Bunte Mischung
Sonntag, 12. Mai 2019

Was knallte bei mir so rein, seit der letzten abhandlung, um es jetzt nicht an monaten oder sonstigen korsetts festzunageln, es ist ohnehin ein kampf gegen windmuehlen. Da faellt mir spontan "sully" ein. Das ist ein Horror-film, doch nicht wie man gemeinhin annehmen wuerde, sondern dabei geht Charlize Theron durch die hoelle des alltags. Eine frau, der die familie ueber den kopf waechst, die hofft, es kommt von irgendwo ein rettender engel geflogen. Und was wenn? Oder, anderes thema, "juliet, naked", hat etwas von "somewhere" wie auch "eddie & the cruisers" und ist doch anders. Dabei geht es um die liebe zur musik beziehungsweise zu einem bestimmten kuenstler und die sichtweise dazu. Nach einem buch von Nick Hornby. Dieser film erinnert mich leicht an "hearts beat loud", einfach vom gefuehl her. Beide uebrigens aus 2018. Im letztgenannten werk formen vater & tochter ein bandprojekt, vor dem hintergrund des eigenen plattenladens. Ein musz fuer alle die vinyls und deren covers lieben. Schoen erzaehlt wie auch in szene gesetzt von Brett Haley und wo sieht man schon Iggy Pop´s "the idiot" neben einer compilation von Ella Fitzgerald stehen.

Generell sind filme rund um musik, oder zumindest mit einer verbindung zu dieser, derzeit haeufiger. Wenn man leute fragen wuerde, welche titel ihnen dazu passend einfallen, dann wuerde wohl knapp die haelfte "bohemian rhapsodie" erwaehnen. Diese verfilmung des werdeganges von Queen beziehungsweise der karriere von Freddie Mercury war wirkich gut gemacht, so geht musikfilm. Ramy Malek geht fast als wiedergeburt durch und auch der rest war prima gecastet. Hingegen wuerde wahrscheinlich ein nahezu gleicher anteil an personen "a star is born" anfuehren. Bradley Cooper gibt nicht nur sein regiedebuet, sondern verkoerpert auch die maennliche hauptrolle. Fuer den gegenpart hat er mit Lady Gaga die richtige wahl getroffen. Besagte produktion transferiert diesen fiktiven stoff in die jetzt-zeit, denn das ganze war 1972 bereits ein hit, in der Rock & Roll version. Damals mit Kris Kristofferson sowie Barbara Streisand vor der kamera. Aber schon davor, 1954, waren bereits James Mason und Judy Garland in den hauptrollen zu sehen. Hierbei wiederum ging es um filmstars statt musiker sowie um Oscars an stelle von Grammys. Ist somit naeher an der ersten version aus 1937, wobei Frederic March plus Janet Gaynor das kuenstlerpaar bildeten. Filmkenner taeten hier nun anmerken, dasz es einen aehnlichen handlungsstrang bereits 1932 in "what price hollywood" gab. Gut, bleiben aber immer noch ein paar rest-prozente an befragten, diese haetten moeglicherweise titel wie "django" - ueber den gitarristen Django Reinhardt, oder "nico, 1988" - betrifft den letzten lebensabschnitt der chanteuse Nico, die durch ihre zusammenarbeit mit The Velvet Underground bekannt wurde, vorzubringen. Wobei dann umstehende moeglicherweise die augenbraune hochziehen wuerden wie Mr. Spock. Trotzdem, schoen, dasz es mehr auswahl in dieser nische gibt.

Siehe auch "the greatest shwoman", eine hommage an das wirken von B.T. Barnum. Hugh Jackman zieht fuer sein herzensprojekt alle register und erinnert im auftritt etwas an seine rolle in "prestige". Man sieht beeindruckende choreographien, die aufregende optik laeszt den namen Buz Luhrman im hinterkopf aufblinken und der tolle sound hat etwas von Imagine Dragons. Dieses ding war mega erfolgreich und zieht andere projekte nach sich. Weiter zum zweiten aufgusz von "mamma mia" - "here we go again". Hat gefuehlt eine noch hoehere songdichte als der erste streich, die lieder von Abba sind definitiv die traeger dieses stueckes, mitunter hat man das gefuehl, die sprechpassagen dienen nur der ueberleitung zum naechsten sing-a-long. Nicht zu vergessen, das zombie-Musical "anna and the apocalypse". Das ist mal etwas ganz anderes. Erinnert in seiner skurrilitaet entfernt an den "little shop of horrors". Jetzt kein Musical, doch gehoert hier irgendwie dazu, diese mischung aus "hairspray" sowie "the adventures of priscilla, queen of the desert" - naemlich "dumplin´ ". Da geht es um einen beauty/talent contest und die vorbereitung darauf. So die offizielle version, denn eigentlich ist das hauptthema Dolly Parton. Anne Fletcher sasz im regiestuhl, erwaehnte Country-ikone werkte mit Linda Perry an der musik, Jennifer Aniston war nicht nur an der produktion beteiligt sondern belegte gleichfalls eine der hauptrollen und die titelfigur gab Dannielle MacDonald, sie war bereits in "patti cake$" eine wucht. Sonst noch wuensche?

In ordnung, hier is mehr - "vox lux", ein avantgarde-film ueber einen fiktiven popstar. Das ist schon ein widerspruch in sich. Gut besetzt mit Natalie Portman, Jude Law plus William Dafoe als erzaehler. Die machart erinnert mich ein biszchen an den Gus Van Sant stil, regie fuehrte jedoch Brady Corbet. Noch abgefahrener war "how to talk to girls at parties" aus 2017. Diese veroeffentlichung wurde dermaszen gebremst, bis nichts mehr davon zu sehen war. Punk meets Sc-Fi, bei dieser kuriositaet mit tollem soundtrack. Nicole Kidman verkoerpert eine mischung aus Siousie Sioux & Vivienne Westwood und um alle winkeln dieses drehs auszuloten, musz man wohl eine ordentliche nase voll klebstoff geschnueffelt haben. Dies ist aber wohl nicht jedermann´s sache. Egal, aber zu Punk musz man ebenso "her smell" anfuehren. Gewaehrt einen blick hinter den vorhang, in die intimzone sozusagen, wo es ungeschminkt zur sache geht. Intensives drama ueber eine gerade implodierende frauen-band beziehungsweise deren strauchelnde frontfrau. Beim zugucken poppen vor dem geistigen auge namen wie The Runaways, L7, Babes In Toyland, Bikini Kill, Sleater-Kinney oder gar Courtney Love auf. Grundsaetzlich koennte man hier noch "cover versions" anhaengen. Ueber eine musik-formation am scheideweg zwischen aufstieg & ungergang sowie bloederweise einer leiche im swimming pool. Die aufloesung des schlamassels erfolgt aus verschiedenen perspektiven. Zum thema weibliche kuenstlerinnen moechte ich noch den titel "becks" erwaehnen. Betrifft eine musikerin, die von ihrer liebe abserviert wird, einen neustart in der alten heimat versucht, nur um wieder in der kacke zu landen. Dasz es sich hierbei um keine komoedie handelt ist wohl klar.

Doch bevor jetzt die mentale krise um sich greift, humorvoller kam "green book" rueber. Hier lacht einem naemlich das herz, ein wuderbares Buddy-Movie mit gepflegter musikauswahl. Realisiert von Peter Farrelly, 50% der Farrelly Brothers. Mahershala Ali und Viggo Mortensen ergaenzen sich praechtig. Extremer hingegen und politisch inkorrekt bis auf die knochen war "bodied", das hat etwas von "8 mile", jedoch unter umgekehrten voraussetzungen. Dieser bezug verwundert aber nicht grosz, denn Eminem produzierte diesen spasz, welcher von Joseph Kahn abgedreht wurde. Der hat einiges an musikvideos fabriziert und das sieht man am aufregenden schnitt. Aber auch in Indien haben manche etwas fuer beats & rhymes ueber. Siehe das gelungene "gully boy". Die hauptfigur versucht mittels Hip Hop den ausweg aus der sackgasse zu finden. Wenn das nicht vertraut klingt?
Wer die musik haerter als das leben bevorzugt, ist bei "the dirt" richtig. Steht fuer the sex, the drugs, the rock & roll - and the drama. Aufstieg, fall sowie comeback der Glam-Metaller Mötley Crüe. Mehr als gut gemacht, hat alles was ein ordentliches Bio-Pic braucht. Mehr davon bitte! Jetzt noch mal eins drauf und wir sind beim True Norwegian Black Metal, den "lords of chaos", um genau zu sein. Eher nichts fuer den gepflegten familienabend vor der glotze. Basiert auf wahren ereignissen, wobei sich eine gruppe metalheads gegenseitig so lange hochgeschaukelt hatte, bis der deckel weggeflogen ist. Zentrale figuren dieser abhandlung sind der ehemalige Mayhem gitarrist Oystein "Euronymous" Aarseth sowie sein bewunderer, freund, gegenpart, konkurrent, schicksal - Kristian "Varg" Vikernes, vielen bekannt als Burzum. Zum genaueren studium gibt es ein buch, jede menge print- wie online-artikel oder auch die gelungene dokumentation "until the light takes us" aus 2008.
Das war jetzt blosz ein auszug von mehr oder weniger aktuellem material, noch mehr ist im kommen. Der "rocketman" steht bereits auf der abschuszrampe. Dieses Elton John bio-pic wird sicher interessant. Wie wohl auch das fiktive, demnaechst erscheinende "yesterday", bei dem Danny Boyle regie gefuehrt hat. Der soll uebrigends jetzt beim sich etwas zaeh entwickelnden projekt bezueglich Creation Records angedockt haben. Der zukuenftige film ueber jenes plattenlabel, wo acts wie Oasis, My Bloody Valentine, Super Furry Animals, Primal Scream...... ja fast alles, was auf der Insel rang & namen hatte, beheimatet war, verfuegt eigentlich ueber ein ordentliches budget plus gute leute an bord. So arbeitete beispieweise Irvine Welsh am skript mit und die vorlage stammt von einstigen besitzer Alan McGee. Vielleicht kommt das ganze nun endlich in schwung.

Vom label zu den tontraegern, zu Joanne Shaw Taylor. Diese frau hat definitiv den (British) Blues - im positiven sinne. Dies beweist sie abermals mit ihrem aktuellen werk "reckless heart". Die lady ist in gleicher weise ein live-ticket wert. Oder hoert mal bei Hania Rani rein. Die Polin laeszt auf dem "esja" betitelten debuet ihre finger gefuehlvoll ueber die tasten gleiten, ist mit ihrem stimmungsvollen klavierspiel fast Klassisch unterwegs. Einen ganz anderen vibe hingegen transporiteren Dunes auf ihrem zweiten output namens "lo-fi love". Dieses Duo aus Israel spielt Psychedelic-Pop/Rock, wozu man glatt am strand dahingrooven moechte. Einfach reinfallen lassen. Psychedelisch sind gleichfalls Pharlee, ein U.S.-5er, mit ihrem gleichnamigen erstwerk unterwegs. Das ganze liegt jedoch eher im bereich Hard Rock/Blues und wer die beiden Skandinavischen formationen Blues Pills oder Pristine schaetzt, wird auch damit freude haben. Letztere haben vor kurzem uebrigens ihren wirklich hoerenswerten longplayer "road back to ruin" veroeffentlicht. Jetzt nochmals Psychedelic, aber nun Doom - dargebracht von Omega Void auf ihrem erstling "to the void". Gitarre/schlagzeug droehnung aus Russland.

Kurz mal rueber nach Kanada.... nein, halt, zuerst eine zwischenlandung in Japan. M.A.Z.E., die machen Punk und ihr output "tour tape" ist eine mischung aus aelterem sowie neuem material und als begleiter zur aktuellen konzertserie gedacht. Erschien namensgerecht als kassette. Deren songs sind teilweise kuerzer als bei den Ramones und sie spielen dies mit einem tempo, als haetten sie anschlieszend noch etwas wichtiges vor. Okay, jetzt aber nach Kanada und dort treffen wir auf den vierer Minors. Deren Sludge Metal sowie Hardcore auf "abject bodies" faehrt den zuhoerern voll in die eingeweide. Die wirken sauer, angepiszt, lassen alles raus, egal was kommt. Nichts wie weg, runter in die Vereinigten Staaten, zum quintett Elizabeth Colour Wheel und ihrem debuet "necebo". Das ist Noise Rock mit Punk spirit. Dies beschreibt aber nur die spitze des eisberges, denn da hoert man soviel mehr raus. Die facettenreiche stimme der saengerin Lane Shi wird von brachialen gitarrensounds untermalt. Noch weiter runter nach Suedamerika, dort treffen wir auf Lord Divine, ein 6er aus Argentinien. Die haben mit "facing chaos" bereits ihr viertes album veroeffenlicht. Symphonic/Progressive Metal, gespielt mal schneller, dann wieder etwas langsamer. Als erklaerungshilfen koennte man Symphony X oder Dream Theater anfuehren. Jetzt aber einen ordentlichen sprung rauf nach Europa, genauer gesagt nach Belgien, zum trio My Dilligence. Die gibt es fast schon 10 jahre und sie erinnern auf "sun rose" an die Queens Of The Stone Age oder auch Clutch. Nun kurz in Frankreich vorbeigucken, dort erwartet uns Pensees Nocturnes. Begann eigentlich als ein-mann-projekt und ist nun fuer "grand guignol orchestra" auf bandstaerke angewachsen. Wer rummel, freakshow, zirkus wie auch varieté liebt, sollte hier dabei sein. Als naechstes ORSO, das ist ein fuenfer aus der Schweiz, der mit "paninoteco" kuerzlich seinen erstling ablieferte. Der titel klingt nach belegten broten und darum geht es auch. Diese servieren die eidgenossen als instrumentalen Metal beziehungsweise Postrock. Letzteres bringt uns zu Our Survival Depends On Us oder kurz O.S.D.O.U., die haben via "melting the ice in the hearts of men" besagten Postrock aber auch Doom Metal abgeliefert. Die aufnahmen fuer diese musikalische achterbahnfahrt begannen bereits 2017 und heraus kamen 4 songs mit ca. 47 minuten spielzeit. Da blickt man besser nicht auf die uhr, denn genau so viel zeit sollte man sich nehmen, um diesen opus als einheit zu erleben.
Noch ein kleines Hip Hop potpourri, da haetten wir die zusammenarbeit des MC C. Keys & Kazi, einem produzenten. Hier entdeckt man unter dem titel "keys 2 kazi" jede menge Funk, dope beats, samples, Soul, sondcollagen und das ganze riecht heftig nach Old School. Gebuendelt haben ihre kraefte ebenfalls der New Yorker MC Eto & Superior, ein producer aus Deutschland. Sie nennen das ergebnis "long story short" und es hat den richtigen vibe. Aus der nachbarschaft von MC Eto ist Flee Lord. Sein album "gets greater later" wiederum wurde von einer armada an produzenten betreut, hat jede menge gaeste vorzuweisen und klingt trotzdem wie aus einem gusz.

Live erlebt man mehr, heiszt es gelegentlich. Genau dabei waeren mir The Golden Grass unterstuetzt von Wedge untergekommen. Das war sozusagen eine Amerikanisch-Deutsche tour-gemeinschaft, die fuer wenig maeuse eine doppelte raubtiernummer bot. Ordentlicher stoff! Gehoerig was los war auch bei dieser truppe aus Oslo - The Devil & The Almighty Blues. Deren musik ist im Blues verwurzelt, wird jedoch nicht unbedingt klagend vorgebracht sondern eher bedrohlich. Wie soll man sagen - Heavy Blues, Blues Metal oder schlicht & einfach eine riffbetonte wurzelbehandlung? Die halle wurde vorab ordentlich aufgewaermt von The Great Machine, ein wilder dreier aus Tel Aviv. Das waren jetzt die beiden (konzert-) klammern, welche diese Mischung zusammenhalten. Dazwischen gab es;
Jaye Jayle, sie erinnern mich an die fruehen Bad Seeds oder gar Birthday Party, bei denen spukt irgendwie Nick Cave herum. In concert wohlgemerkt, denn manche wiederum sehen in denen eine melange aus Krautrock mit Ennio Morricone und einem schusz Angels Of Light. Was im bezug auf das studiomaterial ja stimmen mag, doch auf den buehnenbrettern kommt der harte kern zum vorschein. Wuerde man nun diesen U.S.-vierer, der ein projekt von Evan Patterson (Young Widows) ist, selbst fragen, gaebe es wohl als antwort, dasz sie ihr eigenes ding durchziehen. Am besten man macht sich somit selbst ein bild. Anders vom stil her, doch nicht minder interessant, sind The Comet Is Coming, die bringen jeden schuppen zum kochen und sind teil einer neuen welle von U.K. jazz acts, die fuer aufsehen sorgen. Namen wie Sons Of Kemet, Yazmin Lacey, [Ahmed], Nubya Garcia oder Yusseff Kamaal sollte man notieren. Laengst legenden, aber des Glam Rock, sind die Englaender Mott The Hoople. Sie finden sich hin & wieder fuer ein paar konzerte zusammen und wenn man die moeglichkeit hat eines davon zu sehen, sollte man diese unbedingt ergreifen. Hatten hinter sich eine souveraene fuenf-koepfige begleitband, die ihnen ordentlich dampf machte. Im vorprogramm werkten deren landsmaenner Tax The Heat, die sollte man sich naeher ansehen. Aus der hauptstadt London wiederum kommen Mumford & Sons. Wer bei denen nicht gleich bei den ersten konzerten dabei war, hat ein problem, denn die hallen werden immer groeszer und die tickets immer weniger. Trotzdem sollte man deren leidenschaftliche konzert-performence erlebt haben. Diesmal unterstuetzt von den vielversprechenden Australiern Gang Of Youths. Hingegen lange genug im geschaeft und noch kein biszchen muede sind Hall & Oates. Dieses duo hat jede menge hits im koecher und brennt damit wahrlich ein jukebox-feuerwerk ab, welches einfach mitreiszt. Als passenden support hatten sie K.T. Turnstall dabei. Abschlieszend seien noch die auftritte von Twerdy erwaehnt, die singt immer so schoen, macht eine art Folk-Pop und erinnert an Dillon, Ane Brun oder Sóley.

Samstag, 13. April 2019

Mischung No. 1

Also, was war mein entertainment-input im Maerz 2019, welches zeug blieb positiv haengen? Beginnen wir mit filmen und hierbei eroberten die "widows" aus 2018 mein herz. Wirklich toll gemacht von Steve McQueen in zusammenarbeit mit Gillan Flynn. Dieser streifen basiert auf einer Tv-serie der 80er , wovon es bald danach eine zweite staffel gab. Hier wie dort geht es hauptsaechlich darum, dasz eine gruppe frauen einen raub plant als auch ausfuehrt. Jenes szenario gab es uebrigens letztes jahr (zumindest) ein weiteres mal und zwar in form des amuesanten "oceans8", diesen "oceans" ableger. Doch "widows" ist ernster, direkter, haerter und hat im gegenzug einen hauch von "heat" vorzuweisen. Dieser heist-klassiker hat auch 2019 nichts von seiner strahlkraft verloren. Siehe zur bestaetigung unbedingt "den of thieves" (2018). Der war so knapp am Michael Mann film dran, dasz man mitunter meinte, es waere ein remake. Zur ablenkung gab es jedoch eine prise "the usual suspects" als beigabe. Aber noch ein kleines "widows"-detail am rande; Hauptdarstellerin Viola Davis zieht im film mit einem terrier um die haeuser, dieser soll angeblich ebenso in "game night" mitgewirkt haben. Oder war einer davon, denn an movie-sets sind ja oft mehrere tiere fuer verschiedene szenen praesent. Der eine sitzt geduldiger, ein anderer bellt besser und der dritte pinkelt moeglicherweise genauer ans bein. So oder so war letztgenannter wohl einer der lustigsten filme aus 2018. Wenn man jetzt noch lustig + game + 2018 zusammenzaehlt, dann kommt unter dem strich "tag" raus. Das ist ganz weit drauszen, ohne tabus. Leute die nie erwachsen werden und im besten alter noch fangen spielen - unglaublich, beruht jedoch auf einer wahren geschichte. Gepflegte musikzusammenstellung rundet die sache ab.

Weiters, abermals vom letzten jahr, jedoch ganz anders - "puzzle. Das ist eine nette geschichte, gefuehlvoll in szene gesetzt von Marc Turtletaub. Kelly Macdonald ueberzeugt in der hauptrolle und die passende musik kommt von Dustin O´ Halloran. Ist jetzt aber nicht unbedingt eine klassische rom-com, sondern hat eher etwas von einem befreiungsschlag der hauptfigur. Erinnert leicht an "silver linings playbook", laeuft jedoch gemaechlicher ab und basiert auf der 2009er argentinisch-franzoesischen co-produktion "rompecabezas", welche Natalia Smirnoff im regiestuhl hatte.
Dann war da noch "under the silver lake", das ist vielleicht abgefahren. Kommt daher wie ein "alice in wonderland" fuer slackers. Alice waere in dem fall Andrew Garfield, der einer jungen frau, verkoerpert von Riley Keough, hinterherjagt und dabei unglaubliches erlebt. Am besten einfach reinfallen lassen in diesen bilderreichen trip von David Robert Mitchell, der zusaezlich einige filmreferenzen eingebaut hat. Als musikalische gaeste mit an bord sind uebrigens die Silversun Pickups.
Endlich bei mir aufgetaucht ist der "blackkklansman", abgedreht von Spike Lee. In der titelrolle John David Washington, sohn von Denzel, der ja als kind schon mit seinem vater in der "malcolm x" biografie des (regie-) meisters zu sehen war. Das ganze beruht auf wahren ereignissen, ist wirkich gut gemacht und obwohl ein ernstes thema, amuesant erzaehlt. Harry Belafonte hat einen gastauftritt und der soundtrack ist fein sortiert.

Gute musikauswahl bietet gleichfalls "doom patrol". Diese serie entstammt dem DC-universum und wirkt wie eine melange aus "x-men" und "guardians of the galaxy", jedoch deftiger dargeboten und mit loser-typen marke "watchmen" bestueckt. Jetzt werden die comic-nerds berechtigterweise darauf hinweisen, dasz "doom patrol" hiervon als erstes am markt war. Wie auch immer, die zugpferde sind Timothy Dalton plus Brendan Fraser. Begleitend dazu gibt es gelegentlich launische kommentare aus dem off und die gelungene title sequence erinnert mich glatt an "mindhunter" beziehungsweise funktioniert mehr oder weniger aehnlich wie "westworld" oder gar "got". Entweder entsprang dies alles der selben quelle oder man macht das nun so? Egal, mein lieblings-charakter ist jedenfalls Diane Guerrero als Crazy Jane. Die ist punk, die ist kick-ass und nicht nur sie fraegt sich; "What the fuck is the Doom Patrol?" Also, einfach mal reingucken bei denen.
Von dort ist es dann gar nicht so weit zu "the umbrella academy", ebenfalls von 2019 und diesmal aus dem Dark Horse stall. Auch hier hausen verschiedene mutanten respektive besonders befaehigte leute quasi unter einem dach und versuchen die welt zu retten oder was gerade ansteht. Obwohl sie eher als freaks geaechtet werden. Das ganze kommt etwas ernster, duesterer daher als obengenanntes, doch ist es auf der anderen seite ebenso ziemlich schraeg und die musikauswahl braucht sich gleichfalls nicht verstecken. Eben durch & durch gut gemacht. Ellen Page fuehrt die namensliste an, womit wir wieder bei einer kleinen verbindung waeren, da sie bereits bei den "x-men" in person von Kitty Ryder/Shadowcat herumturnte. Aus der musikbranche ist Mary J. Blige im aufgebot und die geschichte wurde von Gerard Way kreiert, der einst den frontmann bei My Chemical Romance gab, welche wiederum mit einem gelungenen Dylan - cover am "watchmen"-ost vertreten war. Haengt alles irgendwie an ein und demselben schnuerchen. An diesem schwingt man sich nun am besten rueber zur "deadly class". Da heiszt es dann aber anschnallen, denn man ist im naechsten extrem. Hier ebenso eine gruppe auszenseiter, diesmal in einer akademie, wo sie auf attentaeter gedrillt werden. Unglaublich abgedreht, tolle musik, Henry Rollins mischt mit und all dies beruht auf einer Image Comics reihe. Wow!

Aber wechseln wir die sparte; Live & loud kamen The Lazys aus Australien daher. Wem beispielweise Airbourne zusagt, der oder die sollte sich mal ein ohr voll genehmigen. Ebenso bei mir vorbeigereist - Spidergawd aus Norwegen. Sie begannen einst als Motorpsycho-ableger, ziehen mitterweile aber ihr ding konsequent durch. Wurden von den Finnen Thulsa Doom ordentlich supported.
Die Dave Matthews Band, bereits 1991 gegruendet, ist gleichfalls ein ticket wert. Die truppe praesentierte unter dem motto - an evning with.... - zweieinhalb stunden jam-rock. Noch laenger im geschaeft ist Ural Thomas, der von The Pain bestens begleitet wird. Thomas begann bei der vocal-truppe Monterays und machte solo auch mal den anheizer fuer kuenstler wie Otis Redding oder James Brown. Abgesehen davon war da noch der ex-Squeeze keyboarder und numehrige tv-presenter Jools Holland, welcher sich gerne gaeste einlaedt - in jeder hinsicht. So hat er beispielweise ein album mit Ruby Turner gemacht, letztes jahr kam Jose Feliciano vorbei und nun war Marc Almond an der reihe. Genau dieses werk wurde von beiden, mit weiteren gastmusikern, erfolgreich live praesentiert.
Bleibt noch Frank Carter, ehemals saenger bei Gallows, dann bei Pure Love, mittlerweile im bunde mit The Rattlesnakes. Der ist definitiv aus buehnenholz geschnitzt, verwandelt jede auftritts-lokalitaet in ein tollhaus. Das vorprogramm wurde von The Pearl Harts bestritten. Dieses Londoner gitarre-schlagzeug-duo, mit klassischen 70er vibe, war kuerzlich noch auf eigene faust in sache "glitter and spit" unterwegs und praesentierte sich hier nun einem groeszeren publikum.

Duo, das ist nun eine gute ueberleitung zu den langen scheiben im generellen wie auch Royal Trux im speziellen. Gegruendet 1987 spielten die beiden anfangs ihre alben im alleingang ein, um sich spaeter, fuer weitere werke, mit einer rhythmus-sektion zu verstaerken. Nach langer pause wurde nun "white stuff" auf den markt gebracht und dafuer brauchen sie sich definitiv nicht zu schaemen. Nicht ganz so lange dauerte die wartezeit bei Ex Hex, dieses U.s.-trio lieferte nun das rockige "it´s real" ab. Prima hinzufuegen kann man hier noch deren landsleute Leggy, ebenfalls ein dreier, der mit "let me know your moon" einen ansprechenden erstling ablieferte.
Post Punk, praezieser Dark Wave, ist wieder angesagt - zumindest in den Staaten. Von dort kommen Dead Swords mit "enders" oder Ritual Howls. Letztgenannte brachten bereits ihren vierten longplayer in form von "rendered armor" heraus. Von Berlin aus mischen Diat (Diät), mittels "positive disintegration", international mit. Jetzt musz ich hier noch A. A. Williams reinquetschen, die erzeugt mit ihrem mini-debuet eine atmosphaere, wovon man mehr hoeren moechte. Oder Louise Lemon (Lemón) und ihr "a broken heart is an open heart". Der zweite wurf dieser Schwedin klingt fuer mich wie eine art dark soul, doch sie nennt es death gospel. In jedem falle hoerenswert. Nun zu Nathan Gray, der war / ist saenger von Boy Sets Fire, hatte nebenprojekte wie I Am Hersey, The Casting Out sowie The New Recruits und fabriziert nun auf "feral hymns" eine art lagerfeuer-punk. Jetzt geht hier aber noch Ela Orleans. Sie wurde in Polen geboren, lebt & werkt nunmehr in Glasgow und hat mit "movies for ears" eine wirklich interessante retrospektive zusammengestellt. Mitunter erinnert sie an die legendaere Nico. Am besten sebst ueberzeugen.
Bodikhuu wiederum ist ein musik-produzent aus der Mongolei, mit vorlieben fuer hip hop sowie brasilianische rhythmen. Seine zusammenstellung "rio/bodianova" (ehemals zwei extended plays) musz man gehoert haben. Wie Yughn Blakrok, sie stammt aus Suedafrika. Ihr zweitwerk ist "anina mysterium" betitelt, geht total ins ohr und erinnert etwas an DJ Shadow, die Fugees oder Neneh Cherry. Was will man mehr? Zusaetzlich hat sie noch eine superhero-connection, war naemlich auf der gelungenen auswahl zu "black panther". Weiter zu Dominque Fils-Aime, kommt aus Kanada und ihr werk heiszt "stay tuned!". Dieses motto ist pflicht, denn hier kommt noch der tuareg-musiker Mdou Moctar aus Niger mit seinem tollen "ilana: the creator". Weil dies gerade so ein mixed bag oder, zum rahmen passend, eine bunte mischung ist, sollte man ebenso Fatamorgana aus Spanien erwaehnen. Die beiden lassen mit "terra alta" den synth-pop der 80er auerstehen und erinnern an acts wie Visage, Human League oder Yazoo. Abgerundet wird dieser absatz nun mit einem schusz wahnsinn in form von Nuvoloscuro und ihrem gleichnamigen output. Die sind, laut experten, so eine art von screamo-all-stars. Moment, fast haette ich auf den vierer Subversive Rite vergessen. "Songs for the end times" ist ein beinhartes, knueppeldickes hardcore-punk gewitter. Bitte den regenschutz nicht vergessen - oder gleich etwas bei der "umbrella academy" ausborgen.

Damit wurde sogleich die laute runde eingelaeutet und diese bringt uns beispielweise die volle droehnung in form der debuetanten Ithaka mit "the language of injury". Dazu gesellen sich Downfall Of Gaia aus Deutschland mit ihrem epischen, unzufriedenheit & gier thematisierenden "ethic of radical finitude". Post-rock, der wie ein riesiger stein auf die hoererschaft zurollt, fabrizieren die Brasilianer Labirinto mittels "divino afflante spiritu". Auch mit ihrem 14ten werk "distance over time" koennen die amerikanischen progressive metal legenden Dream Theater noch ueberzeugen. Jinjer aus der Ukraine sind immerhin bereits seit 10 jahren aktiv und lieferten kuerzlich ihre aktuelle e.p. "micro" ab. Wogegen sich Traveler mit ihrem gleichnamigen longplayer erstmalig vorstellen. Dabei ueberzeugt der kanadische 5er mit klassischem metal, der durchaus an Judas Priest, The Rods oder Iron Maiden erinnert. Weiter so!
Traurigerweise fuer immer verabschiedet haben sich kuerzlich der einmalige Scott Walker, der stille Mark Hollis, der wilde Keith Flint, der flinke Dick Dale, gitarrist Bernie Torme sowie bassist Stephan Ellis. Fuer Luke Perry fiel leider gleichfalls der letzte vorhang.

Sonntag, 7. April 2019

Willkommen, Bienvenue, Welcome............

Hier, unter *Bunte Mischung* wird demnaechst leicht gebloggt. Man koennte ebenso ueberschaubarer Output dazu sagen. Soll jedenfalls eine Art persoenliche, monatliche Abrechnung in punkto Entertainment werden. Also was kam bei mir so durch im laufe des jeweiligen Monats bezueglich Film, Musik, Konzerte, eventuell mal eine Serienstaffel fuer zwischendurch oder sonstiges Zeugs.
Aber jetzt nicht Marke "neuster oder gar heiszester Scheisz" und schon gar nicht im Sinne von "hier abgehandelt bevor ueberhaupt veroeffentlicht", sondern eher ein Fall von "letzter Aufruf". Hier liest man also nicht vor allen anderen darueber, sondern eher wenn es niemanden mehr juckt.

Aber was erklaere ich hier lang & breit, am besten selber mal reinlesen. In diesem Sinne gibt es hier demnaechst den ersten, etwas verspaeteten wurf. Viel Vergnuegen!

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