eddie Van Halen - gitarren-meister, co-gruender Van Halen.

Sonntag, 30. August 2020

Mischung No. 14

Starten wir durch mit Francis Of Delirium, eine Kanadisch-Amerikanische paarung (Vancouver / Seattle), die in Luxenburg stationiert ist und mittlerweile bereits zu dritt auftritt. Deren debuet e.p. nennt sich "all change" und darauf gibt es Alternative- wie Indie-Rock gestreckt mit einem schusz Grunge zu hoeren. Sie bringen das ganze engagiert rueber, fabrizieren einen eingaengigen sound, der zum mitwippen anregt und sich wie ein zwischending aus Belly, Throwing Muses als auch Soccer Mommy anhoert. Das naechste trio waere Futuro Terror aus Alicante, Spanien, mit "sangre", ihrem nunmehr vierten longplayer. Dieser vereinigt Post-Punk, Power Pop, Alternative- wie Garage-Rock und die spielen es energiegeladen & mitreiszend runter, machen dampf, rocken zacking aber melodieoes dahin. Irgendwie hat man das gefuehl, die muszten sofort nach dem letzten akkord etwas dringendes erledigen. Ein wirbelwind à la Buzzcocks, The Undertones plus Les Rita Mitsouko. Vom tempo her (und ueberhaupt) kann man hier prima Katarziz, zu finden auf Sancti Spiritus, Kuba, dazustellen. Wenn ich mich nicht verzaehlt habe, dann sind die zu sechst und dies waere dann schon fast eine Punk big band. Das geben die naemlich auf ihrem zweiten output "de qué estamos hablando?!" zum besten, Punk Rock, Street Punk. Geradlinig, schnoerkellos, munter drauflosgespielt, da musz man einfach mit und reiszt dabei die faust in die hoehe, auch wenn man nicht versteht worum es geht, der spirit ist eben greifbar. Eine faustvoll akkorde in der art von Green Day, Descendents und den fruehen Misfits.

Acryl Madness, das ist eine geheimnisvolle person aus Moskau, Ruszland mit der aktuellen, digitalen ladung "extending through hell". Programmiert wurde dafuer Dark Synth beziehungsweise Synth-Wave, was sich durch kalte, mitunter bedrohlich wirkende computer-klaenge, die wie fuer filme gefertigt wirken, bemerkbar macht. Ein schaltplan aus Cliff Martinez, Tangerine Dream, Kavinsky oder gar John Carpenter. Nun zu ELZ And The Cult, eine drei-koepfige formation aus Istambul, Tuerkei. Auf ihrem zweiten langspieler "bloodline" verketten die Industrial, Gothic, Electronic, Post-Punk, Dark Wave & Synth-Pop und das ergebnis riecht nach trockeneis-nebel und klingt nach tanzen bis zum umfallen. Durch die nebelschwaden glaubt man leute wie Fad Gadget, Agent Side Grinder, Marilyn Manson, Art Diktator oder She Past Away zu erkennen. Wie gerufen kommen da Leroy Se Meurt. Das sind zwei kumpels, stationiert in Paris, Frankreich und ihre zweite e.p. heiszt "la chute". Darauf haben sie ein wildes durcheinander aus Electro-Punk, Dark Wave sowie EBM gepackt. Hierbei unterlegen trockene, dunkle beats, bei denen man umgehend unter strom steht, den mitunter martialischen gesang. In der abteilung leder, lack & nieten treffen sich somit DAF, Le Syndicat Electronique, Liasons Dangereuses wie auch Death From Above. Abgerundet wird das hier mit Dandelion Wine, angesiedelt in Melbourne, Australien und ihr mittlerweile fuenfter output hat "le couer" zum titel. Die waren urspruenglich zu viert, sind im kern ein duo und bestehen derzeit aus drei personen. Klingt nach sudoku. Letzten endes fetten hier zusaetzliche gaeste den klang auf. Demzufolge ist abwechslung garantiert und dies nicht nur von der besetzung her, denn sie bieten ein stimmungsvolles vielerlei aus Electro-Folk, Ambient, World Music, Dark-Electro, -Folk sowie -Wave. Wie klingt das? Nach nicht alltaeglicher instrumentierung, aehnelt einem stelldichein von Dead Can Dance, Massive Attack plus This Mortal Coil. Am besten gelauscht in einem zelt mitten in der wueste, in dunkelster nacht.

Wilma Archer, beheimatet in London, England, ist produzent, multi-instumentalist & soundbastler. Sein debuet unter eigenem namen, auf dem namhafte gaeste zu hoeren sind, nannte er "a western circular". Ein interessantes, stimmungsvolles werk, wovon mehr als die haelfe der songs ohne gesang sind und das einem konglomerat aus Hip-Hop, Soul, Jazz, R&B, Klassik, Experimental sowie Electronic gleicht. In kuenstlern ausgedrueckt, eine vermengung von Robert Wyatt, Thundercat plus Jonny Greenwood. Oder Adeline, eine saengerin wie songschreiberin, produzentin plus aktivistin, urspruenglich von den Franzoesischen Antillen, nunmehr in NYC, New York vorzufinden. Sie war frueher teil des Nu Disco dreiers Escort, spielt den basz in der begleitband von Cee Lo Green, hat bereits ein solo-album vorzuweisen und nun die mini lp "intérimes" am start. Diese bietet sieben lieder, die zwischen Neo Soul und R&B pendeln, darunter sogar das Black Sabbath cover "planet caravan". Ihre groovige, eingaengige darbietung hat etwas von Debra Debs, Lucy Pearl oder Yuna. Als naechstes 47Soul, ein dreier gegruendet in Amman, Jordanien, mittlerweile auf England, Palaestina wie U.S.A. verstreut. Doch die gemeinsame musik ueberwindet alle grenzen. Ihren zweiten wurf "semitics" haben sie mit gastmusikern aus verschiedenen laendern in London aufgenommen. Ihr ganz eigener sound nennt sich Shamstep, dafuer fusionieren sie Hip-Hop, Electonica plus Arabische klaenge, zu der fuer sie charakteristischen Dance Music und die fordert wirklich zum mitmachen auf, irgendetwas musz man bewegen. Wer weitertanzen moechte soll reinhoeren bei Autostrad, Djiza, A-Wa oder Bu Kolthoum. Weiter zu Boris Vian, in Quito, Ecuador beheimatet, mit "remedios varios". Sein pseudonym bezieht sich auf den gleichnamigen Franzoesischen Poeten, Fotografen & Musiker und der titel ist eine hommage an die Spanische malerin Remedios Varo, wenn ich wirklich alles richtig geschnallt habe. Nichtsdestotrotz, dahinter steckt ein multi-instrumentalist, performer & songwriter, der anonym bleiben moechte, nach vorbild Banksy oder so aehnlich. In jedem fall ist er kunstinteressiert und pinselt, fotografiert oder sprayt uns hier eine collage aus Electronic, instrumental Hip-Hop wie World Music. Da gibt es samples, loops plus latin beats zu hoeren - schlicht & einfach feel-good-music, mit einem angenehmen vibe. Wie eine farbpalette mit Frenic, Chicha Libre, The Troublemakers oder Monetrik.

Hrae, das ist ein solo-projekt von Pórdur Indridi (bei den einzelnen buchstaben sind leichte abweichungen moeglich) und dessen heimat ist Island, genauere lokalisierung ist scheinbar nicht erwuenscht. Er hatte bereits so sachen wie Endalok, Naught oder die band Gudveiki am laufen. Auf jeden fall hat er mit besagtem vorhaben kuerzlich den erstling "par sen skepnur reika" veroeffentlicht und der steht fuer Black Metal, da braucht man nicht lange herumreden. Dieser output sucht einem heim wie das boese. Man wird in die ecke gedraengt und kommt sich ganz klein vor, waehrend der sound immer groeszer wird und ploetzlich abbricht. Doch erholung ist nicht drinnen, denn die naechste welle kommt bereits, mit dem darauffolgenden track. Definitiv nicht zum entspannen geeignet, dieser dreizack aus Cult Of Fire, Andavald als wie Spectral Voice. Apropos, wie gerufen kommen da Black Curse, beheimatet in Denver, Colorado. Dahinter stehen 4 scheinbar hyperaktive typen, die aufgeteilt ebenso in acts wie Primitive Man, Khemmis, Blood Incantation, Absymal Dimensions und eben Spectral Voice aktiv sind. Mit ihrem ersten gemeinsamen werk "endless wound" suchen sie die hoerer/innen jedoch nicht heim, sondern ueberollen die einfach. Die fliegen mit ueberschall-droehnung uebers "kuckucksnest", sodasz sich die huette in ihre einzelteile zerlegt. Das ist Death- wie Black-Metal und jeder bringt aus seinen anderen wirkungsstaetten etwas mit ein. Dann noch Irist, ein 5er aus Atlanta, Georgia, wobei 3 mitglieder davon urspruenglich aus Suedamerika (Argentinien, Brasilien) kommen. Trotzdem - oder gerade deswegen - klingen sie auf "order of the wild" wie aus einem gusz. Die peitschen ihr programm durch, machen dampf und lassen nur ganz selten die zuegel etwas lockerer. All dies im rahmen ihrer zusammenfuehrung von Post-Hardcore, Heavy- und Trash-Metal. Hoert sich an wie ein bastard aus Sepultura, High On Fire & Gojira.

Metal haben gleichfalls Dance Gavin Dance, ein quintett aus Sacramento, Kalifornien, im repertoire, doch die mixen ihn ordentlich durch, mit Dance-Pop, Screamo, Jazz, Experimental, Progressive Rock plus Post-Hardcore. Das geht dann eben von einem extrem ins andere, ist mitunter schraeg, auf jeden fall abwechslungsreich wie unterhaltsam. Die leben ihren zirkus seit 2005, wenn auch in wechselnder aufstellung, doch hey, das gehoert dazu, zum leben in der manege. Demungeachtet wurde ihr bereits 9tes programm "afterburner" betitelt und ist ein kunststueck aus The Fall Of Troy, Yes, Silverstein sowie Pet Shop Boys. Viel vergnuegen! Keine langweiler sind in gleicher weise Horisont, ebenso zu fuenft und beheimatet in Goeteborg, Schweden. Deren 6ter wurf wurde sportlich als "sudden death" ausgerufen, ist ein mittelding aus Rock, Rock & Roll als auch Hard Rock und klingt wie eine compilation zur feier der 70er & 80er. Ein sammelsurium von Bon Jovi, Wishbone Ash, ELO, Blue Öyster Cult, Thin Lizzy und vielen mehr. Jetzt noch Kaiser Franz Josef, ein 3er mit der dritten lp, die noch dazu "III" betitelt wurde. Die legen ihre karten unuebersehbar auf den tisch. Machen seit 2010 die runde, panschen ihren gaengigen Rock mit Hard-, Alternative- wie Grunge-Rock und bringen das ganze kompakt & druckvoll rueber. Woran hierbei die ordentliche produktion nicht ganz unschuldig ist. Unterm strich ein royales bouquet aus Audioslave, Queens Of The Stone Age wie auch Alter Bridge.

Weiter zu Pabst, mit heimat Berlin, Deutschland und die sind ebenso zu dritt. Sie selbst (oder die plattenfirma) nennen sich vollmundig power-trio und das ist gar nicht so weit hergeholt. Ihre zusammenfuegung von Alternative-, Garage-, Stoner- wie Grunge-Rock ist treibend, aufwuehlend, gibt gas, kommt genau auf den punkt. Angeblich haben sie ihr zweitwerk "deuce ex machina" live im studio eingespielt. Wenn nicht, dann paszt es jedenfalls zum power-trio etikett bestens dazu. So oder so, ein powerplus-gemisch mit hoher oktanzahl aus The Hives, Weezer plus Ty Segall. Was will man mehr? Vielleicht einen Batboner? Oder gleich vier, aus Oslo, Norwegen. Machen bereits seit gut 10 jahren rum, haben jedoch erst vor kurzem ihr gleichnamiges debuet abgelassen. Hier wurde eben nichts ueberstuerzt, die haben sich aus Post-Punk, Dark Wave, Goth- wie Surf-Rock ihre duester-melodien gebastelt und das klingt als wuerden skelette der unendlichkeit entgegensurfen. Dort warten auf sie bereits die fruehen Sisters Of Mercy, Screaming Dead, Christian Death sowie Bat Nouveau. Bereits anderswo bewaehrtes bieten Debbie Downer And The Mascara Stains, stationiert in Edinburgh, Schottland, auf dem debuet "summer bummer" - naemlich ausschlieszlich fremdmaterial. Angeblich ist der act ein duo aus besagter Debbie und dem Schweizer multi-instrumentalisten Giorgio Morosey. Moeglicherweise entfernt mit Synth-meister Giorgio Moroder verwandt - oder eher nicht? Wie auch immer, songs von beispielweise Katarina And The Waves, Helen Shapiro, The Archies oder Kool & The Gang werden hier eher melancholisch, depressiv, traurig dargeboten, in einer vermengung von Alternative- wie Goth-Rock, die nach einem zwischending aus The Cramps, The Raveonettes und Nouvelle Vague klingt.

Jetzt aber voll auf die filme, wie waere es mit etwas gaensehaut, zaehneklappern plus schnellerem pulsschlag? Beginnen wir mit "haunt" (2019), buch & regie Scott Beck & Bryan Woods, Tomandandy steuerte die geeignete musikalische untermalung bei und einer der produzenten war Eli Roth. Da kann man sich bereits in etwa vorstellen was kommt, ohne blutverlust geht gar nichts! Eine gruppe jugendlicher besucht zu halloween ein quasi spukhaus, das wie eine attraktion betrieben wird, also mit eintritt und so. Als personal laufen dort typen der marke freak show herum und da geht natuerlich einiges schief. Braucht jetzt niemand glauben, dasz alle wieder wohlbehalten rauskommen - im gegenteil! Eine maskerade aus "hell fest", "escape room" (start 2017) und der "halloween" reihe. Im anschlusz kann man sich dann sofort "scary stories to tell in the dark", realisiert von Andre Ovredal und unter anderen produziert durch Guillermo Del Toro, reinziehen. Momentan sind ja gruppen von jugendlichen, die sich geistern oder gar dem boesen entgegenstellen, ziemlich angesagt. Somit wollen freunde zu (natuerlich) halloween ein sogenanntes geisterhaus besuchen. Eine davon (Zoe Margaret Colletti) findet dort ein buch, nimmt es mit und bekommt es nicht mehr los. Darin schreiben sich die geschichten wie von selbst und dann ist immer jemand in lebensgefahr. Ein gespenster-remmidemmi aus "it", dem "final destination" franchise, "jumanji" und der serie "stranger things". Um etwas andere probleme geht es in "under the shadow", dem erstwerk von Babak Anvari (inklusive script). Mutter (Narges Rashidi) & junge tochter (Avin Manshadi) muessen wegen raketen-angriffen nicht nur immer wieder in den keller ihres wohnhauses fluechten, sondern sich in weiterer folge auch noch mit einem mysterioesem geist herumschlagen. Auszerhalb des hauses zieht chaos auf und drinnen wird es langsam immer unheimlicher. Die muessen dort weg, doch ploetzlich ist auch noch die geliebte puppe der kleinen verschwunden. Es entstehen spannungen zwischen den beiden. Drama, Mystery, Horror - entwickelt sich genau in dieser reihenfolge. Eine erscheinung aus "the babadook", "el espinazo del diablo", "el orfanato" oder dem spaeteren "it comes at night".

Nochmals zurueck zur puppe. Wenn sich eine filmreihe mal totgelaufen hat, dann versucht man sie nach einer zeit mit neuerungen wiederzubeleben. Das nennt man dann reboot. So wie bei "child´s play" (2019), dem mittlerweile bereits 8ten langfilm ueber die moerderpuppe Chucky. Diesmal im regiestuhl Lars Klevberg und wer auf smarte haushaltshilfen steht, kommt hier voll auf seine / ihre kosten. Ein frustrierter fabrikarbeiter steht am anfang der kette, das ding kommt nach auslieferung und erfolgtem verkauf als retourware zurueck in den spielwarenladen, eine verkaeuferin sowie alleinstehende mutter nimmt dieses teufels-teil tragischerweise mit nach hause und das unheil folgt auf dem fusz. Ein kurzschlusz aus "leprechaun", "e.t." sowie "attack the block". Der familiaere haushalt wird gleichfalls in "us", regie wie buch Jordan Peele, ordentlich durcheinandergewirbelt. Waehrend des urlaubs einer vier-koepfigen familie tauchen spaetabends auf dem grundstueck ploetzlich idente doppelgaenger auf und trachten ihnen nach dem leben. Doch sie sind nicht die einzigen, welche unerwuenschten besuch bekommen. Interessanter, gut gemachter Psycho-Horror mit adaequatem ende und gepflegtem soundtrack. Eine ueberraschende visite von "the strangers", "hereditary", "funny games" sowie "invasion of the body snatchers" (1978). Eine art von infiltration findet ebenso im streifen "ma" von Tate Taylor statt. Diese geschichte startet langsam, etwas party, ein biszchen hangover, wird in folge aber ganz extrem. Eine veterinaer-gehilfin (Octavia Spencer) sucht mehr & mehr die freundschaft von einer gruppe jugendlicher, besorgt ihnen alkohol, laeszt sie bei ihr abfeiern, verfolgt jedoch ganz eigene ziele. Hat definitiv etwas, dieser cocktail aus "carrie", "climax" & "misery". Horror-maeszig, wenn auch mehr auf der Adventure-seite, geht es desgleichen in "crawl", von regisseur Alexandre Aja und teil-produziert durch Sam Raimi, zu. Ersterer hatte sich schon mal mit piranhas auseinandergesetzt und fischt hiermit abermals in trueben gewaessern. Die zu meisternden probleme einer jungen frau (Kaya Scodelario), die ihren nicht erreichbaren vater (Barry Pepper) aus einer evakuierten stadt retten will, waeren ein hurricane, hochwasser sowie hungrige alligatoren. Kommt ansprechend & spannend rueber, dieser snack aus "shallows", "hard rain" als wie "rogue".

Ein serien-killer plus ein oder mehrere jugendliche, die ihm in verdacht haben und hinterherspionieren, das gab es ja bereits, doch so wie bei "the clovehitch killer", abgedreht von Duncan Skies, eigentlich noch nicht. Fast unglaublich (oder bestaetigend, je nach ansicht), obwohl es laut internet-berichten einen aehnlich gelagerten fall gab. Manche familien haben wohl zwei seiten, zumindest in diesem knoten aus "summer of 84", "moonrise kingdom" und "disturbia". Indessen, eine derart kunstvolle, teils bombastische und dennoch brutale darstellung eines serien-killers wie in "the house that jack built", regie wie buch Lars Von Trier, gab es bisher ebensowenig. Jack (Matt Dillon), ist ein etwas schrulliger typ, ingenieur, der lieber architekt waere und kleine modellhaeuser bastelt, nie um eine erfundene geschichte verlegen, eiskalt, sadistisch und blutruenstig. Dazu gibt er noch aus dem off dauernd philosophische kommentare ab und erklaert die welt, im dialog mit seinem gewissen - oder in diesem fall wohl eher sein inneres ich (Bruno Ganz). In summe ein bitterboeses, brutales, gelegentlich gar humorvolles, wirklich gutes schauspiel, welches in mehreren kapiteln abgehandelt wird. Eine gewaltvolle komposition aus "henry: portrait of a serial killer", "forbrydelsens element", Hannibal Lecter generell, der serie "twin peaks" & Bob Dylan´s "subterranean homesick blues" video.

Ziemlich schraeg laeuft auch "villains", sowohl buch als auch regie von Dan Berk & Robert Olsen, durch. Ein paar (Maika Monroe / Bill Skarsgard) ueberfaellt einen laden, hat aber fuer die flucht schluszendlich zu wenig benzin. Sie brechen, nachdem sie liegengeblieben sind, in ein naheliegendes haus ein und werden von taetern zu opfern. Ziemlich abgefahrene, dunkle Thriller-Comedy, wobei man das gefuehl hat, hier wurden "bandits", "hounds of love", "ruthless people" & "bad samaritan" in den mixer geworfen und die turbo-taste gedrueckt. Ebenso ein wilder ritt, im wahrsten sinne des wortes, ist "true history of the kelly gang" von regisseur Justin Kurzel. Dies ist bereits die achte langfilm-version dieser geschichte. Der bandit Ned Kelly wurde beeits dargestellt von leuten wie Mick Jagger oder Heath Ledger. Diesmal war George MacKay an der reihe und er lieferte eine manische performance ab. Irgendwie hat man als zuseher das gefuehl, man sitzt im finstersten wald an einem lagerfeuer, umringt von coyoten, woelfen, schlangen oder sonstigem getier und die wollen einem unbedingt in dern arsch beiszen. Nur so nebenbei angemerkt. Jedenfalls ist das hier die verdammte Punk Rock version dieser x-mal erzaehlten geschichte, ein beschissenes meisterwerk aus einem kuebel gefuellt mit "the proposition", "bronson" sowie "lawless". Okay, weiter im text, denn lagerfeuer-erzaehlung, das trifft hundert-prozentig auf "o matador" respektive "the killer" (2017), regie & buch Marcelo Galvao, zu. Ist naemlich die geschichte eines mannes (Diogo Morgado), der als kind von einem auftrags-killer aufgezogen wie auch geschult wurde und spaeter selbst karriere macht. Obwohl basierend auf einem klassiker Brasilianischer literatur, wird mit deftigen szenen nicht gespart, denn dieser dreh hat den flair der guten, alten Italo-Western. Eine staubige satteltasche voll mit "c´era una volta il west", "joe kidd", "django unchained" plus "il grande silenzio".

Abschlieszend noch eine mini-serie namens "stateless", wobei die regie der episoden zwischen Emma Freeman als auch Jocelyn Moorhouse zu gleichen teilen aufgeteilt wurde. Cate Blanchett spielt darin nicht nur eine nebenrolle, sondern hat die geschichte, welche auf wahren ereignissen beruht, ebenso mit-kreiert. Hier geraet eine frau (Yvonne Strahovski), die sich selbst finden moechte, andererseits wohl auch hilfe braucht, an scharlatane, erleidet ein trauma und landet in ihrer ziellosigkeit als einheimische in einem fluechtlingslager. Beruehrend, aufwuehlend, schwer verdaulich, sehenswert. Nimmt mit jeder folge mehr fahrt auf, dieser alptraum aus "district 9", "dogville", "arrival" sowie der tv-serie "the crossing".

Leider gibt es in beiden branchen wieder verluste zu beklagen, so diesmal die schauspielerinnen Mariolina De Fano, Franca Valeri, Fernanda Lapa sowie Linda Manz. Deren kollegen Reni Santoni, Wilford Brimley, Jerry Chipman, Raymond Allen, Gary Cowling, Ben Cross, Michel Dumont, Chadwick Boseman wie Leslie Randall. Die schauspielerin & regisseurin Mónica Miguel als auch die schauspielerin & saengerin Belle Du Berry. Singer/songwriters Michael Peter Smith, Justin Townes Earle plus Salome Bey - saengerin, songschreiberin & schauspielerin. FBG Duck - rapper, Tony Costanza - schlagzeuger fuer Machine Head & Crowbar, Rajko Dujmic- songwriter, produzent, mitglied von Novi Fosili, Vern Rumsey - bassist von Unwound, Trini Lopez - hit saenger & schauspieler, Todd Nance - schlagzeuger Widespread Panic, Jack Sherman - gitarrist RHCP & studiomusiker, Frankie Banali - schlagzeuger Quiet Riot, W.A.S.P. und mehr, Riley Gale - saenger Power Trip, Steve Holland - gitarrist Molly Hatchet, Jan Savage - gitarrist The Seeds, Wayne Fontana - Rock & Roll & Pop saenger, Walter Lure - gitarrist The Heartbreakers, Gerry McGhee - saenger Brighton Rock, Mark Wirtz - produzent & saenger & musiker als wie Pete Way - bassist bei UFO, Waysted, Fastway, Michael Schenker Group.

Samstag, 8. August 2020

Mischung No. 13

Okay, hier sind Elden, ein vierer wohnhaft in Karlstad, Schweden, aktiv seit 2012, inspiriert von kollegen wie Baroness, Mastodon, The Sword sowie artverwandten aus den 70ern & 80ern. Ihr zweiter longplayer nennt sich "nostromo", ist ein aufregender ritt ueber Hard- wie Stoner-Rock, Heavy-, Doom plus Progressive-Metal. Man kann sich also vorstellen, dasz hier ausreichend riffs vorhanden sind, aber auch die melodien kommen nicht zu kurz. Das ganze klingt wie eine metallische kreuzung aus Maurice Ravel´s "boléro" & Nikolai Andreyevich Rimsky-Korsakov´s "hummelflug". Hier musz man jetzt unbedingt Igorrr anhaengen. Anfangs noch eine solo-nummer von Gautier Serre gewesen, doch mittlerweile zum quartett angewachsen. Herkunftsland ist Frankreich und wenn ich die botschaft richtig verstehe, dann ist ihre heimatstadt immer dort, wo sie gerade auftreten. Leider sind sie da momentan wohl obdachlos. Wie auch immer, deren viertes langwerk wurde "spirituality and distortion" genannt und buendelt ein sammelsurium von Heavy-, Black-, Industial-, Progressive-, Experimental- wie Death-Metal, dann World Music aus allen himmelsrichtungen, Breakcore, Electronic, Classical & Oriental Sounds. Abwechslung ist hier garantiert, es geht ungebremst durch die gehoerwindungen und der gesang pendelt zwischen himmel & hoelle. Ein feuerwerk aus Meshuggah, Johann Sebastian Bach, Mr. Bungle und Cannibal Corpse. Ein mitglied mehr an bord haben Malokarpatan aus Bratislava, Slovakei. Der titel ihrer dritten lp lautet "krupinsé kohne" und ist angeblich ein konzeptwerk ueber eine hexenverbrennug in Krupina im 16. oder 17ten jahrhundert. So aehnlich klingt es auf jeden fall, naemlich nach klassischem Black Metal, duester, daemonisch, episch. Wie ein loderndes feuer im tiefsten wald um das sich Venom, Bathory, Master´s Hammer + Mercyful Fate scharren.

Acid Moon And The Pregnant Sun, dieser bandname plus die dazugehoerende cover-gestaltung erklaeren bereits alles, wenn dann der erste akkord ihres debuets "speakin´ of the devil" ertoent, fuehlt man sich bestaetigt. Klingt nach zweite haelfte der 60er, fruehe 70er, love & peace, freie liebe, freie drogen und was sonst noch abging. Nun sind die sogar acht leute, das ist doch ohnehin bereits eine kommune. Typische Woodstock-truppe also, doch um jahrzehnte zu spaet gegruendet. Die sind aber weder aus Bethel, noch San Francisco und schon gar nicht aus Monterey, sondern Tel Aviv, Israel. Vermengen Rock, Folk, Psychedelic & etwas Jazz und hoeren sich an wie Jefferson Airplane beziehungsweise Love, dann mal nach den Rolling Stones, ein anderes mal wie The Doors oder gar Dave Brubeck. Was will man mehr? Gleichfalls originell sind Draculina, ein quartett um die bassistin Polina Draculina, die, laut eigenen angaben, einst bei den Messer Chups mitspielte. Gleichfalls in der besetzung vertreten, Larry Mullins, besser bekannt als Toby Dammit, der bereits mit vielen performte, so beispielweise Nick Cave, Iggy Pop oder Swans. Ungeachtet dessen, ist die basis der gruppe in Sankt Petersburg, Ruszland, ihre debuet-e.p. nennen sie pikanterweise "strip trip to miracle cove" und darauf gibt es Surf Rock, der wie eine sanfte brise die lauscher streichelt. Man erinnert sich an die einst unzaehligen acts dieses genre, aber auch deren nachfolger, namen wie The Lively Ones, The Looney Tunes, The Eliminators oder an die compilation-reihe "las vegas grind". Hingegen seit 1998 ziemlich umtriebig und in Montreal, Kanada beheimatet ist Bloodshot Bill. Er hat ueber die jahre einiges veroeffentlicht, darunter sogar kooperationen mit kuenstlern wie Jon Spencer, King Khan oder The 5.6.7.8´s. Sein bislang letzter streich unter eigenem namen nennt sich einladend "get loose or get lost", faehrt geradewegs in die beine und schuettelt einem dabei so richtig durch. Ein teil Rock & Roll, zwei teile Rockabilly, ein schusz Punk, dazu tummeln sich am dancefloor Hasil Adkins, The Meteors, Charlie Feathers, Tav Falco And Panther Burns sowie der ganz junge Elvis.

Nachgelegt wird jetzt mit The Chats, von Sunshine Coast, Australien. Jenes trio legt mit "high risk behaviour" ihr debuet vor, dieses klingt nach spasz und bietet 14 lieder zum mitgroehlen. Alle unter drei minuten, nur die haelfte ueber 120 sekunden. Da sollten die zaehne fest verankert sein, sonst fliegen sie vor begeisterung raus. Das ist Alternative-, Garage-, Punk- wie Pub-Rock, ein konglomerat aus Art Brut, The Saints plus Eddie & The Hot Rods. Wie gerufen kommen hier noch Exilio dazu. Gegruendet 2017 von drei Venezolanern, die nach Bogota, Kolumbien ausgewandert sind. Mittlerweile zu viert, machen die maechtig radau, ist ihnen protest, zoff, anarchie als auch aufruhr ein anliegen. Genau dies bringen sie auf ihrer kuerzlich erschienen, gleichnamigen e.p. mittels eines sprengsatzes aus Hardcore Punk & Noise Rock zu gehoer. Sechs songs, jeweils unter zwei minuten, lange reden sind definitiv nicht deren ding. Moeglicherweise jedoch bands wie Negative Approach, Chaos U.K. oder Poison Idea. Nicht zu vergessen, The Unfit, eine vier-koepfige truppe aus Seattle, Washington mit ihrem selbstbetitelten erstwerk. Dieses ist wirklich ein treffer, mitten ins gesicht, so fuehlt es sich an. Sind bereits seit 2012 am werken, somit wirkt das teil gut abgehangen, ueber die jahre gereift, da hatte sich etwas aufgestaut, das muszte nun klarerweise raus. Ein ordentlicher brocken Post-Punk, Hardcore, Grunge, Garage-, Alternative- sowie Noise-Rock, der sich auf Shellac, NoMeansNo plus The Jesus Lizard zurueckverfolgen laeszt. Seit 2013 treiben mittlerweile Sonora Criminal ihr unwesen. Wenn ich mich nicht verzaehlt habe, dann sind das 15 leute, ansaessig in Mexico City, Mexiko, jedoch lehnen sie nationalitaet, religion wie auch eigentuemer ab. Ihr debuet "sigo buscando las alegrias" sollte man aber trotzdem nicht gratis aus dem netz saugen, denn diese fusion aus Rock, Reggae, World, Ska, Punk wie Salsa ist tanzbar, packend und verdient respekt. Eine vereinigung von Gogol Bordello, Los Mirlos als wie Emir Kusturica & No Smoking Orchestra.

Budapest, Ungarn ist die heimat von Amber Smith, ein quartett (wie es aussieht), dasz seit dem jahre 2000 musiziert. Ihr bereits achtes album wurde schlicht "record" getauft und besticht mit gefaelligem, eingaengigen Indie-Pop wie -Rock nach Britischer art und vermengt Aztec Camera mit The Smiths und Placebo. Wie waere es mit Easy Love, ein projekt der saengerin wie songschreiberin Justine Brown, angesiedelt in Riverside, Kalifornien. War frueher mit ihrer schwester im Garage-Rock trio Scandells, danach bildeten die beiden das Indie-Pop duo Summer Twins und nun warf sie ihr zweites solo-werk "wander feeler" auf den markt. Dieses bietet flockig-lockeren Indie-Rock als wie -Pop, der an eine dreierbeziehung zwischen Sea Of Bees, Mazzy Star & Victoria Williams glauben laeszt. Jetzt Zopp, ein duo aus Nottingham, England, sie stellen sich mit ihrem gleichnamigen debuet vor, wozu dafuer im hintergrund noch weitere akteure taetig waren. Alle zusammen fertigten einen packenden, treibenden instrumental-sound mit 70er flair, der Progressive Rock, Jazz, Experimental wie Electronic bindet und bei Mike Oldfield, Camel, Vangelis, ELP oder den fruehen Genesis anklopft.

Morwan ist ein solo-konzept von Alex Ashtaui, ansaessig in Kiew, Ukraine und frueher teil der formation Pyat´shest´tri, wenn ich das richtig geschnallt habe. Fuer das mini album "morwan - zola-zemlya" fabrizierte er ein ansprechendes mittelding aus Dark Wave, Post-Punk & Folk, bei dessen durchhoeren sich acts wie She Past Away, Drangsal, The Sisterhood oder Buzz Kull aufdraengen. Als naechstes das projekt Ratpajama, aus Ceará, Brasilien. Dessen werk "sonho lúcido" ist eine verbindung von Electronic, Dark- wie Minimal-Wave. Es kommt sanft daher, wie wenn das licht bereits gedimmt worden waere und man sich in einem fiebertraum hin- & herwaelzen wuerde. Dazu noch eine staubtrockene zunge haette, jedoch keine kraft um aufzustehen. Schuld ist diese mixtur aus Lebanon Hanover, Pavillon 7B und In Trance 95. Weil jetzt bereits jede menge zahlen im kopf herumschwirren und der ohnehin brummt, hier noch 8i8, ein do-it-yourself programm des aus Quilpué, Chile stammenden Augustine. Seit vier monaten ist er da dran und hat nun mit dem album "loop machine" bereits ein zwischending aus Dark Wave und Post-Punk abgelassen. Weckt erinnerungen an Rosetta Stone, Pink Turns Blue oder Belgrado. Hier draengen sich nun noch Letters Sent Home, ein 4er aus Wolfsburg, Deutschland mit ihrer zweiten, gleichnamigen e.p. dazu. Diese ist gefuellt mit Alternative Rock, Dark Pop sowie Emo. Bei denen kommt die musik wie von einer welle getragen daher, klatscht ueber die hoerer/innen zusammen und zieht diese raus aufs meer. Dort drauszen plantschen bereits Pvris, Dream State plus Paramore.

Damu The Fudgemunk, beheimatet in Washington, D.C. ist produzent, dj als auch labelbesitzer. Fuer "moment of change" hat er sich bereits zum dritten mal mit dem rapper Raw Poetic aus Philadelphia, Pennsylvania, einst teil des duos Panacea, zusammengetan. Gemeinsam liefern sie Hip-Hop mit rhymes, beats, scratching & loops - also alles was man dazu braucht - ab. Dies aber eingaengig, funky, groovy und dann kommt das noch daher wie ein mittelding zwischen Gang Starr, Pete Rock sowie Rob Swift. Dem nicht genug, haben die beiden mittlerweile noch ihr sogenanntes Jazz projekt namens "ocean bridges" gedropt. Dafuer hatten sie sich extra mit niemand geringerem als Archie Shepp, welcher noch dazu der onkel von Raw Poetic ist, verstaerkt. Auch dabei groovt alles ordentlich und es trifft, nach eigenen angaben, Miles Davis auf Fela Kuti. Naechster kandidat, Sadam Seguya, aus Kampala, Uganda. Er trommelt bereits seit seinem siebten lebensjahr und nun, einige jahre spaeter, hat er mit seinen kumpels den dritten longplayer "zivuuma" eingespielt. Darauf zu hoeren: World-, Folk- & Experimental Music. Das sind in diesem fall tribale sounds mit trommeln aber auch xylophone oder floete. So geht naemlich Ostafrikanische tanz-musik und dabei kann man nicht im lehnstuhl herumlungern und blosz mit den zehen wackeln, dazu musz man sich gelenkig bewegen. Wechsel zur saengerin als auch songrschreiberin Ego Ella May, wohnhaft in London, England. Sie im gegensatz ging es auf ihrem zweitwerk "honey for wounds" etwas ruhiger an. Darauf vermengte sie naemlich R&B, Neo-Soul, Jazz sowie Downtempo, dazu noch ihre angenehme, interessante, beruhigende stimme und schon hat man eine musikalische zusammensetzung von Jill Scott, Morcheeba, Andra Day plus Erykah Badu. Nun zu Disease, mit basis Washington, D.C., was abermals einem ein-mann-vorhaben entspricht. In zeiten der fortschreitenden technologiesierung und dem social distancing ist dies wohl der letzte schrei. Vielleicht gerade deswegen lautet der titel seines zweiten albums "soundtrack for sad people". Letzten endes bekommt man aber eine sanfte, gefuehlvolle und eigentlich gar nicht sooo traurige arznei aus Downtempo, Electronic, Ambient & etwas Jazz, die inhaltsstoffe wie Boards Of Canada, Peace Orchestra sowie Nightmares On Wax ausweist.

Ab zu den filmen, da koennte man umgehend mit der these, dasz es eigentlich keine wirklich schlechten Stephen King verfilmungen gibt, fuer hochgezogene augenbraunen sorgen. Liegt vielleicht am grundmaterial? Andererseits, wer hat schon alle gesehen? Also beispielweise "pet semetary", das wurde erstmals 1989 von Mary Lambert abgedreht und letztes jahr kam das remake von Kevin Kölsch & Dennis Widmyer. Diese geschichte ueber einen friedhof, von dem die tiere als ausgeburten der hoelle zurueckkommen und wo dann im verlauf nochmal eins draufgesetzt wird, funktioniert, mit aenderungen, auch im zweiten aufgusz. Die story wird als bastard aus "the omen", "exorcist" sowie "frankenweenie" (nach dem original veroeffentlicht) wiedergeboren. Anderes beispiel, "1922", verfilmt von Zak Hilditch und erzaehlerisch aufgebaut wie ein gestaendnis oder eine beichte. Vater & sohn ermorden die mutter, doch die strafe laeszt verdienterweise nicht lange auf sich warten. Happy ending garantiert, wobei schluszendlich "willard", "due occhi diabolici" plus "bonnie & clyde" gruessen lassen. Weiter mit "in the tall grass", wofuer sich Vincenzo Natali wohl mit seinem dreh "cube" fuer den regiestuhl empfohlen hatte. Jedenfalls ist hierbei nun ein geschwisterpaar auf der reise und bei einer kurzen pause hoeren sie ploetzlich hilferufe aus dem hohen gras. Das schicksal nimmt natuerlich seinen boesen lauf. Spielt praktisch ausschlieszlich in einem feld und wird irgendwie in einem loop erzaehlt. Mindfuck-alarm, bei diesem wirrwarr aus "children of the corn", "anihilation" & "rosemarie´s baby". Indessen war die wiederverfilmung von "it" in 2017, genauer genommen die erste haelfte des stoffs, ein verdienter kassen-erfolg. Somit machte sich der dafuer verantwortliche, Andy Muschietti, ebenso an "it, chapter two" zu schaffen. Diesmal flieszt mehr Drama in die umsetzung ein, die oft jugendliche lockerheit ist den problemen des aelterwerdens gewichen. Rueckblenden in den zeitraum des ersten teil empfindet man als erfreulich, doch bremsen sie moeglicherweise die handlung des zweiten. Demungeachtet, ein leckeres fortune cookie aus "the thing" (1982), "the perks of being a wallflower" sowie "legion" (2010). Dann gab es noch "doctor sleep", die weiterfuehrung von "shining". Die eingebauten, gelegentlichen nachstellungen von szenen daraus plus teilweise die dazugehoerenden kulissen zeigen auf, wie genial die realisierung von Stanley Kubrick war. Doch das musz man ausblenden, man sollte "doctor sleep" als eigenstaendigen film sehen und dann wird man nicht enttaeuscht. Denn die arbeit von regisseur Mike Flanagan ist wirklich interessant, spannend, packend, gut besetzt, einfach gelungen. Der kampf gut gegen boese, mit zumeist den gehirnwindungen als waffe, wird zu einer halluzination aus "alice in wonderland", "near dark" sowie "x-men". Herr Flanagan drehte ebenso "gerald´s game" ab. Dabei wiederum quartiert sich ein paar uebers wochenende in einer abgelegenen huette ein um die beziehung wieder in schwung zu bringen. Gleich zu beginn der intimitaeten erleidet der partner jedoch eine herzattacke und bloederweise hat er vorher die partnerin ans bett gekettet. Was folgt ist ein mix aus sinnestaeuschung, vergangenheitsbewaeltigung & begegnungen der unheimlichen art. Eine stimulanz aus "misery", "lady in a cage" plus "unsane".

Genau hier ist ein prima uebergang zu "what keeps you alive", buch & regie Colin Minihan. Hier geht es ebenfalls um ein paaerchen, verkoerpert von Hannah Emily Anderson plus Brittany Allen (die zusaetzlich noch die musik produzierte), welches sein einjaehriges jubilaeum in einer abgelegenen behausung feiern will. Dort beginnt alles dann so gemaechlich, kueszchen hier & kueszchen da, mehr garderobe-wechsel als auf jedem laufsteg und ploetzlich, von einer sekunde auf die andere, wird alles auf den kopf gestellt, nimmt der streifen immer mehr fahrt auf. Ein gelungenes getuemmel aus "single white female", "funny games" und der serie "killing eve". Weiter mit "little woods", dem ersten langfilm von Nia DaCosta. Hierbei belebt eine junge frau (Tessa Thompson), obwohl ohnehin auf bewaehrung, alte geschaefte um ihrer schwester (Lily James) unter die arme zu greifen. Klar, dasz dies auf dauer nicht gut gehen kann! Eine verkettung von "winter´s bone", "pimp" sowie "frozen river". Weiter mit "jia nian hua" respektive "angels wear white" von Vivian Qu. Hier kommt ein mann hoeheren ranges mit zwei schulmaedchen (Meijun Zhou / Xinyue Jiang) in ein motel und bleibt ueber nacht. Nur die illegale aushilfs-rezeptionistin (Vicky Chen) weisz danach genaueres, die spirale beginnt sich zu drehen. Gut & interessant gemacht, ansprechende cinematographie (Benoit Dervaux) plus passender score durch Wen Zi. Eine vertuschung aus "the florida project", "away" (2016) plus "three billboards outside ebbing, missouri". Zur aufheiterung gibt es jetzt "the breaker upperers", verwirklicht von Madeleine Sami in zusammenarbeit mit Jackie Van Beek. Die beiden sind nicht nur fuer buch & regie verantwortlich, sondern spielen zusaetzlich noch die hauptrollen, in dieser dramoedie um beziehung, freundschaft, midlife-crisis, trennung. Total abgefahren, das heiszt jetzt nicht gut oder schlecht, sondern schlicht im roten bereich, da vor wie hinter der kamera komoedientalente am werk waren. Der cheesy soundtrack traegt uebrigens seinen teil dazu bei. Ein blumenstrausz gebunden mit "schlussmacher", "hitch" als auch "bridesmaids".

Am ehesten noch tragisch-komisch ist "lazzaro felice" beziehungsweise "happy as lazzaro", buch plus regie Alice Rohrwacher. Dieses Drama, abgemischt mit etwas Mistery und erzaehlt in form einer Fabel, zeigt einen anderen blick auf die welt, die rueckseite der sonne, grenzenlose ausbeutung. Wenn man hart arbeitet, doch unterm strich noch etwas schuldig ist und einem dies als fairer deal verkauft wird, dann ist man am ende der konsumkette, wie der naive & gutmuetige Lazzaro - glaubwuerdig verkoerpert vom quereinsteiger Adriano Tardiolo. Wiklich interessant und ansehlich gemacht, gute bilder von Hélène Louvart. Ein schicksal aus "la strada", "blast from the past" plus "big fish". Von der stimmung her paszt hier irgendwie "l´insulte", weiter bekannt als "the insult", von regisseur wie co-autor Ziad Doueiri, dazu. Die probleme hier sind vorurteile, verbohrtheit, voreingenommenheit sowie alte wunden. Wenn aus einem persoenlichem disput zweier maenner unterschiedlicher herkunft eine staatsaffaere wird, weil dies gruppierungen fuer sich verwenden, die medien aufspringen und die sogenannte rechtsmaschinerie an bord geht, dann gleicht dies einem sandkorn das zum sandsturm wird. Blendet man die hintergruende aus, ist es ein gerichtsaal-Drama im stil von "inherit the wind", "to kill a mockingbird" oder "the judge". Verweilen wir doch noch etwas an der grenze zwischen miteinander & gegeneinander, halten wir der gesellschaft den spiegel vor, via "el hoyo", besser bekannt als "the platform", von Galder Gaztelu-Urrutia. Spielt ausschlieszlich in einem gefaengnis, das aus untereinander angeordneten levels = zellen besteht. Ganz oben kommt taeglich essen auf die plattform, die dann runterfaehrt und immer kurz verweilt. Wuerde nun jeder wie jede nur essen was er / sie braucht beziehungsweise das ungebrauchte achten, waere womoeglich genug fuer alle da. So bleiben jenen in den untersten regionen oft nur das fleisch der zellennachbarn/-innen. Science Fiction verpackt in gleichnisse, versteckte botschaften, mitunter philosophische dialoge und dem passenden score von Aranzazu Calleja. Eine speisetafel belegt mit "brazil", "snowpiercer" und "the killing room".

Leider muszten wir uns abermals von einigen freunden/-innen verabschieden, wie den schauspielerinnen Elize Cawood, Jacqueline Scott, Becky Mullen, Olivia De Havilland, Galyn Görg und deren kollegen Charles Bukeko, Bijay Mohanty, Grant Imahara, John Saxon, Jan Skopecek, Nick Cordero, Wilford Brimley wie Maurice Roeves. Die schauspieler/in & saenger/in Haruma Miura, Annie Ross, Bernard Ladysz plus schauspieler und musiker Jope Ruonansuu. Regisseur als auch drehbuchautor Alan Parker, die Rapper FBG Duck, Malik B. - ebenso The Roots gruendungsmitglied, Denise Johnson - saengerin fuer Primal Scream, New Order, A Certain Ratio u.a., Tony Costanza - schlagzeuger fuer Machine Head, Crowbar u.s.w., Tim Smith - songwriter, saenger The Cardiacs plus diverser nebenprojekte, Peter Green - Blues gitarrist & Fleetwood Mac gruendungsmitglied.

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