Bunte Mischung
Sonntag, 20. Dezember 2020

Mischung No. 17

Wir starten durch mit Moth, ein projekt des schlagzeugers Darcy Berry, beheimatet in Melbourne, Australien. Die zweite e.p. in dieser sache heiszt "modern madness" und feiert den Post-Punk ab. Dieser laeuft bei ihm monoton, unterkuehlt, roboterartig durch, wechselt von kantig auf ungezuegelt und wieder retour. Klingt wie ein aufmarsch von Devo, Mission Of Burma sowie Lost Sounds. Um die andere ecke kommen Liiek, ein trio aus Berlin, Deutschland, mit ihrer ersten, gleichnamigen langrille. Sie wiedeum liefern ein Post-Punk / New Wave gemisch ab, welches frostig, zackig, minimalistisch, abgehackt, schlicht packend daherkommt. Die spielen unbefangen drauf los und wuerfeln sich etwas im sinne von Gang Of Four, Radio 4 sowie Delta 5 zusammen. Weniger zackig oder monoton sondern eher geradeheraus, brachial, fast anarchisch geben sich Futuro, ein vierer, der in Sao Paulo, Brasilien sein unwesen treibt. Auf "os segredos do espaco e tempo", dem dritten grosz-vinyl, liefern die ein gemangsel aus Punk Rock, Psychedelic, Garage Rock dazu noch Anarcho Punk ab. Dieses programm gibt es inklusive einer The Dovers, eine 60er U.S. band, cover-version. In summe kommt die scheibe wild, ungestuem, kompromiszlos daher und man koennte meinen, hier machen Parte Cinza, Nina Hagen Band, Anti-Corpos sowie X-Ray Spex gemeinsam krawall.

Warschau, Polen ist die heimat von Moron´s Morons, ein seit 2015 aktives quartett, welches heuer seinen erstling "looking for danger" unter die leute schmisz. Damit bringen die jede menge druck aufs vinyl, spielen ihr programm runter wie vom affen gebissen und lassen erst nach, wenn die nadel aus der rille springt. Deren radau ist ein chaos aus Punk Rock, Rock & Roll wie auch Garage Rock und klingt als wuerden die Dead Boys, Cosmic Psychos, Motörhead und The Germs gemeinsam in einer huepfburg abfeiern. Das waere wohl gleichfalls etwas fuer Blackup, ebenso zu viert, springen die wie aufgeloest von Ghent, Belgien rueber und haben dabei ihr zweites werk "club dorothee" unterm arm. Dieses vermittelt das gefuehl, als wuerde man bei jeder ampel mit vollgas wegfahren, die lassen sozusagen bei jedem song die reifen quietschen. Okay, bei einer nummer haben sie sich kurz verschalten, die hat etwas weniger abrieb, paszt jedoch trotzdem, keine frage. Kurzum fahren die mit einem ruppigen gemisch aus Garage Rock, Rock & Roll plus Punk Rock ab. Eine rakete, zusammengebaut aus teilen von den Wipers, Cellophane Suckers sowie Rocket From The Crypt. Somit koennten sie ja mit The Mings, die vertreten Eindhoven, Holland, um die wette rasen. Dieses internationale trio (Niederlande, England, Brasilien) meint zwar auf ihrem zweiten wurf "can´t win", doch ich denke die bluffen blosz. Denn dies ding hat definitiv schwung, drive & tempo, ist zusammengeflickt aus Garage-, Surf- wie Punk-Rock sowie zusaetzlich noch verziert mit etwas Blues. Wie eine gemeinsame spritztour von The Monsters, The Sonics, The Courettes, The Trashmen samt The Jackets.

Kurz mal etwas vom gas mit den Pillow Queens, ein 4er aus Dublin, Irland, der seit 2016 aktiv ist und mittlerweile seinen erstling "in waiting" fabriziert hat. Der steht fuer warten auf eine bessere welt, auf ein besseres miteinander - am besten mit einfuehlsamen, emotionalem, eingaengigen Indie-Rock wie -Pop. Hat etwas von einer gemeinschaftlichen, sanften kissenschlacht von Girl In Red mit Porridge Radio, My Ugly Clementine und The Mysterines. Noch ein debuet, dieses wurde "fuze" genannt und kommt von Soumbalgwang, ansaessig in Busan, Sued-Korea. Sie sind ebenfalls zu viert und auch seit 2016 am werken, jedoch wilder in der darbietung. Ziehen live gerne mal eine Punk cover-show ab, doch demungeachtet bietet ihr eigenmaterial ohnehin ordentlich abwechslung. Laut, leise, sanft, hart, wild oder ruhig. Anders ausgedrueckt; Alternative Rock, Post-Punk, Noise Rock, Indie-Rock wie -Pop. Als wuerde man Pixies, Sonic Youth + The Smiths gemeinsam durch den verstaerker jagen. The Wytches aus Peterborough, England hingegen sind aktuell zu dritt und ihr dritter longplayer wurde "three mile ditch" betitelt. Drei als magische zahl, zusaetzlich geben auch sie der geneigten hoererschaft kalt-warm. Gemaeszigte passagen werden von saegenden gitarren abgeloest, ruhiger gesang weicht agressivem. Das ganze pendelt zwischen entspannt & panisch, manisch agressiv und wieder relaxed. Man koennte meinen, es handelt sich um einen bad trip, da hat jemand Alternative-, Psychedelic-, Noise-, Surf- sowie Indie-Rock konzentriert eingeworfen und dann sind klaenge von Bright Eyes, The Crooked Canes, The Black Angels nebst Temples wie bei einem kaleidoskop ineinander verschmolzen.

Jelene Ciric, diese saengerin wie songschreiberin ist ziemlich herumgekommen. Geboren in Negotin, Serbien, aufgewachsen in Kanada, studierte musik in Spanien, verbrachte angeblich einige zeit in Mexiko und ist schluszendlich in Reykjavik, Island gelandet. Von dort schickt sie uns, statt einer postkarte, ihre zweite e.p. namens "shelters one" mit besten grueszen. Diese wirken sanft, gefuehlvoll, klar, intim, sind eine zusammenfuegung von Folk mit Indie Pop und hoeren sich an wie ein zwischending aus Regina Spektor, Laura Marling, Agnes Obel & die fruehe Joni Mitchell. Nun nach Ljubljana, Slowenien, weil genau von dort kommt Morvern, ein singer/songwriter, der sich selbst als troubadour sieht und nicht mit seinen veroeffentlichungen spart. Nach dem do-it-yourself prinzip haut er raus, was das netz vertraegt. Seine bislang letzte e.p. traegt den titel "anemoia", vermengt Indie Pop mit Lo-Fi, vermittelt ein entspanntes laid-back feeling und eignet sich bestens fuer einen losgeloesten nachmittag. Als wuerde Richard Hawley gemeinsam mit The Divine Comedy sowie The High Llamas eine kanne tee aufsetzen. Vielleicht kommt ja auch Magnolian auf eine tasse vorbei. Heiszt eigentlich Bayasgalan Dulguun, ist ein seit 2015 aktiver singer/songwriter, beheimatet in Ulaanbaatar, Mongolei und sein premieren-werk nennt sich "slow burn". Da kann man sich dann vielleicht gleich vorstellen, dasz es sich dabei um ein kleines, wohliges feuer aus Indie-Folk, Lo-Fi plus Indie-Pop handeln koennte. Tut es auch und vor dem geistigen auge sitzen Rodriguez, Michael Kiwanuka, Elliot Smith samt A. S. Fanning drumherum. Ploetzlich taucht noch Anjimile aus Boston, Massachusetts auf und hat "giver taker" dabei. Ein stimmungsvolles, spirituelles, gefuehlvolles erstwerk, welches Folk, Indie-Pop, World, Ambient mit Soul verknuepft und dabei irgendwie Sufjan Stevens mit Passenger und Benjamin Clementine verbindet - und das ist moeglich, also nicht verpassen!

Alain Johannes ist aeuszerst umtriebig, soviel sei erwaehnt. Geboren in Santiago De Chile, Chile, lebt er jedoch schon laenger in Los Angeles, Kalifornien, ist multiinstrumentalist, singer & songwriter sowie zusaetzlich noch produzent. Seine ausgiebige karriere ist eng mit mitgliedern (einst & jetzt) der RHCP verbunden sowie auch den meisten projekten, welche mit Josh Homme assoziiert werden. War in bands wie Anthyme, Eleven oder Spinnerette, arbeitete mit acts wie Puscifer, No Doubt, Mondo Generator, Chris Cornell, Arctic Monkeys u.s.w. und hat mit "hum" inzwischen seine dritte solo-lp (eine davon als trio) am markt. Der sound darauf setzt sich aus Alternative Rock, Grunge + Blues zusammen und die grundstimmung ist, laut eigenen angaben, von krankheit & verlust gepraegt. Das klingt dann als wuerde jemand mit einer gitarre auf der terasse sitzen und tief in sich gehen, da ja zeit keine rolle spielt, wenn man ueber das weite land blickt. Ueberdies hat vielleicht einer der nachbarn zufaellig gleichfalls ein instrument drauszen und stimmt mit ein. Waere dann als haetten sich Mark Lanegan, Bert Jansch wie auch Duke Garwood irgendwo in den huegeln getroffen und kollektiv losmusiziert. Genug getraeumt, weiter mit Wang Wen, ein sextett, anzutreffen in Dalian, China, das schon seit 1999 am musizieren ist und darum mittlerweile sein 11. album "100.000 whys" veroeffentlicht hat. Besagtes stueck unterhaelt mit groesztenteils instrumentalem, entspannten, eingaengigen Post-Rock, der ideal erscheint, wenn man mit dem zug lange, endlose strecken abfaehrt und die landschaft an einem vorbeizieht. Als einfluesse gibt die truppe Mogwai, Mono, Tortoise, Explosions In The Sky, Godspeed You Black Emporer aber auch Polvo oder Red Red Meat an.

Cinema UltraSonido ist eigentlich ein 3er mit adresse Lima, Peru, doch die e.p. "el rock n´ roll es el único camino" hat frontmann Erich Allende waehrend des lockdown in seinem heimstudio im alleingang eingespielt. Jedenfalls ist das teil erdig, sandig, dreckig plus bodenstaendig ausgefallen, ein balg aus Hard Rock, Rock & Roll, Grunge plus Blues Rock, bei dem scheinbar The Hellacopters, Dr. Feelgood als wie ZZ Top pate gestanden sind. Nachgelegt wird mit A Broken Design, das sind vier typen, die in Valletta, Malta abhaengen und ihren ersten abschlag "another day in hell" genannt haben. Die mitglieder sind erprobt, haben mit studio- sowie session-arbeit erfahrung gesammelt, dies schlaegt sich in einem voll fetten sound nieder und die gute produktion tut ein uebriges. Dieses gemenge aus Hard- plus Stoner-Rock, Heavy Metal dazu noch Grunge faehrt ein, wie wenn man in den stromkreis kommt. Eine stromquele aus Black Label Society, Kyuss dazu noch Alice In Chains. Der naechste vierer waere Roadwolf, die streunen seit 2013 durch die gegend und ihr debuet nennen sie nun "unchain the wolf". Dabei stellt sich heraus, er ist mittlerweile nicht nur los sondern beiszt & brennt auch. Weil die naemlich klassischen Heavy Metal fertigen, der nach den 80ern klingt, nach leder, nieten, armbaender, hautengen hosen, in die hoehe gestreckten faeusten und verschuettetem bier. Genau bei so etwas hat die luftgitarre wieder saison, bei einem bastard aus Judas Priest, Saxon und W.A.S.P..

Der dreier Völur entstammt Kanada´s Toronto und der dritte output von denen nennt sich "death cult". Dafuer wurde hoerbar ein auf & ab der gefuehle und emotionen vertont. Melancholie, wut, verzweiflung, hoffnungslosigkeit spielen eine rolle, in diesem drama aus Folk, Metal, Ambient, Klassik, Jazz als auch Experimental, bei dem Below The Sun, The Hu, Downfall Of Gaia oder Apocalyptica als ausloeser gelten koennten. Aehnlich spannendes lieferten Névoa, ein duo beheimatet in Porto, Portugal, mit dem dritten output "towards belief" ab. Das ist eine aufregende, originelle, beeindruckende reise vom ersten bis zum lezten track, musz man einfach in einem durchhoeren, kann man nicht filetieren, diesen zirkus aus Metal, Jazz, Rock, Psychedelic wie Experimental. Eine wundertuete aus der Oranssi Pazuzu, Wolves in The Throne Room, White Ward, Zappa & The Mothers und Tool rausgucken. Noch ein zweier und zwar BlackLab, aktiv seit 2012. Besagter name kombiniert angeblich Black Sabbath mit Stereolab, Osaka, Japan ist in jedem fall deren heimat und das zweitwerk nennen sie bewuszt "abyss". Was soll man noch sagen, zu diesem vorgeblich in drei tagen eingespieltem konglomerat aus Doom Metal, Shoegaze, Noise Rock, Stoner Metal & Hardcore? Also die vocals pendeln zwischen sanftem erwachen und exorzismus, weiters paart sich die volle breitseite an verzerrten, schweren, traegen riffs mit kompromiszlosem schlagzeugspiel und zusaetzlich hat man mitunter das gefuehl, eine propellermaschine rollt einem durchs wohnzimmer. Ein durcheinander aus Black Tomb, Acid King, Electric Wizard sowie den fruehen Hole.

Offermose heiszt eigentlich Anders Nydam und seine computer stehen irgendwo in Daenemark. Sein zweiter longplayer wurde "stilhedens tarn" betitelt, ist bis auf einige samples instrumental gehalten und kommt atmosphaerisch, gedaempft, dunkel, teils sogar maechtig rueber. Wenn man die augen schlieszt sieht man grosze wolken, riesige berge und tiefe ozeane. Diese werden beschallt mit Cosmic Music, Ambient, New Age, Dark- sowie Synth-Wave und es ziehen namen vorbei wie Midnight Odyssey, Peter Baumann oder Edgar Froese beziehungsweise Tangerine Dream. Weitergeklickt zu D o w n s t a t e aus Groenland, genaueres ist nicht bekannt. Diese Electronic artists wollen alle so anonym wie moeglich bleiben, maximal ein paar toene hier, mal kurz gehackt da und drueber mit einem sample. Alles andere bleibt im dunkeln. Nichtsdestotrotz hat dieses vorhaben bereits 3 alben, 2 compilations aus dem archiv und nun diese "icouldstilltastesick" e.p. vorzuweisen. Hierauf wird eine mixtur von Electronic, Ambient als wie Experimental geboten, also beats & loops, welche eine stimmung vermitteln, als wuerde man ueber das ewige eis tapsen und locker so weit sehen koennen wie das auge reicht. Wenn man dann runtersieht, auf die eisflaeche, dann merkt man, das da namen eingeritzt wurden, man entziffert beispielweise Autechre, Lorn, Plaid oder Boards Of Canada - oder so aehnlich.. Jetzt rutschen wir aber rueber zu Househead Samira, sie ist djane wie produzentin, urspruenglich beheimatet in Sousse, Tunesien, operiert inzwischen jedoch von Paris, Frankreich aus. Ihre debuet e.p. nannte sie "radio safia" und diese ist ein mix aus House Music, Funk als auch Disco - mit ordentlich dampf in der rille. Dazu moechte man gehoerig abtanzen oder ein workout hinlegen, sodasz die gelenke gluehen. Je nach entscheidung draengeln sich am dancefloor oder auf der gymnastik-matte Basement Jaxx, Todd Terry und Armand Van Helden.

Die mulitinstrumentalistin, produzentin, saengerin wie songschreiberin Georgia Ann Muldrow residiert nicht nur in Los Angeles, Kalifornien sondern hat dazu unter dem pseudonym Jyoti bereits das dritte album - "mama, you can bet!" - unter die gemeinde gebracht. Es ist teilweise instrumental, definitiv abwechslungsreich, interessant, experimentell, beinhaltet 2 aufgepeppte kompositionen von Charles Mingus sowie eine vielfalt aus Jazz, Hip-Hop, Funk, Soul plus R&B. Infolgedessen gleicht das ergebnis einem zusammenschlusz von Alice Coltrane, Ntjam Rosie, Björk sowie Nubya Garcia. Dua Saleh hingegen ist rapperin, songschreiberin, aktivistin als wie theater-schauspielerin. Geboren im Sudan, Afrika, studierte sie in Augsburg, Deutschland und lebt nun in Saint Paul, Minnesota. Ihre zweite e.p. hat sie "rosetta", zu ehren der Rock & Roll pionierin Sister Rosetta Tharpe, genannt. Das produkt ist jedoch bestueckt mit einer vermengung von Hip-Hop, Electronic, R&B, Soul, Experimental als auch Indie-Pop und kommt abwechslungsreich, bunt, stimmungsvoll sowie spannend daher. Ein mosaik mit teilen von Arlo Parks, MorMor samt Dizzy Fae. Abschlieszend zu Caro Lyne, sie erblickte in Bahia Blanca, Argentinien das licht der welt und wanderte spaeter nach Mexico City, Mexiko weiter. Ihre erste e.p. traegt den titel "fuera de orden", wobei die darbietung eindringlich ist, ins ohr geht, einen gewissen slow-groove hat und sich aus Neo-Soul, R&B, Hip-Hop als auch Latin zusammensetzt. Vereinigt Samantha Barrón, Billie Ellish & Bebel Gilberto.

Noch ein kurzer abstecher zum filmvergnuegen, beginnend mit "beoning" oder "burning", wie es international hiesz. Das ist eine kreuzung aus Drama, Mystery sowie Psycho-Thriller, wobei ein unorganisierter jugendlicher (Yoo Ah-In) eine ehemalige freundin aus der nachbarschaft (Jong-seo Jun) unerwartet trifft, um ueber sie in weiterer folge einen mysterioesen, wohlhabenden, jungen mann (Steven Yeun) kennenzulernen. Man unternimmt einiges gemeinsam, doch irgendwie driftet das ganze dann wieder auseinander, ehe es danach neben der bisheringen spur zu laufen beginnt. Klingt geheimnisvoll - ist es auch. Regisseur & co-drehbuchautor Chang-Dong Lee, der sich hier zeit nahm fuer charakter-studien sowie fuers umfeld, verfilmte mit cinematograf Hong Kyung-pyo eine bildstarke suche nach wert & bedeutung des lebens, thematisierte einsamkeit neben traeume, eifersucht und vor allem ziellosigkeit. Simpel ausgedrueckt handelt es sich hierbei um einen Arthouse-mindfuck, fuer den man ordentlich sitzfleisch benoetigt. Ein mysterium zwischen "the great gatsby", "plein soleil", "jules et jim" oder "american psycho". Julia Hart wiederum fuehrte regie bei "fast color" und schrieb zusaetzlich am skript mit. Ein Sci-Fi-Drama ueber mutter (Lorraine Toussaint), tochter (Gugu Mbatha-Raw) plus tochter der tochter (Saniyya Sidney), die alle drei, ueber generationen hinweg, uebernatuerliche faehigkeiten besitzen und deswegen von den behoerden gejagt werden, weil die doch glatt hinter ihrer geheimnis kommen wollen. Soll angeblich eine serie werden, ist hier jedenfalls ein bunter mix aus "the girl with all the gifts", "wildling", "little woods", "midnight special", "x-men" plus ein hauch von "the matrix".

"Terminal", regie & drehbuch Vaughn Stein, ist eine bizarre, komplexe, stilvolle, abgefahrene kreuzung aus Neo Noir & Science Fiction, die vor allem von einer 80er neon-optik sowie der gepflegten cinematographie von Christopher Ross lebt. Warum? Weil die handlung der aufmachung leider hinterherhinkt. Darum darf man sich dabei eben nicht grosz den kopf zerbrechen sondern sollte sich einfach reinfallen lassen, ins rabbit hole. Das ganze spielt praktisch in einer nacht, wobei Margot Robbie den doppelten rache-engel gibt. Eine vendetta aus "femme fatale", "subway" wie auch "blade runner". Wer es lieber dystopisch, klaustrophobisch bevorzugt, der oder dem sei "captive state", realisiert von Rupert Wyatt, der gleichfalls als co-autor agierte, empfohlen. Jedoch sollten personen, denen die derzeitige situation mit isolationen, lockdowns, ausgangssperren etc. psychisch nahe geht, davon abstand nehmen. Jedenfalls haben hier auszerirdische das kommando uebernommen, kollaborateuere halten alles am laufen - fuer ein privilegiertes leben, schauplatz ist Chicago, Illinois. Es gibt abzaeunungen, zonen, einschraenkungen, ueberwachung und den widerstand im untergrund. Die bedrueckende atmosphaere wird verstaerkt durch den score von Rob Simonsen sowie einem grauschleier, der die meiste zeit ueber dem film liegt. Infiltriert von "minority report", "nineteen eighty-four", "escape from new york", "the standoff at sparrow creek" wie der serie "the man in the high castle".

Abschlieszend zum unerfreulichen teil, denn es sind traurigerweise die schauspielerinnen Kay Morley, Draga Olteanu Matei, Marguerite Ray, Klara Jalilova, Eugenia Botnaru, Leena Acharya, Dena Dietrich, Maleni Morales, Louise Pajo, Betty Bobbitt, Huang Zongying, Ildiko Pésci, Ann Reinking, AryaBanerjee, Peg Murray, Rosaly Papadopol, Durda Ivezic, Caroline Cellier, Montserrat Carulla, Mana Kinjo, Abby Dalton, Hanna Stankówna, Mitsuyo Asaka, Christina Rodrigues, Myriam Sienra, Divya Bhatnagar, Natalie Ann Desselle-Reid, Senta Wengraf, Carol Sutton, Jutta Lampe, Nina Ivanova, Barbara Windsor, V. J. Chitra, Firdous Begum, Pamela Tiffin, Nina Vilkovskaya, Katarzyna Laniewska, Flor Silvestre / Corrie Van Gorp (beide + saengerin), Daria Nicolodi (+ drehbuchschreiberin)
und ihre kollegen Armen Dzhigarkhanyan, William Thomas jr., Eduardo Cesti, Hugh Keays-Byrne, David Lander, Robert Castel, Dolf De Vries, Soumitra Chatterjee, Witold Sadowy, Vlad Ciobanu, Mustafa Nadarevic, VM Badola, Carlos Calvo, Nikolai Ivanov, Warren Berlinger, Ludo Busschots, Tamás Böröndi, Karl Dall, Eduardo Galvao, Thavasi, Ashiesh Roy, Nils Sletta, Spiro Guberina, Parviz Poorhosseini, Aly Zaker, Basil Moss, David Prowse, Peter Radtke, Ali-Asghar Shahbazi, Vyacheslav Ezepov, Enrico Bertorelli, Jeremy Bulloch, Tesfaye Gessesse, Ruslan Mikaberidze, Piotr Machalica, Evgeniy Khoroshevtsev, Valentin Gaft, Mick Innes, Masao Komatsu, Tommy D. Lister jr., Alexander Samoilov, Klaus.Pagh, Tihomir Arsic, Jiri Hálek, Monu Mukhopadhyay, Klaus Ofczarek, Ravi Patwardhan, Rafer Johnson, Boris Plotnikov, Budal Krishnamurthy, Bram Van Der Vlugt

sowie die regisseure Art Wolff, Valentina Pedicini, Muharrem Fejzo, Kim Ki-duk, Alexandr Rekhviashvili, Rollan Serhiyenko, Francois Leterrier (+ schauspieler), Franco Giraldi / Erode Sounder / Kambuzia Partovi / Malcolm Marmorstein (alle vier + drehbuchschreiber), Aleksandr Gordon / Philippe Clair (beide + schauspieler, drehbuchschreiber), Carlo Ausino (+ cinematographer, drehbuchschreiber), Charles Bail - (+ schauspieler, stuntman)

weiters die singer/songwriters Hal Ketchum, April Boy Regino, Anne Sylvestre, Tadej Hrusovar, Doug Supernaw

dann noch Kenneth V. Jones / Ivan Vandor - beide soundtrack-komponisten, Peter Lamont - szenenbildner & kuenstlerischer leiter, Aleksandr Massarskiy - stuntman, Narendra Bhide - soundtrack-komponist, Arthur S. Newman jr. - produktions-leiter, Scott Marshall Smith - , Cliff Green - beide drehbuchschreiber, P. Krishnamoorthy - kuenstlerischer leiter & kostuem-designer, Bruce Swedien - musikproduzent, Fecó Balász - musiker & komponist, Jeff Clayton - Jazz saxophonist, Ron Mathewson - Jazz bassist, Damir Kukuruzovic - Jazz gitarrist, Stanley Cowell - Jazz pianst, Allan Botschinsky - Jazz trompeter & komponist & produzent, Eric Pacheco - Babylon A. D. bassist, Tony Hooper - Strawbs gitarrist & saenger, Pepe Salvaderi - Dik Dik gitarrist, Noah Creshevsky - Electronic musiker, Sean Malone - Cynic bassist & studio musiker, Howard Wales - Jazz & Rock keyboarder, Franco Bolignari - Folk-Pop saenger, Luis César Aguirre - Los Estrambóticas keyboarder, Dzej Ramadanovski - Folk saenger, Darius Malinowski - Siekiera bassist & saenger, Charley Pride - Country saenger, Sara Carreira - Pop saengerin, Ubirany - Fundo De Quintal percussionist, Herbert F. Solow - film- & tv-produzent, Romualdo Brito - Folk-musiker, Joseph Morganfield - Blues saenger, Jamir Garcia - Slapshock saenger, Andrey Sapunov - Voskreseniye saenger & bassist, LD Beghtol - Flare plus, LD & The New Criticism plus Moth Wranglers saenger/songschreiber, Carl Mann - Rockabilly saenger, Dan Morrison - Area-7 schlagzeuger, Hermann Green - Jazz & Blues saxophonist, Tamás Mihály - Omega bassist & saenger, Rufus Rehu - Quincy Conserve keyboarder, i_o - dj & produzent, Piotr Strojnowski - Daab gitarrist & saenger, Misa Aleksic - Riblja Corba bassist, Albert Griffiths - The Gladiators saenger & gitarrist, Sam Jayne - Love As Laughter plus Lync saenger & gitarrist, Paulinho - Roupa Nova saenger, Jason Slater - Third Eye Blind plus Snake River Conspiracy bassist u.a., Des O´Connor - entertainer, Harold Budd - Avant-garde musiker & komponist wie auch Robert Garland - drehbuchschreiber, von uns gegangen.

Samstag, 14. November 2020

Mischung No. 16

Los geht es mit Chemtrails, die haben "the peculiar smell of the inevitable" in der nase - oder so. Ist jedenfalls ein quintett rund um Mia Lust & Laura Orlova, welches Manchester, England als basis angibt. Die beiden erwaehnten sind in dieser sache seit 2016 aktiv und besagte duftprobe ist ihre zweite langrille. Ein potpourri aus Garage- & Surf-Rock, Punk- wie Psychedelic-Pop, das die zuhoererschaft mit an Girl Groups erinnernten gesang, eingaengigem gitarren-spiel sowie packenden rhythmen umschmeichelt und nicht mehr loslaeszt. Als inhaltsstoffe wurden Blondie, Pixies + Veruca Salt erschnueffelt. Was kann da noch kommen? Wife Patrol beispielweise, ein trio beheimatet in Indianapolis, Indiana und sie haben ihr debuet "too prickly for this world" dabei. Dieses bietet eingaengige harmonie-gesaenge plus akkorde mit dem noetigen drive auf der einen seite und sanften touch auf der anderen. Ergibt eine kreuzung von Pop Punk, Alternative Rock plus Indie Pop, die rueberkommt wie eine zusammenfuehrung von Bangles, Wimps, Mazzy Star sowie Excuse Seventeen. Hier tanzen jetzt auch noch die Dead Famous People aus Auckland, Neuseeland an. Die hatten bereits in der zweiten haelfte der 80er etwas am laufen, doch eine komplette lp kam einfach nicht zustande. Mit der zeit ging alles irgendwie verloren, franste aus und nun, jahrzehnte spaeter, gibt es das erste volle, "harry" betitelte album mit durchgehend neuen songs, eingespielt von einer truppe rund um die original-saengerin Dons Savage. Das ergebnis hoert sich an wie ein treffen zwischen Shop Assistants, Look Blue Go Purple, Heavenly plus The Popguns. Also eingaengiger, treibender, gitarren-orientierter Indie Pop, den man ebenso als C86-sound bezeichnen koennte, wenn man schlau dastehen wollte. C86 leitet sich naemlich von einer damaligen compilation des Englischen musikmagazins NME ab, auf der acts wie The Pastels, The Wedding Present, Mighty Mighty oder die Close Lobsters zu finden waren. Hier haengt man am besten noch Humsikk, stationiert in Tangerang Selatan, Indonesien, dazu. Dies ist ein solo-projekt von Riftyza Gestandi, der mal saenger & gitarrist bei The Wellington war. Hat sein ding hier jedoch bereits 2004, waehrend einer college-arbeit, gestartet und immer wieder daran herumgefummelt. Mit "teenage sound" wurde jetzt eine auswahl davon oeffentlich gemacht, welche sich zwischen Indie Pop, Dream Pop sowie Lo-Fi einpendelt. Schlicht eine verknuepfung von The Bats mit The Nivens und The Chills.

Black Angel ist die nummer von musiker, songschreiber, produzent Matt Vowles aus London, England, der sie mit wechselnden mitarbeitern durchzieht. Das zweitwerk unter diesem namen wurde "kiss of death" betitelt. Da hat man natuerlich umgehend Gothic Rock, Post-Punk sowie hier zusaetzlich noch Alternative Rock im ohr und im bespochenen fall die Sisters Of Mercy, Bauhaus, Billy Idol plus The Southern Death Cult auf der zunge. Ein dunkles, treibendes, melodioeses, eingaengiges erlebnis. Gleich weiter zu We Bite!!!, ein duo, das in Havanna, Kuba zu hause ist und sie machen Punk, Horror Punk um genau zu sein. Deren zweites werk heiszt treffenderweise "w.a.h.p.", was fuer "we are horror punk" steht. Hier wird nichts verheimlicht, auch nicht, dasz sie sich nach einem Misfits song benannt haben, denn diese werden zusaetzlich mit einem ihrer alten titel gewuerdigt. Weiters gibt es noch ein cover von Eskoria als wie Type O Negative. So ungefaehr klingt das ganze dann auch, wobei nebenbei noch etwas Volbeat durchsickert. Somit gehen die zwei, unterstuetzt von gastmusikern, ordenlich ab und machen horror-tempo. Kurz noch bei Sydney Valette reingehoert: Das ist ein musiker & produzent, der von Paris, Frankreich aus operiert. Seine aktuelle veroeffentlichung ist die e.p. "brothers", worauf EBM, Post-Punk, Rave, Synth- wie Dark-Wave verlinkt werden. Dies muendet in einem kalten, duestern grundton, der durch monotone beats als auch vocals noch unterstrichen wird. Ein schaltplan, der Ash Code, A Projection, DAF als wie Kontravoid umfaszt.

Eto ist ein rapper & produzent aus Rochester, New York, nannte sich frueher Lil Eto und hat mittlerweile bereits einige mix tapes als auch kollaborationen abgeliefert. Nun gibt es mit "eto brigante" eine hommage an den Brian De Palma klassiker "carlito´s way" zu hoeren. Auf der zutatenliste dafuer stehen jede menge samples aus dem streifen, langsame beats (welche richtung Downtempo ausschlagen) plus der dazupassende flow. Dieser schnitt aus Hip-Hop, Trip Hop, Gangsta Rap ergibt mitunter eine finstere atmosphaere und klingt wie ein gemeinsames ding von 38 Spesh, Tricky plus Flee Lord. Nun zu L´Orange, der wiederum ist ein produzent aus Seattle, Washington und begann 2018 mit dem North Carolina rapper Solemn Brigham an einem projekt namens Marlowe zu arbeiten. Dieses jahr legten die beiden "marlowe 2" vor. Ein harmonisch dahin-groovendes Hip-Hop werk, basierend auf samples, breakbeats, loops sowie reimen, die scheinbar ohne nach luft zu schnappen gedropt wurden. Laeuft durch wie ein gemeinsames vorhaben von Public Enemy, Aesop Rock als auch Anderson Paak. Swakhile hingegen ist ein singer/songwriter aus Kapstadt, Suedafrika, welcher vor einigen wochen die e.p. "never" hochgeladen hat. Das produkt erinnert vom sound her an die 80er sowie fruehen 90er und bindet Neo Soul, R&B plus Synth Pop. Dabei sticht seine klare stimme heraus, sucht sich umgehend ihren weg ins ohr der hoererschaft und wird zudem noch vom gefaelligen sound angeschoben. Eine gepflegte mittelohrentzuendung zwischen Sam Smith, John Legend und Labi Siffre.

Fractal, verwurzelt in Tijuana, Mexiko, musizieren seit 2013, sind derzeit zu viert und haben bis jetzt einen longplayer vorzuweisen. Da wird es langsam zeit fuer mehr und daher haben sie kuerzlich das mini album "III" veroeffentlicht, worauf instrumentaler Post-Rock mit einem schusz Ambient zu hoeren ist. Die melodien pendeln zwischen sanft, entspannt und fordernd, ziehen einem rein & mit und rufen acts wie We Lost The Sea, God Is An Astronaut, Oh Hiroshima, Maiak oder For Those Who Are Lost in erinnerung. Weiter zu Bulbul, ein dreier, der bereits seit fast 25 jahren sein unwesen treibt. Somit kein wunder, dasz die uns mit "kodak dream" bereits ihr achtes album um die ohren klopfen. Doch halb so wild, denn es kommt interessant, abwechslungsreich als auch groovig daher und ist ein blitzlichtgewitter aus Alternative- wie Noise-Rock, Electronic, New Wave, Experimental oder gar Math Rock. Schau mal einer an! Aber diese truppe feilt ohnehin stetig an ihrem sound herum und diesmal klingt es eben als haetten sich die Eagles Of Death Metal, Bilderbuch, Battles plus Wavves in der dunkelkammer abgelichtet. Jetzt aber vorhang auf fuer die Space Druids. Wie es aussieht ein duo aus Moskau, Ruszland, wobei am debuet "weird tide" mehrere akteuere (mit-)werkten. Heraus kam dabei letzten endes ein zaubertrank, fuer den Space-, Psychedelic-, Progressive- wie Blues-Rock destilliert wurde und der seine wirkung nicht verfehlt. Zieht einem mitten durch die turbine und man sieht ploetzlich alle moeglichen farben, beim genusz dieser mixtur aus Hawkwind, Blues Pills, The Soundcarriers als wie Purson.

Nana Adjoa ist eine saengerin, songschreiberin wie multiinstrumentalistin, ansaeszig in Amsterdam, Holland und ihr erstwerk nennt sich "big dreaming ants". Diese hoeren waehrend der tiefschlaf-phase scheinbar Dream Pop, Electronica, Soul, Indie-Pop sowie -Folk, daher vermittelt die summe daraus einen sanften, entspannten vibe. Ihre Ghanesischen wurzeln pflegt frau Adjoa mit einem Ebo Taylor cover und das gesamtpaket verknuepft Still Corners mit Alicia Keys sowie The Marias. Im gegenzug kommt der singer & songwriter Tomii Chan aus Hong Kong, war frueher in den formationen Tri-Deuces oder Stranded Whale aktiv und hat bereits zwei alben unter eigenem namen abgeliefert. Aktuell gilt es eine melancholische, gemaechliche, stimmungsvolle mini lp namens "replay" zu entdecken. Diese praesentiert sich wie ein zwischending des kuenstlerischen schaffens der herren Jason Molina, Mark Kozelek als auch Bill Callahan. Nicht zu vergessen - Gaye Su Akyol, saengerin, songschreiberin plus produzentin, wohnhaft in Istambul, Türkei. Sie wird international bereits hoch gehandelt, hat drei alben auf der habenseite vorzuweisen und kuerzlich die e.p. "yort savul: isyan manifestosu!" vom stapel gelassen. Darauf verschmilzt sie Rock, Psychedelic, World, Progressive als wie Folk zu einem groovigen, abwechslungsreichen, interessanten, gelungenen ganzen, welches PJ Harvey mit Lene Lovich und Selda Bagcan bindet.

Rencilla nennt sich ein fuenfer, dessen heimat Panama City, Panama ist. Als das gruendungsjahr der truppe gilt 1997, ihr nunmehr vierter studio-output heiszt "cadáveres" und der klingt wild, agressiv, treibend und panscht dabei noch Hardcore Punk mit Trash Metal. Toent somit durch die lautsprecher wie ein bastard aus Ultra Violent, Agnostic Front wie auch Suicidal Tendencies. Nun machen wir Tomorrow´s Rain bereits heute zum thema, denn dieses sextett aus Tel Aviv, Israel hat auf seinem debuet "hollow" ordentlich etwas abgezogen. Mit gastmusikern von acts wie beispielweise My Dying Bride, Moonspell, Paradise Lost, Arch Enemy, Draconian oder Swallow The Sun, die natuerlich alle etwas zum klang-paket beisteuern, wurde eine verkettung von Black-, Death-, Goth- wie Doom-Metal plus ein Nick Cave cover als draufgabe eingespielt. Das wirkt dann natuerlich schwermuetig, atmosphaerisch, theatralisch, episch, schicksalstraechtig, kommt mit schleppendem tempo sowie tiefem, bedrohlichen gesang daher. Als wuerden die pforten der hoelle sich oeffnen und einem die flammen des verderbens den arsch vergluehen. Alptraeume garantiert! Nicht ganz so heisz gekocht wird bei den Atomic Rocket Seeders, ein trio, das in Luxenburg abhaengt. Hierbei handelt es sich um versierte musiker, die ihr handwerk verstehen, somit kommt deren gleichnamiger erstling, der zusaetzlich eine Tears For Fears cover-version beinhaltet, voll kompakt rueber, brettert ordentlich durch und ist eine gelungene sache. Sie kreuzen Alternative Metal, Blues, Hard- sowie Stoner-Rock nach belieben, achten jedoch bei den produkten, die sie den geneigten kaeufern unterjubeln wollen, auf die umwelt-vertraeglichkeit wie -trennbarkeit. Als wuerden Alter Bridge, Foo Fighters, Black Stone Cherry plus Killswitch Engage die muellsammel-stelle rocken.

Montreal, Kanada hat die Dangereens zu verantworten. Wenn sich dort jetzt der eine oder die andere fragen wuerde, wer das denn sei, dann moege ihnen gesagt sein; Ein 6er, der heuer mit "tough luck" seinen ersten wurf abfeuerte und zwar mit ordentlich schwung. Da ist eindeutig dampf dahinter, diese produktion laedt uns zum rumtanzen und arschwackeln ein, soviel sei erwaehnt. Bedient haben sie sich dafuer in verschiedenen toepfen wie Rock & Roll, Rhythm & Blues, Glam-, Punk- als wie Garage-Rock. Als sei dies nicht genug, treffen die New York Dolls auf The Black Crowes und The Scientists. Andererseits, was waere Nürnberg, Deutschland ohne die Meanbirds? Die erste langscheibe dieses trios nennt sich bedeutungsschwanger "confessions of an unrest drama queen", kommt aber trotzdem kurzweilig, melodisch, eingaengig nebst treibend daher und paart Streetpunk mit Rock & Roll. Hat etwas von Rejected Youth, der vorgaenger-band von saenger, gitarrist, songschreiber Magenta Caulfield aber gleichermaszen auch von The Menzingers, Social Distortion oder Challenger (jene aus North Carolina, U.S.). Da kommen noch Sial daher, ein quartett, welches in Singapur herummusiziert. Ihr dritter output nennt sich "tari pemusnah kuasa" und oberflaechlich betrachtet hoert er sich an wie eine urschrei-therapie mit musik-begleitung. Doch ist es ein ungezaehmtes durcheinander aus Anarcho- wie Hardcore-Punk, das voll auf die plomben geht. Diese truppe geht unkontrolliert durch und gleicht einem chaos aus L.S.D., The Shitlickers, The Comes als auch Electric Deads.

Lorenzo Senni ist ein produzent, anzutreffen in Milan, Italien. Sein drittes langwerk traegt die aufschrift "scacco matto" und schlueszelt sich nach dem durchhoeren in Electronic, Experimental wie auch Trance auf. Hierzu wird gedreht was die verschiedenen knoepfe hergeben, alle tasten durchgedrueckt und das ergibt in folge einen lebhaften fundus an toenen & melodien, der positive schwingungen verbreitet. Als haetten Barker, Jean-Michel Jarre, Aphex Twin sowie William Orbit ihre computer synchron hochgefahren. Wogegen Tokyo, Japan jener platz ist, wo Moon In June aufgehen und zwar mit ihrem debuet "uminari". Eine gesteinsprobe davon verraet aufkommen von Dream Pop, Indie Rock sowie Shoegaze und die durchgefuehrte analyse pendelt zwischen eingaengig & stimmungsvoll. Als wuerden die Cocteau Twins, Pale Saints, Lush samt Beach House gemeinsam auf dem mond spazieren gehen. Moeglicherweise treffen die dort auf Macajey, dessen startrampe steht in Tartu, Estland. Er heiszt eigentlich Jeremy Macachor, kommt urspruenglich aus Palo Alto, Kalifornien, scheint am radar auf seit 2013 und vereinigt auf seinem dritten longplayer namens "daydreamin´" Ambient mit Dream Pop, Dance & Electronic. Das ergebnis klingt wie klimafreundliche musik, die biologisch abbaubar ist und zwar schoene klaenge, jedoch keinen negativen fuszabdruck hinterlaeszt. Songtitel wie "mountains", "sun and whales", "oceans" oder "fireflies" buergen dafuer. Klingt wie ein kollektives engagement von John Frusicante, Sigur Ros sowie Arno Motz.

Vorbei der spasz, denn der traurige teil folgt auf dem fusze, da wir uns leider von den schauspielerinnen Marge Champion, Doreen Montalvo, Irina Skobtseva, Milla Del Sol, Conchata Ferrell, Anula Bulathsinhala, Marisa De Leza, Joy Westmore, Elsa Raven, Laura Bove, Park Ji-Sun, Rhonda Fleming, Galina Filimonova, Jana Andresiková, Carol Arthur, Dolores Abril / Ilana Rovina (beide + saengerin), Nelly Kaplan (+ drehbuchschreiberin & regisseurin) sowie deren kollegen Faraaz Khan, H. G. Somashekar Rao, Dietrich Adam, Dmytro Vitchenko, Gigi Proietti, John Sessions, Vladimir Gaitan, Sven Wollter, Michael Mongeau, Asif Basra, Jósef Para, Johnny Leeze, Gilles Azzopardi, Ricardo Blume, Jacques Godin, Oleksandr Nemchenko, Tom Veiga, Eddie Hassell, Claude Giraud, Karim Akbari Mobarakeh (+ regisseur), Yehuda Barkan (+ produzent, regisseur, drehbuchschreiber), Gatot Brajamusti (+ saenger), Krishna Nadig (+ drehbuchschreiber), Ryszard Ronczewski, Dariusz Gnatowski, Mahmoud Yassin, Anthony Chisholm, Hugo Arana, Leons Krivans, Zero Babu, Gianni Dei, Ihor Nazarov, Wojciech Pszoniak, Fred Ulysse, Xavier Boulanger, Bert Belasco, Geoffrey Palmer und last but not least Sean Connery. Ferner die regisseure Paul Leduc, Vitali Aksyonov, Fernando Solanas, Chang Yi, Johnny Kevorkian, P. Gopikumar, Gerrit Schoonhoven (+ schauspieler), Eric Assous (+ drehbuchschreiber), Ashish Kakkad (+ drehbuchschreiber, schauspieler), Al Quinn (+ schauspieler & choreograf), Raju Mishra (+ cinematographer, drehbuchschreiber), John A. Gallagher (+ drehbuchschreiber & produzent), James Redford (+ produzent & drehbuchschreiber). Dann die produzenten/in Charles Gordon, William Blinn (+ drehbuchschreiber), Anil Naidu, Mikhail Zilberman, Dana Baratta (+ drehbuchschreiberin). Auch noch Bhanu Athaiya - film-kostuemdesignerin, Jeremy Stevens - drehbuchschreiber, Kent L. Wakeford - cinematographer. Auszerdem die singer/songwriter Jim Radford, Timur Selcuk, Johnny Bush, Reynaert, Jerry Jeff Walker, Len Barry (+ produzent). Als wie die rappers Saint Dog, Cal Vin, King Von. Weiters Ossi Runne - trompeter & komponist & produzent, P. S. Narayanaswamy - saenger, Margie Bowes - Country saengerin, Vanusa - Pop saengerin, Michael Bundesen - Shu-bi-dua saenger, Le Dinh - songschreiber, Claudio Garbolino - Vilma Palma keyboarder, K. Deep - Folk saenger, Pedro Iturralde - saxophonist & komponist, Oscar Benton - Blues saenger, Bozidar Tanaskovic - Bjesovi bassist, Rance Allen - The Rance Allen Group gruender & saenger, Adrian Cionco - La Mosca bassist, José Padilla - dj & produzent, Toshinori Kondo - Jazz trompeter, Marc Fosset - Jazz gitarrist, Ronnie Peel - Thunderclap Newman & The La Di Da´s bassist, Esteban Santos - Pop saenger, Alec Baillie - Choking Victim & Leftöver Crack bassist, Overton Berry - Jazz pianist, Tsuno Maisa - Akai Koen saengerin & songschreiberin, Cano Estremera - Salsa saenger, Jan Boerman - Electronic komponist, Spencer Davis - Spencer Davis Group gruender & gitarrist, Tony Lewis - The Outfield saenger & bassist, Chet White - Girls bassist, Tim Cole - teil des duos Correspondents, Billie Joe Shaver - Country songschreiber, Kim Massie - Blues saengerin, Ezra Schabos - musiker & musiklehrender, Dave Munden - The Tremeloes schlagzeuger, Gordon Haskell - bassist The Fleur De Lys, King Criimson u.a., Cándido Camero - musiker, Nadi Qamar - Jazz musiker, Stan Kesler - musiker & songschreiber & produzent, Bob Riedy - Blues pianist, Viola Smith - Swing schlagzeugerin, Stefano D´Orazio - Pooh percussionist, Harold Betters - Jazz posaunist, Boro Drljaco - Folk saenger, Jon Gibson - Philip Glass Ensemble gruendungsmitglied & musiker & komponist, Kestutis Antanelis - komponist plus architekt, Dmitry Danin - songschreiber & komponist, Paul Matters - einst AC/DC bassist wie noch Ken Hensley - keyboarder, songschreiber, saenger fuer The Gods, Uriah Heep, Blackfoot u.w. - verabschieden muszten.

Sonntag, 11. Oktober 2020

Mischung No. 15

Vorhang auf fuer Oranssi Pazuzu, das ist ein quintett aus Tampere, Finnland mit seinem fuenften longplayer "mestarin kynsi". Dabei vermengen sie Black Metal, Experimental, Industrial, Psychedelic-, Progressive-, Kraut- wie Space-Rock zu einem abgefahrenen ganzen. Dies hoert sich dann mitunter an wie ein bandsalat oder nach eingespielt in einer gummizelle. Ideal zu hoeren in einem leeren kuehlraum mit weiszen waenden und flatterndem neonlicht. Vor der tuere reiben sich Can, A Forest Of Stars, Hail Spirit Noir oder NIN die haende. Apropos: Besagte Nine Inch Nails, Peaches wie Rage Against The Machine droehnen durch bei "boss", dem zweiten longplayer von Deli Girls, ein duo, anzutreffen in Brooklyn, New York. Ein boxhandschuh ziert deren cover und suggeriert umgehend einen gewissen mitten-in-die-fresse vibe, musikalische aggressivitaet ist trumpf, songtitel wie "motherless fuck", "dick hurt" oder "loaded gun" machen klar, dies ist kein musik-programm fuer den kindergeburtstag. Nebenbei hat man bei den vocals gelegentlich das gefuehl, die spucken einem ins gesicht, gehen dem geneigten publikum an die gurgel und zwar mit ihrer kombination aus Digital Hardcore, Industrial, Electronic, Nu Metal und Techno-Punk. Noch einen drauf gibt es nun von Adam, ein trio stationiert in Perama, Griechenland. Ihr erstes langwerk haben sie "sun" genannt, es basiert auf gemeinsamen jam sessions, die bis zu 8 jahre zurueckliegen. Klingt jedoch ueberhaupt nicht veraltet sondern kommt frisch & kompakt rueber, ein trockener groove, der einem fast in trance versetzt. Dieses ding verknuepft Metal, Grunge, Stoner- wie Psychedelic-Rock und verbindet Alice In Chains mit Masters Of Reality sowie Kyuss. Oder Do Skonu, eigentlich ein solo projekt von Varagian aus Makiivka, Ukraine, welches 2009 aus der taufe gehoben wurde. Doch tritt man mittlerweile zu zweit auf und das nunmehr sechste album wurde "hesychian noise" betitelt. Es praesentiert Black Metal mit Nordischem einschlag, der scheinbar chaos, aufruhr, kollaps oder apokalypse vertont. Der kompass weist jedenfalls richtung abgrund, bei dieser akustischen zusammenrottung von Immortal, Satyricon, Skeletonwitch oder Blackdeath. Letztgenannte werden zusaetzlich mit einer cover-version gewuerdigt.

Kutiman, dahinter steckt der songwriter, multiinstrumentalist, produzent als auch filmemacher Ophir Kutiel, beheimatet in Tze Elin, Israel. Sein viertes langwerk ist "wachaga" betitelt und dafuer besuchte er 2014 Tansania, Ost-Afrika um dort gesaenge von heimischen stammes-choeren aufzunehmen. So in der art der field recordings von John Lomax beziehungsweise dessen sohn Alan oder den musik-dokumentationen des Béla Bartók. Doch Kutiman vertonte diese mit eigenem spiel und ruehrte das ganze im studio ab. Dies laeuft dann auf ein sound-ritual aus Afrobeat, World Music, Jazz, Funk als wie Psychedelic hinaus, das wie ein mittelding aus Fela Kuti, Janko Nilovic, Quantic sowie Fatourmata Diawara klingt. Geht ins ohr, groovt, verleiht fluegel - was will man mehr? Fragt doch Yves Tumor, heiszt eigentlich Sean Bowie, schmueckt sich jedoch gerne mit pseudonymen, ist urspruenglich aus Miami, Florida, nunmehr jedoch in Turin, Italien ansaessig. Sein vierter longplayer - "heaven is a tortured mind" - ist spannend, interessant & abwechslungsreich. Vermischt Electro, Soul, Rock, Experimental, Psychedelic als auch R&B und kreuzt Childish Gambino mit Throbbing Gristle und Prince. Jetzt gesellen sich hier noch Busty And The Bass, auffindbar in Montreal, Canada, dazu. Ein Nord-Amerikanisches oktett, bestehend aus Kanadiern wie auch U.S.-buergern, die sich auf der dortigen universitaet in einer musik-klasse kennenlernten und umgehend gemeinsam loslegten. Ihr zweiter wurf wurde schlicht "eddie" betitelt und ist eine eingaengige, flockig-lockere spasz-packung gefuellt mit R&B, Soul, Jazz, Hip-Hop, etwas Funk & Rock. Als gaeste haben sie sich zusaetzlich noch Macy Gray oder George Clinton an bord geholt und zwischen den toenen hoert man sogar Future Islands, Outkast plus die Free Nationals durch.

Tom Lyngcoln haengt in Melbourne, Australien ab und war bereits saenger bei Harmony, The Nation Blue oder Pale Heads. Alles formationen, die eine art von Alternative Rock fabrizierten, der mal weniger und dann mehr im Punk verwurzelt war. Angeblich ist er seit 1995 an bereits rund 20 alben beteiligt gewesen und hat nun mit "raging head" sein zweites solo-werk am start. Dieses ist eine vereinigung von Post-Punk mit Garage Rock und unterm strich ein getuemmel von The Jesus Lizard, Cosmic Psychos plus Batpiss. Rueber zu Special Interest, ein vierer aus New Orleans, Louisiana, aktiv seit 2015 und der zweite wurf von ihnen nennt sich "the passion of". Dafuer wurden No Wave, Synth-Punk sowie Techno verwurstet und dies schlaegt sich in einem wilden, rohen, aufwuehlenden, teibenden, aggressiven sound nieder. Ein sammelbecken aus Suicide, 8 Eyed Spy, Yeah Yeah Yeahs, Devo und Teenage Jesus And The Jerks. Weiter mit Loutspell, ein quartett beheimatet in Bandung City, Indonesien und ihre debuet e.p. traegt den titel "burning lust". Dabei werden 7 songs in einem affen-tempo durch die lautsprecher gepruegelt, wobei nur einer davon knapp ueber 2 minuten lang ist und manche enden mitunter so abrupt, dasz man meinen koennte, es sei eine hoerprobe bei einem dieser internet-haendler. Einfacher erklaert handelt es sich hierbei um kompromiszlosen Hardcore Punk im stil von Black Flag, Torsö oder Gallows. Jetzt Tumbas, ein quartett auffindbar in Bogotá, Kolumbien, welches seit 2015 eine dunkle bruehe aus Post-Punk, Dark Wave und Deathrock ablaeszt. Ihr langrillen-erstling wurde "dolor" getauft, klingt treibend, duester wie aufwuehlend, ist schlicht & einfach eine kreuzung aus The Mission, Sect, Generation X als wie Occults.

The Violent Youth sind cirka zwei typen, die in Augsburg, Deutschland abhaengen. Eigentich ist es die nummer von Arthur Tsymbal, aufgewachsen in Minsk, Weiszruszland, er wird jedoch unterstuetzt durch Egor Ivakhnenko aus Moskau, Ruszland. Aktiv jedenfalls seit 2013 und mit "tam, gde nas net" wurde kuerzlich die dritte lp abgeliefert. Diese birgt eine vereinigung von New Wave, Electronic als wie klassischem 80ies Synth-Pop sound. Da klingen dann New Order, Pet Shop Boys oder fruehe The Human League durch. Volle kanne retro sozusagen. Unbestritten zu zweit, auch wenn der name anderes vermuten laeszt, sind Mameen 3, eine Belgisch-Afrikanische kombination, stationiert in Agadir, Marokko. Sie schreiben sich no borders, no genres auf die fahnen und die aktuelle e.p. heiszt "incunabula". Trotzdem wuerde ich das ganze in Electronic, House, Disco plus World Music aufschlueszeln. Dem nicht genug hat man das gefuehl, hier haetten Kraftwerk, Giorgio Moroder und Roman Flügel gemeinsam an den knoepfen herumgedreht. Noch ein zweier, duos sind scheinbar der neue vierer, in form von Black Nail Cabaret. Budapest, Ungarn ist ihre heimat und der fuenfte output wurde "gods verging on sanity" genannt. Eine komposition aus Dark Wave, Synth Pop, New Wave wie Downtempo, treibend, eingaengig, melancholisch. Ladytron tanzen mit Grace Jones und Depeche Mode der dunkelheit entgegen. Iskobeats hingegen ist ein produzent aus Malay, Philippinen und seine zuletzt hochgeladene e.p. nannte er "mumo". Vom sound her ein bastard aus instrumental Hip-Hop und Trip Hop, mit hier einem loop und dort einem sample. Laeuft laid back durch, vermittelt chill-out atmosphaere und entspannt den koerper. Man moechte sich am liebsten umgehend eine haengematte zwischen die baeume knuepfen. Falls nichts passendes aufzutreiben ist, legt man sich eben einfach ins gras, wo bereits Kalaido, Kupla sowie Kudasai relaxen.

Seit 2008 gibt es den act Colorama. Dahinter steckt Carwyn Ellis, beheimatet irgendwo oder ueberall in Wales, U.K.. Er hat schon mit verschiedenen musikern zusammengearbeitet und ist tour-keyboarder bei den unverwuestlichen Pretenders. Da es derzeit keine tourneen gibt, hatte er zeit um in enger zusammenarbeit mit dem produzenten Shawn Lee an "chaos wonderland", seinem siebten werk zu arbeiten. Dieses liegt mittlerweile vor, ist eine runde sache geworden, buendelt Psychedelic, Indie Pop & Soft Rock und kommt rueber wie eine zusammenkunft von The Turtles, Crowded House sowie Belle & Sebastian. Eine kooperation gab es ebenso zwischen Robyn G. Shiels & Steve Nolan. Erster ist ein singer/songwriter beheimatet in Belfast, Nord-Irland und zweiter ein Electronic-kuenstler aus London, England. Fuer den output "sky drew near", bei dem die arrangements hoerenswert gegen den strich gebuerstet wurden, buendelten sie ihre kraefte. Das ergab experimentiellen Post-Folk, der melancholisch, launig plus duester rueberkommt. Also wenn irgendwer meint, das leben sei sinnlos, hier ist der soundtrack dafuer. Ein glatter schnitt aus Tom Waits, Baby Dee sowie John Cale. Vielleicht mitunter karg doch keinesfalls bitter oder hoffnungslos ist "highway songs", die dritte e.p. der sanegerin wie songschreiberin Rachel Angel, ansaessig in Brooklyn, New York. Diese veroeffentlichung wurde angeblich in zwei tagen mit band eingespielt und verkuppelt Alternative Country mit Folk. Hat etwas von einer reise auf endlos langen straszen, wobei einem der fahrtwind ins gesicht blaest und der sound aus einem alten autoradio droehnt. An einer kreuzung im nirgendwo treffen sich Gillian Welch, die Cowboy Junkies plus Emmylou Harris. Noch schnell weiter zu Sevdaliza, die ist eigenlich in Teheran, Iran geboren, lebt aber schon laenger in Rotterdam, Holland. Ihr zweites werk nennt sich "shabrang", ist verpackt in ein auffaelliges cover und birgt eine packung gefuellt mit Altervative Pop, Trip Hop, R&B, Electronic, Dark Folk & Experimental. Der inhalt ist emotional, fesselnd, atmosphaerisch, gelungen, mit spuren von Jenny Hval, Chelsea Wolfe wie auch FKA Twigs.

Me And That Man ist eigentlich ein ein-mann-programm von Adam (Nergal) Darski, stationiert in Gdynia, Polen und seines zeichens saenger & gitarrist der Death Metal kapelle Behemoth. Seine zweite solo-veroeffentlichung traegt den titel "new man, new songs, same shit, vol.1" und ja, da kommt noch etwas, schaetze mal "vol. 2". Hier & jetzt aber wird er von drei mitmusikern sowie einer unzahl an gastmusikern respektive freunden unterstuetzt. Mit an bord waren unter anderen Corey Taylor, Johanna Sadonis, Matt Heafy, Robb Caggiano, Weronica Kulpa, Mat Mc Nerney und viele mehr. Das ergebnis ist eine verbindung aus Dark Folk, Blues, Rock & Roll, Country als wie Post-Punk und stark infiziert von Nick Cave - siehe Birthday Party, fruehe Bad Seeds plus Grinderman - hat jedoch ebenso schnittpunkte mit King Dude oder Fantastic Negrito. Nun Mother´s Cake, dieses trio gibt es seit 2008, "cyberfunk!" ist ihr viertes studio-langwerk und dieses ist wirklich gelungen. Hat einen spaet-70er vibe, mit etwas reinschnueffeln in die 80er, laeuft bei ordentlicher produktion gut durch und ist definitiv unterhaltsam. Die zutaten sind Alternative-, Psychedelic-, Space-, Funk-, Hard- als wie Progressive-Rock und gegossen wurde das ganze in eine form aus King Gizzard & The Lizard Wizard, Pink Floyd, Wolfmother sowie RHCP. Beenden wir das musikalische programm noch mit ordentlich krawall in form der debuet-e.p. des quartetts Lorne Malvo, beheimatet in Le Mans, Frankreich und bennannt nach einem charakter der serie "fargo". Ihr selbstbetiteltes teil wurde angeblich live eingespielt, klingt auf ale faelle roh, angriffig, wild und hat etwas von einem durchgetretenem gaspedal in form von Post-Hardcore, Screamo wie Punk Rock. Man bildet sich ein im vorbeirauschen Metz, Refused sowie Birds In Row ausgemacht zu haben.

Ran an die filme, aber jetzt wirklich, mit "the perfection". Hierbei erzaehlt regisseur & co-autor Richard Shepard die geschichte von zwei cellistinnen, die in einer musik-elite-schule aufeinandertreffen. Die eine (Allison Williams), ein ehemaliger star, deren karriere aus privaten gruenden abrupt endete, die andere (Logan Browning), ist aktuell ganz oben. Man freundet sich an, unternimmt im offiziellen auftrag eine reise, welche dann aber jaeh endet und konsequenzen nach sich zieht. Dieser dreh ist irgendwie in zwei unterschiedliche haelften aufgeteilt - zuerst Horror dann Thriller. Man haette zwei gute filme daraus machen koennen, doch die teile passen so nicht 100-prozentig auf ein stueck zusammen, es fehlt die dichtung. Trotzdem sehenswert, weil extrem schraeg wie abgefahren, unglaublich arg. Ein nervenaufreibendes gefiddel aus "bug", "the solist" plus "bound". Bleiben wir bei der tonkunst, three chords & the truth, so umschreibt eine junge frau (Jessie Buckley) aus Schottland, welche von einem auftritt in der U.S. - radioshow Grand Ole Opry traeumt, das genre Country Music. Hier moegen sich wohl der eine oder die andere bereits im falschen film waehnen, doch gebt ihm eine chance. In jedem fall ist der weg vom ausgangspunkt der protagonistin, nach Nashville, Tennesse verdammt weit. Andererseits ist es daheim ohnehin am schoensten (spoiler). Wer sich nun gar nicht mehr auskennt, soll sich doch einfach "wild rose" von Tom Harper angucken. Ein gefuehlvolles, einfuehlsames Drama ueber wuensche, traeume und die dazugehoerende realitaet, in einer griff-kombination aus "a star is born", "little voice" sowie "the committments". Hier kann man nun getrost "high fidelity" erwaehnen. Der einstige kino-film nach dem buch von Nick Hornby, realisiert von Stephen Frears wurde nun zu einer serie umgebaut. Aus Rob Gordon (John Cusack) wurde Robyn "Rob" Brooks (Zoe Kravitz) und auch die typen, welche den platten-laden bevoelkern, sind neu durchgemischt worden. Top-5 listen als wie diskussionen ueber den musik-geschmack gibt es weiterhin, doch etwas schaumgebremst, zwischenmenschliche beziehungen stehen im vordergrund. Verhaelt sich zum original wie die staffel "roadies" zu "almost famous". Vom gefuehl her paszt hier noch "sword of trust", der traurigerweise letzte fim fuer (in diesem fall) regisseurin, co-schreiberin wie -produzentin Lynn Shelton, dazu. Grundsaetzlich geht es hierbei um den verkauf eines schwerts aus dem Amerikanischen buergerkrieg, doch im vordergrund stehen die vier charaktere auf der verkaeufer-seite. Auch wenn es der titel vielleicht vermuten laeszt, dies ist kein spektakulaerer streifen, sondern eine familiaere low budget produktion, ein gemaechliches abenteuer aus "pawn shop chronicles", "the last treasure hunt" sowie "the confirmation".

Eine art familiengeschchte, wenn auch eher schraeg, ist "babyteeth" von Shannon Murphy. Hier lernt ein gesundheitlich angeschlagener teenager (Eliza Scanlan) am bahnhof einen jungen drogenabhaengigen (Toby Wallace) kennen und ist dermaszen angetan, dasz sie ihm umgehend ihren eltern vorstellt. Der ohnehin nicht ganz dichte haushalt wird von nun an auf die probe gestellt. Drama bis zum bitteren ende, mit etwas humor zur auflockerung, inklusive der themen psychische probleme, unheilbare krankheit, zwischenmenschliche beziehungen und abhaengigkeit. Eine kur aus "the fault in our stars", "de rouille et d´os" als wie "50/50". Gleichfalls schraeg, dazu noch abgefahren, pervers, geschmacklos oder grenzgenial - je nach sichtweise - ist "ventajas de viajar en tren" respektive "advantages of travelling by train", abgedreht von Artiz Moreno. Punktet mit gelungener ausstattung, garderobe, kameraarbeit sowie darstellung. Ist auf 3 kapitel aufgeteilt und wird teilweise aus dem off erzaehlt. Im grunde trifft eine verlegerin mit ereignisreicher vergangenheit (Pilar Castro), im zug auf einen psychiater (Ernesto Alterio) mit einer selstsamen geschichte im gepaeck. Doch alles ist nicht ganz so wie es scheint, in diesem abenteuer aus "delicatessen", "eternal sunshine of the spotless mind" & "under the silver lake". Hier kann man getrost "velvet buzzsaw", buch & regie Dan Gilroy, dazustellen. In gleicher weise kunstvoll gefertigt, spielt es dazu noch in der kunstszene, wo sich sammler, investoren, kuenstler wie meinungsmacher aller geschlechter auf der jagd nach dem heiszesten scheisz balgen und schluszendlich draufkommen, dasz kunst auch toedlich sein kann. Hochkaraetig besetzt und mit einem passenden score von Marco Beltrami verfeinert. Nicht nur einen mind-fuck bekommt man hier geboten sondern gleichfalls einen art-fuck. Mehr geht wirklich nicht. Haette Robert Altman je einen Stephen King roman verfilmt, waere es wohl etwas in dieser weise geworden. Eine farbmischung aus "ringu", "basquiat" wie "it follows".

Bei "the invitation" von Karyn Kusama trifft sich eine gruppe freunde (+ zwei neue), bei einem paar aus ihrer reihe, nach langer zeit wieder. Alte geschichten werden abermals aufgewaermt, alte wunden geoeffnet und irgendwann kommt der verdacht auf, das ganze haette einen bestimmten hintergrund. Entwickelt sich sehr langsam, man befuerchtet bereits es wuerde ueberhaupt nichts nennenwertes passieren, doch das ende belohnt fuer die ausdauer. Ein wiedersehen zwischen "carnage", "the perfect host" und dem spaeteren "midsommar". Gemaechlicher handlungsaufbau kennzeichnet gleichfalls "tarde para la ira" beziehungsweise "the fury of a patient man" von regisseur wie co-autor Raúl Arévalo. Eine alleinstehende frau (Ruth Diaz) mit kind, deren freund (Luis Callejo) fuer einen raub 8 jahre absitzt, beginnt kurz vor dessen strafende eine beziehung mit einem streuner (Antonio de la Torre) aus der nachbarschaft. Dieser hat jedoch eigene plaene. Laut IMDB ist von diesem Thriller-Drama ein remake in arbeit. Dessen ungeachtet eine affaere zwischen "aus dem nichts", "blue ruin" wie auch "the limey". Nicht zimperlich geht es ebenso in "uncut gems" von Benny & Josh Safdie, beim drehbuch verstaerkt durch Ronald Bronstein, zu. Hierbei geht ein verschuldeter juwelier mit wettleidenschaft (Adam Sandler), der seine geldgeber am arsch hat, all in. Wahrlich gelungen, so moechte man herrn Sandler gerne oefters sehen, anstatt dasz er sich irgendwo an einer wasserrutsche runterlaeszt. Als draufgabe gibt es noch einen gastauftritt von The Weeknd und alle sind zufrieden, mit diesem schliff aus "snatch", "punch-drunk love" und "the gambler (2014)". Exakt hier ist der platz fuer das laengst ueberfaellige "once upon a time.... in hollywood". Ein schauspieler (Leonardo DiCaprio) & sein allgegenwaertiger stuntman (Brad Pitt) gehen gemeinsam durch dick & duenn, driften in folge richtung abstellgleis, die beziehung kuehlt ab und das dicke ende kommt schluszendlich auch noch. Volles programm somit, was eine bestens besetzte liebeserklaerung an die grosze leinwand (plus das kleine tv-set) ergibt. Fabriziert von einem filmfan, der zugleich regisseur ist (Quentin Tarantino) sowie zusaetzlich eine ausgepraegte leidenschaft fuer musik hat. Man koennte meinen, am set waere eine jukebox gestanden, wobei auf manchen der kleinen kaertchen (film-) titel wie "maps to the stars", "the stunt man" oder "last house on the left (1972)" gestanden sind.

Bei "bad education", regie Cory Finley, bedienen sich in der verwaltung eines schulbezirks, von der spitze (Hugh Jackman) weg bis runter, alle am etat. Eine schuelerin plus mitarbeiterin der schulzeitung (Rachel Bhargava) klemmt sich dahinter, untersucht die miszstaende und als das kartenhaus einzustuerzen beginnt, alamiert sie die behoerden. Basiert auf wahren begebenheiten, ist amuesant, interessant, gut besetzt - dieser notenschlueszel aus "wolf of wall street", "can you ever forgive me" und einem hauch von "american beauty". Um erziehung geht es auch in "the mustang", wobei Laure De Clemont-Tonnerre im regiestuhl sasz und Robert Redford einer der produzenten war. Hier geht es darum, dasz in manchen gegenden der U.S.A. jede menge wilder mustangs herumtraben. Um die population zu kontrollieren, werden immer wieder welche eingefangen. Ein teil davon wird in bestimmten einrichtungen von strafgefangenen trainiert um danach versteigert zu werden. Roman (Matthias Schoenaerts) ist ein straefling der eher verschlossen ist, sich einbunkert gegenueber dem rest. Er kommt in dieses programm und trifft auf ein pferd (Marcus), das aehnlich ist wie er. Strafvollzug auf dem ponyhof macht sinn - zumindest in diesem streifen. Der schwefelige geruch von pferdepisse, dazu der nuszige geschmack von pfereaepfel, ergibt ein rassiges bouquet aus "the rider", "the horse whisperer" & "orange is the new black". Nun ist zeit fuer "a prayer before dawn", realisiert von Jean Stéphane Sauvaire. Dabei kommt ein Englischer boxer (Joe Cole) nach einer pruegelei mit der polizei im ausland, ebendort in ein ueberfuelltes gefaengnis und nimmt infolge an internen boxkaempfen teil, um sich zu behaupten. Die wahre geschichte von Billy Moore. Ansprechend gefertigt wie erzaehlt, dieser schlagabtausch aus "undisputed (2002)", "midnight express" & "in hell (2003)". Strenges regiment herrscht ebenso im team der moderatorin einer talk show (Emma Thompson), nachzupruefen via "late night" von Ganatra Nisha. Wegen zuschauerschwund droht ihr der verlust der sendung, darum versucht sie ihren act umzukrempeln. Mithelfen soll dabei eine neue, unbelastete, ungelernte mitarbeiterin (Mindy Kaling, schrieb zusaetzlich noch script und co-produzierte). Humorvolle, mit witzen ueber fernseh- wie film-stars (auszer jenen die mitspielen) gewuerzte Comedy im stil von "network (1976)", "punchline (1988)", "mr. saturday night" oder "the comedian".

Vermissen werden wir kuenftig die schauspierinnen Diana Rigg, Nancy Lollar, Yuko Takeuchi, Sei Ashina, Alkistis Pavlidou, Lidia Kushkova-Shevchenko, Armelia McQueen und deren kollegen Tommy Rall, Michael Lonsdale, Birol Ünel, Martin Havelka, Folker Bohnet, Ben Jorgensen, Dennis Hall, Wladimir Yordanoff, Vishal Anand, Jean-Marc Avocat, Henryk Bukolowski, Clark Middleton, Thomas Jefferson Byrd, Karel Fiala, Chris Carnel (+ stuntman), Cecil Thiré / Nosratollah Vahdat (beide + regisseur), Avinash Kharshikar (+ produzent), Jiri Menzel (+ regisseur, drehbuchautor). Schauspielerinnen wie saengerinnen Annie Cordy, Juliette Gréco, Béatrice Arnac, Helen Reddy (+ songschreiberin) sowie die herren Alien Huang, Shakti Thakur. Regisseure Anil Devgan, Vijay Reddy, Camillo Bazzoni (+ cinematographer), Francesc Betriu (+ drehbuchautor), Goran Paskaljevic (+ drehbuchautor, produzent). Songwriter Al Kasha als wie singer & songwriters Scott Mac Davis, Gabo Ferro, Max Merritt / Gienck Loska (beide + gitarrist), Ray Pennington (+ produzent), Joaquin Carbonell (+ poet). Weiters Ronald Harwood - drehbuchautor, William Bernstein - Orion Pictures co-gruender, Edward S. Feldman - film & tv produzent, Johnny Nash - Reggae saenger, Bunny Lee - Reggae produzent, Brian Locking - The Shadows bassist, Ronald Bell - co-gruender Kool & The Gang, saxofon & keyboards, Edna Wright- The Honey Cone saengerin, Erick Morillo - dj, produzent & label-besitzer, Bruce Williamson - The Temptations saenger, Ian Mitchell - Bay City Rollers bassist, Simeon Coxe - teil des Electronic-duos Silver Apples, Pamela Hutchinson - The Emotions saengerin, Lee Kerslake - schlagzeuger The Gods, Uriah Heep, Ozzy Osbourne, Living Loud u.a., Tommy DeVito - The Four Seasons saenger & gitarrist, Roy Head - Country, Rock and Roll, Soul saenger, Mark Stone - (prae) Van Halen bassist, Jackie Dennis - Pop saenger, Pierre Kezdy - bassist Naked Raygun, Pegboy, Trial By Fire u.a., Anthony Galindo - Pop saenger, Lisa Schouw - Girl Overboard saengerin und nicht zu vergessen Eddie Van Halen - gitarren-meister, co-gruender Van Halen.

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