Bunte Mischung
Samstag, 30. November 2019

Mischung No. 7

Ab durch die mitte, vielleicht mit Stef Chura, der ist aus Detroit, Michigan und hat sein zweites album "midnight" abgeliefert. Dieses ist abwechslungsreich und wirklich gelungen, hat etwas von Indie Pop wie auch Alternative Rock, um gelegentlich sogar in richtung Punk auszuschlagen. Wie zur bestaetigung gibt es ein Billy Idol cover zu hoeren. Eine aehnliche mischung bietet in weiterer folge der act Bleached. Das sind nunmehr zwei schwestern aus Los Angeles, Kalifornien, ihr dritter longplayer wurde "don´t you think you´ve had enough" getauft und die aufgeworfene frage kann man, nach dem ersten durchhoeren, nur beneinen. Denn dieser schnitt aus Indie Pop, Alternative Rock und als extra etwas Funk, laedt einfach zum mitwippen ein. Klingt wie ein dreieck aus Blondie, Heart sowie The Amps. Fliegender wechsel zu Abdur Rahim Latada aus Jakarta, Indonesien. Er war frueher teil der Hardcore formation Nervous Breakdown, hat nun aber eine solo-nummer namens Grow Rich am laufen. Damit hat er via "frantic semantic" bereits die zweite e.p. vorgelegt. Sie beinhaltet vier ohrwuermer, deren DNA-abstrich Shoegaze, Alternative Rock plus Fuzz-Pop aufweist. Fuer die aufnahmen hat er sich freunde eingeladen und herausgekommen ist dabei eine zuechtung aus den Pixies, Sugar oder Dinosaur Jr..

Brittany Howard stammt nicht nur aus Athens, Alabama, sondern ist eigentlich auch die saengerin von Alabama Shakes. Mittels "jaime" hat sie nun ihr abwechslungsreiches solo-debuet rausgeschuettelt. Dieses lebt vor allem von ihrer variablen, ausdrucksstarken stimme plus der tollen gitarrenarbeit ihrerseits. Da kann man jetzt noch die Seratones aus Shreveport, Louisiana mit "power" dazunehmen. Ein quintett, das einen cocktail aus Rhythm & Blues, Rock & Roll, Soul, Doo-Wop, Blues als auch Rock anruehrt und sich dabei wie eine mixtur aus Alabama Shakes und Sharon Jones & The Dap-Kings anhoert. Weiters Edmond Jefferson & Sons, ein 5er aus Bienne, Schweiz, mit seinem zweiten album "the winter". Die sind bereits seit 2011 aktiv und im Blues verwurzelt. Dazu kommt noch Rock, Psychedelic, Alternative und gelegentlich wird es auch etwas duester. Erinnert an ein mittelding aus P. J. Harvey & Pristine .

Der schlagzeuger, programmierer wie percussionist Andrea Belfi ist eigentlich in Italien geboren, jedoch hat es ihn mittlerweile nach Berlin, Deutschland verschlagen. Seine mini lp "strata" beinhaltet elektronische sounds + schlagzeug und orientiert sich angeblich an Nordafrikanischen rhythmen. Auf jeden fall hat man dabei das gefuehl, Giorgio Moroder jammt mit Ron Bushy, dem drummer von Iron Butterfly. Fuer rhythmus haben gleichfalls Blu, Damu The Fudgemunk etwas ueber. Was sich liest wie ein fabelwesen sind ein rapper aus L.A., California sowie ein producer aus Washington, DC. Ihre zusammenarbeit nennt sich "ground & water" und ist vom feinsten. Kommt total fett rueber, groovt wie die hoelle und verbreitet einen old school vibe, der an Gangg Starr oder Jurassic 5 erinnert. Da waere dann noch Tenesha The Wordsmith. Diese lady ist von Oakland, Kalifornien nach San Francisco abgewandert und laeszt nun mit ihrem zweiten wurf "peacocks and other savage beasts" aufhorchen. Dabei laeszt sie ihre sozialkritischen texte zumeist im sprechgesang vom stapel, unterlegt von einem sound-teppich aus Hip-Hop, Jazz, Electro oder Soul und erinnert damit an Gil Scott-Heron als auch Ursula Rucker.

Eine fuenfkoepfige formation sind Walkaways aus Tel Aviv, Israel und so richtig in der spur sind die seit 2010. "Bleed out, heal out" nennen sie nun ihre zweite etappe. Die hat etwas von Alternative Metal als auch Metalcore, wobei sie Korn, Deftones plus Slipknot als einfluesse anfuehren. Auf jeden fall kommt das teil voll professionell produziert rueber, geht aber trotzdem voll auf die fresse. Was will man mehr? Anders hingegen, vor allem theatralischer, wirken Fleshgod Apocalypse, ein sextett aus Rom, Italien. Bei ihrem "veleno" trifft Metal auf Klassik, genaugenommen Death Metal auf Symphonic Metal, brachiale gitarren-riffs auf sanftes klavierspiel, himmlische choere auf hoellisches tempo, konzept auf pathos. Das ist musik fuer filme im stil von "the exorcist", "rosemarie´s baby" oder "the omen". Eine Rammstein cover-version gibt dem ganzen noch den letzten schliff. Irgendwie paszt hier Batushka aus Podlaskie Voivodship, Polen dazu. Gegruendet 2015 von gitarrist wie songschreiber Krzysztof Drabikowski, der sich bald zwei weitere mitstreiter organisierte. Im selben jahr erschien noch das debuet, wobei Black Metal mit traditioneller musik der orthodoxen kirche kombiniert wurde. Was nicht ueberall gut ankam. Unabhaengig davon kam es zu internen streitigkeiten, welche zur spaltung der truppe fuehrten, was bis heute gerichtsanhaengig ist und bislang zwei konkurrierende, gleichnaminge formationen zur folge hat. Die eine haelfte, Drabikowski, hat vor kurzem "panihida" im do-it-yourself verfahren veroeffentlicht. Das resultat ist nicht einfach nur Black Metal, sondern vielmehr ein schwarzes requiem in acht saetzen. Beeindruckend! Fairerweise musz erwaehnt werden, dasz die andere seite bereits davor ihr werk "hospodi" auf den markt brachte.

Wie waere es noch mit einem bunten durcheinander aus beispielweise The Noiir, einem gitarre/synth-duo aus Lissabon, Portugal, mit ihrer "mirrored" e.p., welche sie in den eigenen vier waenden aufenommen sowie abgemischt haben. Das ergebnis ist instrumentaler Dark Wave wie Post-Punk, eine kreuzung aus Bauhaus und John Carpenter. Angeblich haben sie sich von filmen zu ihrer musik inspirieren lassen, von tv-serien wie "twin peaks" oder den titel-kompositionen zu 80ies Horror movies. Andererseits mit 80ies Indie music aufgewachsen sind Susan, ein seit 2012 aktiver dreier aus Los Angeles, Kalifornien. Ihr zweites album nennen sie "as i was" und es ist ein vielerlei aus Garage Rock, Pop-Punk, Power Pop oder girl group sounds. Erinnert an Dum Dum Girls, Vivian Girls, Hinds oder Honeyblood. Als naechstes etwas fuer jene, die von den 80ern generell nicht genug bekommen koennen und wuenschten, dasz diese dekade nie geendet haette. Die erloesung erfolgt via Web Rumors, sechs leute aus Perth, Australien mit ihrem debuet "audio, video, disco". Es beinhaltet New Wave, Synth-Pop, Psychedelic, Electronic und einen schusz Prince im allgemeinen. Nun aber Mannequin Pussy, ein name der aufhorchen laeszt. Gehoert zu einem quartett aus Philadelphia, Pennsylvania, welches seinen dritten output "patience" vorlegte. Dieser steht fuer Pop-Punk, Shoegaze, Noise- sowie Indie Rock und pendelt sich ein zwischen Veruca Salt, Sleater-Kinney, Hole oder den Yeah Yeah Yeahs. Dieser absatz wird abgerundet mit Mxmtoon, eine saengerin als auch songschreiberin, beheimatet in Oakland, Kalifornien. Ihr Indie-Pop debuet wurde "the masquerade" getauft und ist ein beziehungs-werk zwischen sehnsucht und depression. Sie hat das college geschmissen um daheim, in ihrem zimmer, an ihrer karriere zu arbeiten. Ist natuerlich nicht bedingungslos zu empfehlen. Entspricht jedoch dem angesagten do-it-yourself gedanken und stellt sie damit in eine reihe mit anderen, aktuellen, sogenannten bedroom-songwriters, welche ihr material mittels laptop, passender software, gitarre oder sonstigen instrumenten erarbeiten, um es dann via world wide web auf diversen plattformen hochzuladen. Siehe dazu beispielweise Kim Petras, Claire Cottrill, Cuco, Frankie Cosmos, Sophie, Elijah Bank$y.

Flèche, ein quartett aus Paris, Frankreich, ist beeinfluszt von The Get Up Kids, Sunny Day Real Estate oder Citizen und hat mittlerweile ihre zweite langrille "do not return fire" am start. Klingt nach Alternative Rock, Emo wie Post-Punk, ueberzeugt zusaetzlich mit dynamischen melodien, eingaengigem rhythmus, packenden gesang plus gepflegter produktion. Saubere arbeit! Auf nach Bergen, Norwegen, von dort kommt der 4er Blood Command. Sie haben bereits ihren dritten voll-output abgeliefert, er nennt sich "return of the arsonist" und hat jede menge feuer. Da hoert man Power Pop, New Rock, eingaengigen Punk raus. Volles party-programm, bei deren songs bleibt keine zeit zum verschnaufen, die gehen voll ab und sind angeblich inspiriert von acts wie At The Drive-In, Refused, Hot Snakes beziehungsweise Descendents - etwas Paramore duerfte gleichfalls mit dabei sein. Malcria wiederum ist ein trio aus Mexico City, Mexico, welches sich engagiert durch die acht songs ihrer "el reino de lo falso" betitelten mini-lp knueppelt. Jedenfalls bruellt der saenger herum, als wuerden sie gerade von aliens angegriffen und die anderen zwei spielen im hintergrund um ihr leben. In summe wird das ganze kurz & kompakt runtergedroschen. Scrap Brain auf der anderen seite, das sind vier personen, die scheinbar zwischen London und Oxford, England pendeln. "A journey into madness" ist ihr erster mini-output und bietet brachialen Hardcore Punk mit offensiven, saegenden gitarren, lautem, energischen gesang und einer treibenden rhytmus-abteilung. Das ganze ist wie eine bohrmaschine, die gegen den kopf gehalten wird, oder als wuerden sich Flipper, X-Ray Spex und Sonic Youth im moshpit treffen. Dazu musz natuerlich umgehend nachgelegt werden, dasz Kim Gordon, aus L.A. California, ehemalige saengerin wie bassistin dieser letztgenannten, mittlerweile aufgeloesten Noise Rock formation, ihren solo-erstling "no home record" unter die leute gebracht hat. Dieser birgt alles, was man auch an Sonic Youth schaetzte plus ein mehr an electronic noises.

Was uns wiederum zu den konzerten bringt, denn ihr ex-gatte sowie einstiger bandkollege, Thurston Moore, machte mit seiner Group, in der auch noch Steve Shelley, ein weiteres, ehemaliges mitglied von Sonic Youth, trommelt, station. Lustigerweise gab es am merch-stand ein t-shirt zu kaufen, welches Moore in juengeren jahren mit kopfhoerern zeigt, wobei er das cover von Lou Reed´s "metal machine music" in der hand haelt. Dieses werk war wohl eine bleibende inspiration fuer ihn und teilweise fuer diese performance. Fast ausschlieszlich ein instrumentaler parkur-ritt zwischen Noise-, Experimental- wie auch Avantgarde-Rock. Das dazugehoerende vorprogramm wurde von Rattle bestritten. Dabei saszen sich zwei ladies aus Nottingham, England am schlagzeug gegenueber und spielten synchron ihr programm runter. Zwischen tribal und stimmungsvoll, auf jeden fall rhythmisch.

Dann war noch der vor einiger zeit erwaehnte 4er aus Amsterdam, Holland, Pip Blom, live zu bewundern. Die gaben ihren mit spuren von Punk gestrecktem Indie Rock in zuge einer euphorischen uptempo-performance zum besten, wobei sie sich mit jedem song mehr steigerten. Das sind keine slackers, die haben engagement und das zeigen sie auch. Vorab unterstuetzt wurden sie von den Backwards Charm, eine gleichfalls vierkoepfige truppe, die ein gemisch aus Indie Rock, Dream Pop & Shoegaze bot. Hatten etwas von The Smiths als auch Nada Surf im sound. Anderswo gab es duo-alarm. Schlagzeug plus gesang & gitarre, ergibt zwei typen, die ein mosaik aus Rock, Blues, Psychedelic und etwas Soul pusseln. Praesentiert wurde all dies mittels eines spielfreudigen, mitreiszenden auftritts. Nennen sich The Blue Stones, kommen aus Windsor, Kanada und klingen wie eine kreuzung aus Royal Blood, White Stripes & den Black Pumas. Eroeffnet wurde dieser abend wiederum von Fiesta Forever, ein quartett, das Alternative Rock fabriziert und die musikalisch ein hauch von den fruehen Arctic Monkeys, The Libertines, The Strokes oder Pixies umgibt. Die haben wahrscheinlich alles aufgesaugt, was ihnen unter die ohren gekommen ist.

Naechstes ticket, Spunk Volcano & The Eruptions aus England, U.K., ein ableger des vierers Dirt Box Disco. Jedenfalls traegt der saenger beim auftritt ein outfit, als waere er so ein maskierter eindringling aus diversen Horror / Home Invasion movies. Dazupassend kommen einem nach & nach streifen wie "the toolbox murders", "ils", "secuestrados" oder "trespass" in den sinn. Okay, jetzt nicht unbedingt gleich alles vor ort. Wie auch immer, es gab musikalisch einen mix aus Punk & Alternative Rock, aus den Ramones, Eddie & The Hot Rods sowie The Wildhearts. Der headliner bei diesem zirkus war dann Electric Six, ein sechser, darum der name, waeren sie einer weniger, dann wohl Electric Five und so weiter. Nichtsdestotrotz kommen die aus Detroit, Michigan und betraten die buehne in kleidung, wie wenn das eine office-party gewesen waere. Der eine oder vielleicht auch andere sogar etwas gewagter, weil moeglicherweise schon laenger bei der firma. Egal, sie legten dann naemlich los, als waere der chef oder die chefin bereits gegangen, spielten eine elektrisierende mixtur aus Punk, Dance, New Wave als auch haerterem Rock und hoerten sich dabei an wie ein schaltkreis aus Talking Heads, Iggy Pop (der solo act) und Alice Cooper (die band).

Naechster patient, Shandon Sham, aufgewachsen in Texas, U.S.A., hat er es sich nun in Amsterdam, Holland gemuetlich gemacht. Ist gelernter schlagzeuger und bewies dies bereits bei Pariah oder den Meat Puppets. Hat nun jedoch die haende an der akustischen gitarre um ein tribute an seinen vater runterzuzupfen. Dieser war Doug Sham, saenger bei so legendaeren formationen wie dem Sir Douglas Quintett oder den Texas Tornados. Dad zog aber ebenso solo seine nummer ab und auch dies wird vom junior gewuerdigt. Fuer ihn lautet das motto naemlich "sham plays sham", angeblich inspiriert von "zappa plays zappa". So oder so, dieses konzept setzt er sowohl live mit band als gelegentlich auch (fast) alleine um. Letzteres im rahmen von warm up shows in plattenlaeden. Bei solch einer gelegenheit gab es eine gut gelaunte, beschwingte performance zu bestaunen, wobei er von Douglas Linton sowie einem lokalen harmonika-spieler unterstuetzt wurde. Dann gab es woanders Wives zu sehen. Das waeren eigentlich vier typen aus Queens, New York, es sind jedoch nur drei aufgetaucht. Eventuell laeuft da gerade ein sparprogramm. Unabhaengig von der aufstellung, spielen die eine vereinigung aus Alternative-, Punk-, Jam-, Grunge- wie Noise Rock und klingen wie Rollins Band gemischt mit Neil Young & Crazy Horse sowie The Fall.

An anderer stelle gab es noch einen flotten Metal-dreier, der mit Silver Dust aus Porrentruy, Schweiz eroeffnet wurde. Die machen Gothic Rock, Epic-, Symphonic Metal und ziehen das ganze eher theatralisch auf. Hat etwas von einer medicine show oder jahrmarkt, gaukler, geisterjaeger sowie aehnlichem. Dann kamen Rotting Christ aus Athen, Griechenland und dasz dies keine Christian Rock formation ist, kann wohl angenommen werden. Ebenso dasz sie mit diesem namen bereits mehrmals probleme hatten. Dabei spielen die blosz Death Metal, der mitunter duester oder trashig und manchmal auch symphonisch abgeht. Aber in diesen kreisen musz man eben etwas vorlegen - am besten gleich namentlich. Ihre glueckszahl ist scheinbar 666 und die show glich einem ritt auf den teufels-hoernern, war treibend, peitschend, aufwuehlend. Als hoehepunkt gab es schlieszlich noch die in Lissabon, Portugal stationierten Moonspell. Tatsache ist, deren buehnenbild gibt etwas her, das ist mehr als blosz ein verrotzter teppich. Da wartet man foermlich darauf, dasz eine art Bela Lugosi oder Christopher Lee durch die kulisse huscht. Musikalisch gab es immerhin eine schwarze messe aus Black-, Gothic-, Folk- wie Death Metal und es kam rueber wie eine kreuzung aus Type O Negative, Tiamat als auch Paradise Lost.

Am letzten klick noch dabei - The Regrettes, ein vierer aus Los Angeles, Kalifornien, bei denen trifft Pop-Punk auf Indie Rock, girl-group- auf riot grrrl sounds, doo-wop auf power-pop. Erinnern an die fruehen Bangles, No Doubt, The Pipettes sowie entfernt an The Knack. Sie brachten von beginn weg die huette zum dampfen, wenn die loslegen, musz man sich einfach bewegen. Als support hatten sie Lauran Hibberd, saengerin/songschreiberin von der legaenderen Isle Of Wight, England mit dabei. Sie ist spezialisiert auf klassischen Indie Rock und hat etwas von Courtney Barnett, Transvision Vamp, Weezer als auch der fruehen Cindy Lauper. Lauran ist gerade beim durchstarten und legte mit ihrer begleit-band einen ansprechenden auftritt hin, welcher verlangen nach mehr weckte.

Nun, was sickerte aus der filmwelt durch? "The spy who dumped me", eine interessante, amuesante, kurzweilige sowie spannend gemachte Spy-Comedy. Auch wenn manches irgendwie bekannt vorkommt. Regisseurin als auch co-autorin Susanna Vogel schickt in ihrem dreh zwei freundinnen auf die harte tour durch Europa. Gleicht einem trip aus "romy and michelle´s high school reunion", "mission impossible" plus der tv-serie "killing eve". Schwarzen, bitteren humor wiederum gab es bei "a simple favour" von Paul Feig. Alleine beim titel hat man bereits eine gewisse vorahnung, da laeuft sicher irgendetwas schief, es kann nicht gutgehen. Okay, auch so etwas hat man schon gesehen, doch wie dieser streifen, abgedreht nach dem debuetroman von Darcey Bell und Jessica Sharzer´s skript, gezimmert wurde, ist einfach klasse und definitiv ein fest fuer die augen. Spitzen garderobe und die dazu passend ausgesuchte ausstattung - oder umgekehrt. Weiters ein top-soundtrack sowie eine ideal zusammengestellte besetzung. Besonders die momente zwischen Anna Kendrick & Blake Lively sind ein genusz, weil die unterschiede der beiden charaktere so treffend herausgezeichnet wurden. Wird uebrigens teilweise in rueckblenden erzaehlt.

Gleiches gilt hauptsaechlich fuer "capharnaum" beziehungsweise "capernaum", wie es international heiszt. Nadine Labaki erzaehlt mit laiendarstellern aus der umgebung, wovon der groszteil kinder sind, die odyssee eines jungen in Beirut, Libanon, der von zuhause ausbuext, woanders aufnahme findet, abermals auf der strecke bleibt, schluszendlich im gefaengnis landet und dann die eltern verklagt, quasi weil sie ihm zur welt gebracht haben. Klingt jetzt wohl extrem, spiegelt jedoch die hoffnungslosigkeit wider, welche mancherorts bereits bei der geburt beginnt. Beim ansehen werden erinnerungen an "lion", "slumdog millionaire" oder gar "ladri di biciclette" wach. In Carl Zitelmann´s "el vampiro del lago" respektive "the lake vampire", ist ein autor auf der jagd nach einer guten geschichte, was ihn in eine verkettung aus serien-moerder, okkult wie vampirismus reinzieht. In rueckblenden wird das ganze aufgerollt. Hat etwas von "se7en", "angel heart" oder der tv-serie "mindhunter".

Anderes thema: Vor vielen jahren haben mein schwager und ich seine garage in ein raumschiff umfassoniert, um dort einen sci-fi short abzudrehen. Meine schwester war fuer regie als auch bildgestaltung zustaendig. An diesen jux habe ich mich beim ansehen von "prospect" erinnert. Dieser dreh von Zeek Earl & Christopher Caldwell, der auf beider gleichnamigen kurzfilm aus 2014 basiert, weckt erinnerungen an low bis lowest budget werke von Ed Wood, Monty Python oder John Carpenter. Jedoch hatten die beiden angeblich fast 4 millionen dollars zur verfuegung. Ging woh fuer die verpflegung drauf - oder um das ganze billig aussehen zu lassen. Jedenfalls musz man diesen retro sci-fi streifen gesehen haben um es zu glauben, einfach faszinierend. Ist ein treibstoff-gemisch aus "alien: covenant", "the book of eli", "annihilation" oder dem kurz danach veroeffentlichtem "high life" - jedoch deutlich sparsamer ausgestattet. Thematisch koennte man hier jetzt noch etwas aus der Fantasy, Mistery ecke einschieben. Also "durante la tormenta" auch "mirage" genannt. Regisseur & co-autor Oriol Paulo kreierte ein raetsel aus mord, abgaenigkeit, zeitreise sowie liebe, dessen loesung in einem zwischending aus "a ghost story", "frequency" plus "the butterfly effect" zu finden ist.

Nichts uebersinnliches, dafuer ordenlich spannung, bietet "bad samaritan". Da parken zwei jungs die autos von gaesten eines restaurants und wenn es gut aussieht, gucken sie bei denen auch gleich daheim vorbei, um mitzunehmen was sich lohnt. Bei einem ihrer opfer stoeszt einer der beiden dann auf eine gefangengenommene, angekettete, junge frau. Von da an beginnt sich die spirale in alle richtungen zu drehen. Invasion der privatsphaere auf leben & tod inklusive. Ganze arbeit von fimemacher Dean Devlin. Sein kollege Yann Demange wiederum verfilmte die wahre geschichte "white boy rick", wobei ein junger drogendealer zwangsweise zum informant wird, aber schluszendlich alleine dasteht. Spielt in den 8oern, an dieser dekade fuehrt momentan kein weg vorbei und der film vermittelt auch noch voll dieses feeling, hat den passenden soundtrack dazu und wirkt wie ein verschnitt aus "clockers" & "american hustle". Zusaetzlich setzt Richie Merritt in der titelrolle ein ausrufezeichen. Was anderes, aber ebenso auf wahren ereignissen basierend, jedoch noch unglaublicher, ist "bomb city" von Jamie Brooks. Punks gegen college jungs, auszenseiter gegen gesellschaft, anarchie gegen intoleranz, wut gegen hasz. Ein gemenge aus "the worriors", "class of 1984" und der serie "waco". Gleichfalls um jugendkultur, wenn man diese art der gegenseitigen wertschaetzung so nennen will, geht es im fiktiven "mid 90s", dem regiedebuet des schauspielers Jonah Hill. Hier liegt der fokus auf einem 13-jaehrigen, dem der dauernde zoff daheim ordentlich auf den sack geht und dieser daher mit einer gruppe etwas aelterer, abgefahrener skater-aersche abhaengt, denen natuerlich jede menge scheisze einfaellt. Und der junge wichser ist dabei mittendrin. Besticht durch street-credibility, derbe sprache und ruede umgangsformen. Kommt so geil rueber wie ein kack-mix aus "kids", "this is england" sowie "paranoid park". Ebenso ungeeignet fuer zartbesaitete ist "the nightingale", was wiederum - so cirka oder angeblich genau - um 1825 in Australien spielt. Das waren harte, brutale zeiten und Jennifer Kent, fuer buch & regie verantwortlich, machte keinen hehl daraus. Alles andere waere eine weichzeichnung gewesen. Aus einer starken besetzung ragt Aisling Franciosi, die den verlorenen, von selbstzweifeln geplagten racheengel gibt, heraus. Dieses dichte, fesselnde Drama gleicht teilweise einem horrortrip der hauptfigur und erinnert, von der atmosphaere her, an eine tortur aus "the witch", "fitzcarraldo" als auch "the proposition".

Apropos Horror, John Carpenter wurde ebenso bereits erwaehnt, somit musz man jetzt unbedingt "halloween" einschieben. Naemlich die bislang letzte ausgabe, welche 40 jahre nach seinem original spielt. Michael Myers, der zuletzt 2002 in "halloween: resurrection" wuetete, ist darin des mordens noch lange nicht muede und stampft abermals unbeirrt mit dem kuechenmesser durch die gegend. Auch Jamie Lee Curtis gesellte sich nun bereits zum fuenften mal dazu und wie sie diesmal auftrat, koennte sich sofort zu "terminator" wechseln. Das ganze wurde fuer die heutige zeit etwas adaptiert, doch liebhaber wie -innen einer rustikal angeruehrten blutsuppe kommen auf ihre kosten. Ergaenzend sind zwei weitere showdowns bereits annonciert, abermals mit David Gordon Green im regiestuhl. Vertraut wirkt in gleicher weise "summer of 84", realisiert von einem gespann aus Francois Simard als auch dem geschwisterpaar Whissell. Dabei geht es um vier jugendliche freunde, welche (nicht nur) den genannten sommer gemeinsam verbringen und dinge unternehmen wie erkunden. Man denkt sofort an die serie "stranger things", die "it" filme, eventuell auch "super 8". Doch es geht dann in eine andere richtung, nichts uebersinnliches, auszerirdisches oder irgendwelche horror-koepfe sind das problem, sondern der nachbar. Also alltaegliches. So kann man zusaetzlich noch "disturbia" als referenz heranziehen. Auch wenn man vielleicht glaubt, all dies bereits gesehen zu haben, ist es gut gemacht. Inklusive passender musik von Le Matos, ein Synth-Wave duo aus Montreal, Kanada.

Abschlieszend sei noch "the outsider" erwaehnt. Ein Neo-Noir streifen von Martin Zandvliet. Ansprechend gemacht, baut sich gemaechlich, ruhig auf, ist jedoch knallhart, wenn es darauf ankommt. Jared Leto gibt einen ehemaligen Amerikanischen soldaten im Osaka, Japan der 50er, der nach seiner entlassung aus dem gefaengnis bei dort ansaessigen gangstern einsteigt. Eine verbindung aus "a man called horse", "brother" und der sogenannten "the yakuza papers" reihe.

Samstag, 26. Oktober 2019

Mischung No. 6

Zurueck zur realitaet, am besten mit ein paar musikalischen neuentdeckungen. Da gaebe es beispielweise Palehound, ein trio um die saengerin wie songschreiberin Ellen Kemper und in Boston, Massachusetts stationiert. "Black friday" nennt sich nun deren drittes werk, eine lebenshilfe-therapie via Indie Pop & Alternative Folk. Letztgenannter musikstil existiert gleichfalls im universum von Alice Tambourine Lover, einem duo aus Bologna, Italien. Zusaetzich schwirren da noch Blues, Psychedelic und ein brocken Country herum. Nachzuhoeren auf ihrer vierten langrille namens "down below", was ja den erwaehnten Blues bereits irgendwie im titel hat. Kommen ins regal neben den Cowboy Junkies, Mazzy Star und Sheryl Crow. Oder wie waere es mit Uv-Tv, ein dreier aus Queens, New York mit seinem dritten longplayer "happy". Die haben melodischen Indie-Rock als auch Shoegaze, in summe mit etwas Punk an den kanten, im programm. Erinnert an Echo & The Bunnymen oder The Pastels. Fuer alle die jetzt auf den geschmack gekommen sind, vielleicht noch einen Nice Apple, ein trio aus Vancouver, Kanada mit seinem ersten wurf "this time nice apple is auto-cathecting". Sie erzeugen einen aehnlich ansprechenden laerm wie Talulah Gosh, Shop Assistants oder The Vaselines. Ist gleich Indie-Pop, Pop-Punk, wie auch immer. Noch lust auf einen weiteren dreier mit seinem debuet, hier waeren Neutrals aus San Francisco, Kalifornien. Die bieten den geneigten hoerern wie hoererinnen auf "kebab disco" einen sound, der sich in erster linie nach Art Brut, in zweiter nach Pulp und mitunter ebenso nach The Clash anhoert. Oder Big White, ein seit 2013 aktiver fuenfer aus Sidney, Australien mit einer 5-song-e.p. namens "heavens unlikely", ein vorbote auf ihren zweiten langspieler. Fuehlen sich inspiriert von so unterschiedlichen akteuren wie Bob Dylan, Rolling Stones oder Aphex Twin. Diese vorlage klingt dann bei ihnen nach Indie Rock sowie New Wave.

Zeit um Reducidos, einen 4er aus Lima, Peru zu entdecken. Deren debuet e.p. nennt sich "represión // opresión" und birgt Hardcore Punk vermischt mit Dark Wave. Zusammengefuegt hoert sich das nach protest, aufruhr, nach einer hingerotzten revolution an, als waeren die auf zoff aus, wuerden nicht mehr alles hinnehmen. Mal sehen wie das weitergeht. Nun zu einem 4er aus Christchurch, Neuseeland, die nennen sich Zhukov und haben kuerzlich ihre zweite e.p. aufgelegt. Wurde von ihnen ueberraschenderweise "ep II" betitelt. Darauf zu finden sind fuenf songs, die werden jedoch in einer art & weise runtergedroschen, sodasz es gefuehlt beinahe wie einer rueberkommt. Kurze songs, schnell gespielt, zusaetzlich angeblich in The Dogshit Factory aufgenommen, noch dazu mit Brian Feary (!) am mischpult - liest sich wie verarsche, ergibt jedoch Punk-shit, welcher ordentlich abgeht. Nichtsdestotrotz koennen Khiis aus Oakland, Kalifornien, mit ihrem erstwerk, der "bezoar lp", hier mithalten. Der vierer fabriziert seinerseits vollgas anarcho-Punk und rast mit lichtgeschwindigkeit durch die nachbarschaft. Bruised hingegen debuetieren mit "rotten codex". Sie sind ein septett aus Chicago, Illinois und spielen klassischen Post-Punk im sinne von Gang Of Four, Wire oder The Pop Group.

Last Train ist angeblich ein vierer aus Lyon, Frankreich, der mit "the big picture" sein zweites statement absetzt. Dieses hat etwas vom Black Rebel Motorcycle Club, Oasis wie auch Radiohead. Pendelt sich ein bei Alternative Rock, der mitunter leicht Progressive wird. Apropos Progressive, dazu noch etwas Psychedelic (gehoert heutzutage dazu), Space Rock plus 70ies feeling, dann sind wir bei "out of the loop" von Atomic Time, einer fuenfkoepfigen band aus Bauru, Brasilien. Die bekennen sich zu Yes, King Crimson, Genesis oder ELP. Einfach mal reinziehen, dieses produkt. Nicht zu vergessen Rites Of Fall mit "towards the blackest skies", der erstling dieses projekts von Bartek Kuszewski aus Warschau, Polen. Der fabriziert instrumentalen, duesteren, progressiven Electro, wobei man das gefuehl hat, da haben sich Trent Reznor, Klaus Schulze und Massive Attack kurzgeschlossen. Vermittelt das gefuehl von filmen wie "event horizon", "pandorum" als auch "red planet". Das ganze hat etwas von einer imdustrial symphony, die man am besten im stockdunkeln hoert - also ab unter die bettdecke.

Darunter treffen wir vieleicht auf HashFinger aus Bradford, England der macht auf "dandelions" instrumentalem Hip-Hop mit gelegentlichen vocal samples, beats, breaks & loops. In summe jazzy, oriental, etwas Bossa - auf jeden fall verdammt groovy. Erinnert mitunter an DJ Shadow. Als naechstes Afrosideral, hinter dieser idee steckt der saenger, produzent wie multiinstrumentalist Kumar Sublevao aus Kuba. Sein aktueller output ist "el olimpo del osorishas" betitelt und zeigt eine menge an input in form von World Music, House, Dub, Electro, Trance, Hip-Hop, Psychedelic und Afro-Cuban sounds. Irgendwie diese art von vibe verbreiten auch Chali 2na & Krafty Kub aus West Hollywood, California und zwar auf "adventures of a reluctent superhero". Hierbei wird zusaetzlich noch gescratcht, gesampled und fette beats gedropped. Okay, nun zu Lizzo, die kennen wohl bereits alle, aber ihre dritte lp "cuz i love you" groovt so schoen und die frau hat humor. Sie serviert uns Hip-Hop, R&B, Soul, Pop, Funk - und zwar ordentlich durchgeruehrt. Geboren als Melissa Viviane Jefferson in Detroit, Michigan ist sie mittlerweile auch im kino zu bewundern, naemlich in "hustlers" von Lorene Scafaria.

Wear Your Wounds, eigentlich ein solo ding von Jacob Bannon, normalerweise saenger beim U.S. Hardcore 4er Converge. Sein nebenkonzept ist mittlerweile zum quintett angewachsen, sieht also nach mehr aus, ueberhaupt weil im zusammenhang mit dieser sache nun vermehrt von einer supergroup gefluestert wird. Jedenfalls ist das dritte werk, "rust on the gates of heaven", ein schnitt aus Post Rock sowie Metal und gleicht einer mixtur aus Mogwai, Oathbreaker plus Bon Iver. Bitte ueberpruefen! Nun wieder mal ein debuet und zwar von Eat Me Fresh, ein quartett aus der Tschechischen Republik, welches seit 2010 aktiv ist. Auf "mob" gibt es Hardcore-Punk zu hoeren, der ziemlich heavy daherkommt und auch Stoner-einfluesze aufweist. Klingt als wuerden Bad Brains mit Metallica jammen und man hat das gefuehl, die sind nie um ein riff verlegen. Ideale ueberleitung zu Earth aus Seattle, Washington und ihrem album "full upon her burning lips". Darauf gibt es instrumentalen Doom-, Stoner- wie Drone-Rock, realisiert via trockenem riffing mit dezenter schlagzeug-begleitung. Ideales geschenk fuer personen, die gerne eingeraucht luftgitarre spielen. Okay, was anderes, Totenwache, ein Black Metal trio aus Hamburg, Deutschland, gegruendet 2017. Auf ihrem ersten wurf "der schwarze hort" knueppeln die sich in diabolischer manier durch 9 songs, die mitunter auch eine gepflegte melodie aufweisen. Was will man mehr? Vielleicht noch Wrath, eine dreikoepfige formation aus Indiana, U.S.A. - soviel ist bekannt. Sie legen auf "absolute power" Speed- respektive Trash-Metal mit Punk-einstellung vor. Klingt dann irgendwie nach den 80ern, nach Metallica, Slayer oder den Misfits, die sie hierbei auch covern. Das bringt uns zu Oceans, ein vierer, der seinen instrumenten, laut plattenfirma, Post Death Metal entlockt. Ihre bisher zweite e.p. heiszt "cover me in darkness" und diese dunkelheit birgt 4 cover-versionen, die gut und kraftvoll eingespielt wurden.

Interpretationen von bereits veroeffentlichtem (fremd-) material sind in letzter zeit ohnehin wieder in mode gekommen. Die unterschiedlichsten kuenstler wie kuenstlerinnen mischen da mit. So hat Cher ihrem kurz-auftritt in "mama mia - here we go again", eine auswahl an Abba-covers, genannt "dancing queen", folgen lassen. Bob Dylan hat die lps "strangers in the night", "fallen angels" sowie "triplicate" innerhalb von wenigen jahren abgefeuert und Country-man Willie Nelson schosz mit "my way", einer Frank Sinatra huldigung, zurueck. Dazu paszt, das Joan Osborne vor zwei jahren ein "songs of bob dylan" werk rausbrachte. Danzig spielten eine sammlung an verschiedenen neu-interpretationen unter dem titel "skeletons" ein, wobei das album-cover eine refrenz an David Bowie´s "pin ups" ist und auch die Eagles Of Death Metal leisteten 2018 ihren beitrag mit "pigeons of shit metal", einer limitierten veroeffentlichung, die mit dem ueberlappenden "the best songs we never wrote" aus 2019 unlimitiert ergaenzt wurde. Der ruhige wie ueberlegte Bonnie Prince Billy, kuenstlername von singer / songwriter Will Oldham, wiederum wuerdigte 2013 in zusammenarbeit mit Dawn Mc Carthy von den Faun Fables die Everly Brothers mittels "what the brothers sang". Weiters hatte er 2018 mit "best troubadour" ein Merle Haggard tribute am start. Als waere das nicht genug, gab es im selben jahr noch "wolf of the cosmos". Dabei spielte er ein album der saengerin Susanna Wallumrod neu ein. Genau diese Susanna legte ihrerseits mit "go dig my grave", zusaetzlich noch eine duestere covers-auswahl mit ergaenzend einer eigen-komposition vor. Weiter geht es mit Doom Side Of The Moon, ein vorhaben von The Sword gitarrist Kyle Shutt, der mit freunden dem Pink Floyd klassiker "dark side of the moon" einen Metal-anstrich verpaszte. Bringt uns stilmaeszig zu Prong, die bereits 2015 mit "songs from the black hole" verschiedene lieder in ihrer weise praesentierten. Letztes jahr kam aehnliches von Burn The Priest, der urspruengliche name von Lamb Of God, sie nanntes es "legion: xx". Diamanda Galas hingegen bediente sich auf "all the way" gnadenlos an Jazz-, Folk- wie Blues-klassikern, Harry Connick Jr. befaszte sich erst kuerzlich via "true Love: a celebration of cole porter" mit dem oft benuetzten repertoire dieses songwriters und der hyperaktive Joe Bonamassa feierte mittels des live-albums "british blues explosion live" die einstigen helden der British invasion ab. Ein anderer gitarrero, Peter Frampton, mit Band, als haette er davor keine gehabt, froente mit "all blues" ebendiesem. Hier kann man nun bestens The Quireboys mit "white trash blues" anhaengen, kommt somit ziemlich durchgedacht rueber. Jim James von My Morning Jacket hingegen hatte "tribute to 2" am start und fuer alle, die sich nun irritiert die ruebe kratzen, "tribute to" kam bereits 2009 auf den markt. Ann Wilson von Heart liesz mit "immortal" verblichene helden hochleben und ex- The Smiths saenger Morrissey versammelte seine favoriten unter dem titel "califonia son". Auf der anderen seite lieferte der trompeter Goran Kajfes samt dem Subtropic Arkestra mit "the reasons why vol. 3" bereits das dritte werk dieser art ab. Die Indie-darlings The Lemonheads kamen heuer mit "varshons 2" zurueck. Der erste teil davon datiert aus 2009. Also wie ging das nochmals - Indie-band + covers + 2019 - alles klar, da waeren wir dann in summe bei Weezer und ihren "the teal album" angelangt. Nicht zu vergessen - New Found Glory, die haben heuer ihre e.p. "from the screen to your stereo 3" veroeffentlicht. Heiszt zum ersten, hier gibt es filmmusik im Pop-Punk arragement und zum zweiten "no. 2" kam in 2007 und das original in 2000. Nebenbei hatten sie 2013 eine davon unabhaenige e.p. namens "mania" am start, welche sich den Ramones widmete. Schluszendlich kamen in dieser sache kuerzlich erst The Dead Dasies mit "locked and loaded" hinter dem busch hervor. Dem wollte David Hasselhoff nicht nachstehen, er gab seinen schwimmreifen ab, versenkte die schwarze quassel-karre (oder umgekehrt) und verging sich fuer "open your eyes" an material von beispielweise The Lords Of The New Church, Gordon Lightfoot, Modern English oder dem einstigen Eurovision-Songcontest-sieger Udo Jürgens. Genauer betrachtet erinnert diese machart frappant an "mit freundlichen grueszen", welches wiederum bereits 2013 vom Deutschen schlagersaenger Heino abgeliefert wurde. Auch er machte sich ueber total genrefremdes material von acts wie Rammstein, Nena, Marius Müller-Westernhagen, Die Ärzte und andere her.

Auf den buehnen ging natuerlich auch einiges ab und zwar passenderweise waren The Protomen aus Nashville, Tennesse zu bestaunen. Die kommen optisch wie eine moderate version von Slipknot rueber, fabrizieren jedoch theatralischen 80ies AOR. Was die truppe abzieht, wirkt wie ein musical oder eine Rock-show im stile von The Tubes oder Meat Loaf. Treffenderweise arbeiteten sie bereits mit dem produzenten wie musiker Alan Shacklock zusammen, der Meat´s output "bad attitude" betreute. Diese clique hat in form von "a night of queen" breits ein live-tribute inszeniert und ebenso "the cover up", einen longpayer mit 70ies wie 80ies cover-versions eingespielt. Also treffender geht es gar nicht. Film-maeszig wuerden sie sich selbst zwischen "eddie and the cruisers" sowie "streets of fire" einordnen, live dachte man dann doch eher an ein mittelding zwischen einer "the rocky horror picture show" auffuehrung und "phantom of the paradise". Party allemal! Jemand, der in sein set ebenfalls einige fremde gassenhauer einbaute war Wayne Hussey, saenger der nur mehr gelegentlich aus der dunkelheit auftauchenden The Mission (U.K.), welche ihre wurzeln bekanntlich in den Sisters Of Mercy haben. Er selbst ist derzeit auf solo-acoustic tour, wobei er abwechselnd am piano oder an der gitarre performt. Als anheizer hatte er Ashton Nyte, aus Johannisburg, Suedafrika mit im bus. Der flattert seit ende der 90er durch die Gothic-szene und praesentierte sich wie ein zwischending aus Nick Cave und Andrew Eldritch.

Weiter mit dem fuenfer The Warlocks aus Los Angeles, Kalifornien. Ebenfalls seit den auslaufenden 90ern aktiv, angeblich beeinfluszt von acts wie Spacemen 3, The Velvet Underground oder The Jesus & Mary Chain und eine mixtur aus Alternative-, Psychedelic-Rock sowie Shoegaze erzeugend. Live brachten die mit 4 gitarren einen fetten sound auf die bretter. Als vorprogramm hatten sie The Stevenson Ranch Davidians dabei. Klingt irgendwie nach sekte oder zumindest sport-verein und siehe da, dieses quartett aus L.A. lebt in einer gemeinschaft, welche sich selbst verwaltet. Ihre musik flicken sie aus Indie-, Psychedelic-, Surf-Rock, Country plus Folk zusammen - was sie eben finden konnten. Erinnern tat dies beim lokalaugenschein an Ryan Adams, Gram Parsons beziehungsweise The Flying Burrito Brothers. Den local support gaben Aux Portes, ein quintett, das an der schwelle zwischen Psychedelic- als auch Prog-Rock agiert.

Seit bereits 1987 machen The Telescopes aus Burton Upon Trent, England `rum. Beim auftritt entlockten sie ihren instrumenten einen mischmasch aus Space-, Psychedelic-, Trip-Rock wie auch Shoegaze, der sich droehnend, langsam, scheppernd, rituell, tranceartig aufbaute, wozu der schlagzeuger im hintergrund wie eine maschine haemmerte. Man wurde einfach hineingezogen, ob man wollte oder nicht. Auf ihrer reise dabei hatten sie die Sneers aus Civezzano, Italien. Dieses urspruengliche duo-konzept wurde eigentlich in Berlin, Deutschland gegruendet und kreierte eine nicht unaehnliche atmosphaerische, rituelle, hypnotisierende musik, die einem in ihren bann zog. Klang in summe wie eine zusammenfuehrung von Come, Codeine & Joanna Newsom. Der abend startete vielversprechend mit den vier-koepfigen Baits, die rueberkamen wie eine melange aus The Breeders, Hole plus X-Ray Spex.

Demented Are Go, ist ein 4er aus Cardiff, Wales, der bereits seit 1982 sein ding abzieht und immer noch durch die gegend rollt. Ihr Rock setzt sich aus Rockabilly, Punk & Psychobilly zusammen. Einen schusz horror zur dekoration gibt es als draufgabe. Das ganze entwickelte dann eine dynamik, die ein ruhiges herumstehen unmoeglich machte. Als vorab-stimmungsmacher agierten die in 2000 gegruendeten Raygun Cowboys aus Edmonton, Canada. Diese fuenf Rockabilly Punks drueckten vom ersten bis zum letzten song unermuedlich auf die tube.

Dann war da noch der vierer Church Of Misery, welcher von Tokyo, Japan aus die welt bereist und scheinbar einen groszen sack voller schwerer riffs durch den zoll geschmuggelt hatte. Hoerte sich an wie Heavy- als auch Doom-Metal, Stoner- wie Psychedelic-Rock und erinnerte and die spaeten 60er sowie die 70er jahre, genaugenommen an bands wie Black Sabbath, Saint Vitus oder The Obsessed. Ihre texte drehen sich mitunter um serien-killer & moerder-kulte. Also fuer jede wie jeden etwas dabei und volle droehnung garantiert! Da kann man dann gleich mit Death- oder Black Metal weitermachen, den lieferten zu anderer zeit Afsky aus Kopenhagen, Daenemark. Urspruenglich eine solo-angelegenheit von Ole Luk, dem saenger wie gitarristen von Solbrud. Wie auch immer, bei denen hatte man das gefuehl, dasz sich die buehne mit ihnen langsam aber sicher richtung feuersbrunst senkt, doch sie kaempften nicht dagegen an, sie musizierten dazu. Danach kamen Spectral Wound, ein fuenfer, der in Montreal, Kanada beheimatet ist. Die schlagen ungefaehr in die selbe kerbe, haben ebenso diesen Skandinavischen sound, jedoch brachialer, bei ihnen haemmerte etwas Trash Metal durch. Zeigen sich im allgemeinen inspiriert von Darkthrone, Immortal sowie angeblich Ingmar Bergman. Headliner dieses depressiv-atmosphaerischen abends waren Mourne, ein quartett aus Boston, Massachusetts. Sie feuerten aus allen rohren, praesentierten sich ziemlich heavy, crusty, treibend, duester. Vorgeblich beeinfluszt von Anthrax, Mistery sowie New Model Army. Zu guter letzt noch Emma Ruth Rundle, saengerin / songschreiberin aus Los Angeles, Kalifornien, die sich mit dem schaffen von Kate Bush als auch David Lynch infizierte. Macht in ihrem fall Post-Rock, Dark-Folk oder diesen mystischen Death Gospel und erinnert dabei an acts wie P. J. Harvey, A. A. Williams oder Chelsea Wolfe. Rundle´s liedgut wirkte duester, baute sich auf, wurde immer gewaltiger, als haette sich ein gewitter zusammengezogen, waere wind aufgekommen und der himmel verdunkelt worden. Sehr stimmungsvolle darbietung.

Jetzt aber noch ein paar laufende bilder, etwas schauspielkunst, etwas "first man", was sich, wie der titel vorgibt, um die geschichte von Neil Armstrong dreht. Zumindest um jenen teil, kurz vor seiner aufnahme bei der Nasa und kurz nach ende der erfolgten mission. Der rest bleibt hinter dem mond zurueck. Jedenfalls ist diese aufarbeitung stark besetzt und mit einem ansprechenden score von Justin Hurwitz ausgestattet. Waehrend die gut 140 minuten vor mir runterflimmerten, fiel mir ein, dasz ich vor vielen jahren mit einer laengst nicht mehr existierenden billig-fluglinie nach Amsterdam, Holland geflogen bin. Bereits waehrend des starts wackelte wie schepperte alles in einer weise, die mich an einer sicheren landung zweifeln liesz. Ungefaehr so musz es wohl Armstrong und seinen kollegen waehrend des Gemini 8 projekts als auch beim eigentlichen auftrag ergangen sein. In der selben zeit-periode angesiedelt ist das abgefahrene "bad times at the el royale". Toll gemacht von regisseur, drehbuchautor wie produzent Drew Goddard und aufgepeppt mit einem top soundtrack. Dabei stranden in einem hotel, motel oder gar holiday inn verschiedene charaktere, die alle mehr oder weniger auf der flucht beziehungsweise suche sind. Begleitend gibt es referenzen an wahre personen wie Phil Spector, die Manson Family plus Darlene Love. Letztere wird quasi von der groszartigen Cynthia Erivo verkoerpert. Unter dem strich ist das ganze ein zirkus aus "identity", "martyrs" plus "helter skelter".

Wahre ereignisse hatten wir anfangs schon, hier nun "pájaros de verano", das zwischen ende der 60er und dem beginn der 80er in Kolumbien spielt und vom aufstieg & ende eines drogenhaendlers erzaehlt. Das filmemacher-gespann Ciro Guerra & Cristina Gallego lieferte eine art kunstvolles gegenstueck zu "blow", welches durch tolle bilder besticht. Bleiben wir noch kurz in Suedamerika als auch bei den tatsachen. Mit "la noche de 12 anos" entfuehrt uns Alvaro Brechner, fuer regie & script verantwortlich, ins Uruguay der fruehen 70ern bis mitte der 80er, in langjaehrige, politische gefangenschaft, bei der notgedrungen realitaet & illusion verschwimmen. Sollte dies fuer manche nun doch etwas langweilig klingen, dann sei festgestellt, diese, wie gesagt, wahre geschichte ist fesselnd, beklemmend, verstoerend, aufwuehlend, einfach unglaublich und erinnert etwas an einen anderen tatsachen-dreh - "sulla mia pelle", von Alessio Cremonini. Ein groszer kern von wahrheit steckt ebenso im fiktiven "transit" von Christian Petzold. Er verlegt den einmarsch der Deutschen wehrmacht in Frankreich in die heutige zeit. Dabei denkt man natuerlich sofort an "the man in the high castle", hierbei geht es jedoch nicht um action, spannung widerstand, sondern um das befinden als auch die gefuehle von gestrandeten, die eigentlich davor fliehen wollen. Ein leben zwischen bangen, zoegern, hoffen, wollen und nicht koennen - schlicht zwischen den stuehlen - erzaehlt zum teil aus dem off. Die grundgeschichte basiert auf dem roman der Deutschen schriftstellerin Anna Seghers, geschrieben anfang der 40er in Mexiko und wurde uebrigens bereits 1991 von René Allio erstmals verfilmt.

Als kind vermiszt, falsche eltern, entfuehrungsfall, wiedersehen - oder doch nicht? All dies beinhaltet "nancy", ein ruhiges, unspektakulaeres, karges, faszinierendes stueck Drama. Von wenigen personen gut gespielt und gefuehlvoll verfaszt wie verfilmt von Christina Choe. Die atmosphaere erinnerte etwas an "room". Koennte man lose mit "leave no trace" verknuepfen, wobei ein vater mit seiner tochter in der wildnis lebt. In folge werden sie aufgespuert, abgefuehrt und man versucht sie zu zivilisieren - am besten mit buerokratie. Regisseurin, produzentin wie co-drehbuchschreiberin Debra Granik fertigte ein Drama ueber gesellschaft, freiheit und loslassen. Wirkte wie ein lunchpaket aus "the survivalist", "into the forest", "captain fantstic" und dem danach veroeffentlichten "high life". Vielleicht jetzt noch "den skyldige", wobei ein polizist, der strafdienst in der einsatzzentrale absolviert, den anruf einer frau zugeteilt bekommt, die scheinbar gekidnapped wurde. Beinahe ein solo-auftritt von Jakob Cedergren unter der regie von Gustav Möller, der ebenfalls am skript mitwirkte. Wobei hier fast der halbe set gemeinsam an der Daenischen filmschule war. Dieses mittelding aus "locke", "cellular" oder "phone booth" ist von der ersten bis zur letzten minute spannend, packend, zum mitfiebern geeignet. Eigentlich sollte es eine auszeichnung fuer - the lowest budget with the highest output - geben. Andere wuerden nun eventuell einwenden, dasz dies bereits existiert, in form des auslands-Oscars. Fuer diesen war jener streifen uebrigens letztens nominiert.

Leider sind auch wieder ein paar sterne erloschen, naemlich Johnny Clegg - feierte musikalische erfolge sowohl mit Juluka wie auch Savuka, Daniel Johnston - lo-fi hero, Jimmy Johnson - Muscle Shoals studio gitarrist, George Chambers - von den Chambers Brothers, Larry Junstrom- bassist bei Lynyrd Skynyrd sowie 38 Special, Robert Hunter - songwriter + singer + poet, LaShawn Daniels - R&B songwriter, Ric Ocasek - vor allem The Cars frontmann, Eddie Money - soft rocker, Kylie Rae Harris - Country saengerin wie songschreiberin, Sulli Choi - saengerin plus schauspielerin, Ginger Baker - trommel-wirbler. Weiters die schauspieler Rob Garrison, Sid Haig & Robert Foster.

Sonntag, 1. September 2019

Mischung No. 5

Okay, was ging hier ab? Am letzten druecker sind wieder einmal ein paar filme bis zu mir durchgedrungen. So "butterfly" aus 2018 in der regie von Pierre Morel, der hat sozusagen die Luc Besson schule absolviert. Jennifer Garner ist hierbei als einsame raecherin auf den spuren von Charles Bronson unterwegs. Das hiezu gemeinte "death wish" ist wohl einer seiner bekanntesten streifen, wovon es auch mehrere sequels gab, die, je hoeher die nummer, desto mehr an qualitaet verloren hatten. Das ´74er original wurde uebrigens von Eli Roth, mit Bruce Willis in der hauptrolle, erneut abgedreht und ebenfalls letztes jahr veroeffentlicht. Wobei mittels der zurschaustellung von mobile phones, computern oder social media, der transfer in die neu-zeit dokumentiert wurde. Gilt gleichfalls fuer den eingangs erwaehnten streifen. Beide werke ernteten kritik fuer gewalt-szenen sowie mangelhaften dialog. Nun, welcher film soll das gewesen sein, wo Bronson grosze reden schwang und rache, im sinne des oft zitierten - auge um auge, zahn um zahn - ist eben kein kinder-geburtstag, auch wenn in "butterfly" einer vorkommt. Doch dieser faellt traurigerweise ohnehin ins wasser und entwickelt sich in weiterer folge noch zum drama. Rache ist eben zumeist verdammt blutig. Siehe passenderweise den feinen Thriller "revenge", 2017 abgedreht von Coralie Farglat. Odar gar "mandy", dabei konnte sich Nicolas Cage wieder mal so richtig austoben. Zusaetzlich streifte das ganze thematisch etwas am Manson-kult an, das ist ja momentan ohnehin en vogue. Wenn man diesen dreh nun ohne vorinformation sehen wuerde, koennte man meinen, er kaeme aus der David Lynch schmiede. Ist jedoch das zweit-werk von Panos Cosmatos, bei dessen regie-schaffen uebrigens stets ein hauch von Psychedelic durchschwingt.

Eine positive ueberraschung war "animal kingdom". Hier geht es um studenten, die einen raub in der universitaets-biblothek abziehen. Da sie scheinbar zu viele filme geguckt haben, nennen sie sich dabei Mr. Green, Mr. Black, Mr. Yellow und Mr. Pink. Das ganze beruht auf tatsaechlichen ereignissen und wird teilweise im dokumentar-stil, rueckblickend erzaehlt. Gut gemacht, gut besetzt, gute musik. Das kommando am set hatte Bart Layton und vor der kamera standen, neben anderen, die aufstrebenden Barry Keghan und Evan Peters.

"Apostle", da reist jemand in 1905 auf eine entlegene insel um seine schwester aufzuspueren und trifft ebendort auf eine sonderbare, eingeschworene gemeinde. Entwickelt sich gemaechlich, dranbleiben zahlt sich jedoch aus. Bezieht seine lehren aus "wicker man", "the ritual" wie auch "crucible". Noch zu etwas ganz anderem, Jason Statham, der hat bis jetzt immer gangster vermoebelt, doch nun bekam auch der mega-hai eins auf die fresse. "The meg", das ist ein bastard aus "20000 leagues under the sea", "deep blue sea" oder dem unerreichten "jaws". Amuesantes popcorn-kino - oder sagt man hierzu sushi-kino?

Was war live so los? Da war dieses happening, wo beispielweise Wurst eine melange aus drama-Pop und Uptempo-sounds, zwischen Timi Yuro und Erasure, performte. Oder Petrol Girls, die rotzten riot-maeszigen Hardcore, nach dem motto "touch me again and i´ll fucking kill you", auf die bretter. Dies haetten sie dem sound-guy klarmachen sollen, denn der drehte ihnen (ablaufbedingt) den strom ab. Weiters Avec, stets ein genusz diese singer/songwriterin mit der einpraegsamen stimme zu sehen wie hoeren. Hat sich in den letzten jahren definitiv weiterentwickelt. Dann noch Dero & Klumzy, die fabrizieren Hip-Hop, welcher definitiv zum tanzen anregt. Machen sich zwischen Avici und den Stereo Mcs breit. Den abschlusz bildete Soia, die macht vielversprechenden Neo Soul, welcher sich in Jazz, R&B, World-Music und Electro aufsplittert. Sie ist in Taiwan geboren, war in Afrika, diese einfluesse bringt sie mit rein. Man wird dabei an Erikah Badu, Hiatus Kaiyote oder Lauryn Hill erinnert.

Andererorts waren die ende der 70er in San Francisco gegruendeten Hardcore-Punk legenden Flipper zu gast. Vom urspruenglichen 4er (teilweise sogar 5er) sind nur mehr schlagzeuger Steve DePeace sowie gitarrist Ted Falconi uebriggeblieben. Daher haben die beiden zum 40-jaehrigem jubilaeum eine art supergroup aufgestellt, sich mit Mike Watt (der war bei Minutemen, ging bei den The Stooges reunions ein & aus und hat eigene projekte am laufen) am basz als auch David Yow (vor allem fuer sein wirken mit The Jesus Lizard unvergesslich) am mikrophon verstaerkt. Bei dieser aufstellung konnte gar nichts mehr schiefgehen, ein wuerdiges abfeiern. Im vorprogramm schlugen We Are The Asteroid aus Austin, Texas ein. Ihr sound weist spuren von Hardcore, Noise- wie Psych-Rock als auch Proto-Punk auf und legt normalerweise alles in schutt & asche.

Schlieszlich noch die Lumerians, ein seit 2006 aktives quartett aus Oakland, Kalifornien. Sie erscheinen wie auszerirdische auf der buehne. Man fuehlt sich anfangs in "close encounters of the third kind" versetzt. Wenn sie dann loslegen schieszen einem The Residents in den kopf und spaeter die Fields Of The Nephilim oder Tuxedomoon. Mitunter wird es auch kosmisch und man denkt an Harmonia. In summe haben die Space Rock, Dark Wave, Krautrock, Psychedelic sowie eine originelle show von oben mitgebracht. Leider fast zu spaet fuer den opener Primordial Undermind, ein urspruenglich in Pasadena, California formiertes trio, welches bereits mehrfach seine basis gewechselt hat sowie irgendwie offene mitgliedschaft praktiziert. Dadurch wurde ebenso die besetzung bereits des oefteren durchgemischt. Was jedenfalls zu sehen war, zelebrieren die ihren Doom-, Drone-, Stoner-, Trance-, Space-Rock plus was die instrumente sonst noch hergeben, mit leidenschaft.

Dann gab es noch diesen alljaehrlichen event, bei dem junge talente wie auch spaetberufene aufspielen. Da gab es unter anderen Good Wilson zu sehen. Die traten als duo auf, performten so eine art Indie-Folk marke Kings Of Convenience - nur trauriger. Oder Black Palms Orchestra, sie wiederum produzierten melodieoesen Dark Wave mit einem schusz Desert-Blues. Klang wie The Gun Club auf beruhigungs-tabletten. Weiters Strandhase, da gab es Indie-Pop / -Rock mit wechselnden zutaten zu hoeren, was durchaus zum bewegen anregte. Plus Krayne, die groovten sich engagiert durch ihren Jam-Rock. Der knaller war jedoch Scarabeusdream. Hierbei saszen sich zwei gegenueber, der eine trommelte wie vom affen gebissen auf sein schlagzeug ein, der andere haemmerte wie besessen in ein electro-piano und lieferte dazu meist manische vocals ab. Avantgarde-Noise am rande des kollaps.

Bei der letzten ausgabe ist mir ein gig durchgerutscht, der jedoch ein ueberraschend positives ereignis war - Low, dieses trio aus Duluth, Minnesota. Man koennte sagen die machen streszfreien Indie-Folk fuer tagtraeumer. In den 90ern, als sie sich formierten, hiesz es modisch Slow-Core, heute schrammt es nah am Dream-Pop. Egal jetzt wie, sache ist, bei solchen konzerten koennen einem schon mal die fuesze einschlafen, doch dies war definitiv nicht der fall. Die mitunter spaerlich arrangierten songs kamen live perfekt sowie stimmungsvoll rueber und es wurde auch das eine oder andere mal lauter, keine frage.

Was verfing sich im netz der neuerscheinungen? Nun, da war O Terno, ein trio aus Brasilien, mit ihrem "atrás/além". Dieser output hat zum teil etwas klassisch-traditionelles, wobei man an wegbereiter wie Antonio Carlos Jobin, Astrud Gilberto wie auch Joao Gilberto erinnert wird. Klingt nach ein biszchen Samba, etwas Bossa Nova, aber ebenso nach moderneren einfluessen wie Pop, Folk, Rock. Bleibt jedoch stets stimmungsvoll, wie ein sonnenuntergang an der Copa, moechte man meinen. Sommer plus sonne nehmen wir jetzt mit, dazu vielleicht noch eine haengematte und wir stellen uns "all that ever could have been" vor, das debuet des duos Molly. Die haben in ihrem picknick-korb Ambient Music, Dream Pop und Shoegaze, erinnern damit mitunter an Mogwai, Cigarettes After Sex oder Lush.

Bedouine, heiszt eigentlich Azniv Korkejian, ist eine in Syrien geborene saengerin / songschreiberin, die schon laenger in L.A., California abhaengt. Ihr zweiter longplayer, "bird songs of a killjoy", wurde kuerzlich veroeffentlicht. Dieser hat einen spaete 60er / fruehe 70er sound, verbreitet irgendwie den geist von Leonard Cohen und laeszt beim anhoeren unvermeidlich namen wie Carole King, Judee Sill, Joni Mitchell oder Karen Dalton aufblitzen. Produzent Gus Seyffert hat angeblich ein faible fuer alte instrumente sowie aufnahmegeraete und dies ist wohl fuer die stimmung hier mitverantwortlich. Oder Ayla Nereo, eine singer / songwriterin aus Nevada City, California, die angeblich mit Klassischer wie auch Keltischer musik sowie den liedern von Bob Dylan, Cat Stevens oder Abba aufwuchs. Sie hat "by the light of the dark moon" am start, bereits der sechste longplayer, wo ihr name draufsteht. Dieses teil nun punktet mit der verbindung von angenehmer stimme, positivem vibe sowie dezenter instrumentierung. Man koennte es als Indie-Folk bezeichnen. Nicht nur bezueglich album-titel paszt hier "night of the worm moon" dazu, das erste solo-album von Shana Cleveland. Sie ist eigenlich saengerin wie gitarristin beim Surf-Rock-4er La Luz und ebenfalls aus California. Dort sind die mondkalender wohl der letzte heuler. Wie auch immer, besagtes werk ist angeblich inspiriert vom groszen Sun Ra wie auch Sci-Fi, wobei es da durchaus schnittpunkte gibt. Das ergebnis koennte man als Psychedelic Folk bezeichnen, es hat einen positiven wiegelied-charme und erinnert in punkto arragements sowie darbietung etwas an Lana Del Rey.

Fast Eddie Nelson, da denke ich an Paul Newman im Robert Rossen film "the hustler" aus 1961, welcher 1986 mit "the color of money" quasi seine fortsetzung fand. Da war der junge wilde dann Tom Cruise und Newman gab den alten streuner, der es nochmals wissen wollte. Im regiesessel hatte mittlerweile Martin Scorsese platz genommen. Beide drehs basieren auf den gleichnamigen romanen des U.S.-autors Walter Tevis. Fast Eddie Nelson ist jedoch gleichfalls der kuenstlername von Nelson Oliveira aus Lissabon, Portugal, der seit den fruehen 90ern musikalisch aktiv ist. Sein aktuelles album heiszt "high on reality" und es bedient sich bei Garage Rock, Blues, Punk, Swamp Rock, Folk - was auch immer zu finden war. Erinnert mitunter an Jon Spencer, die Dropkick Murphys oder den fruehen Captain Beefheart. Weiter zu Symmetry Lover, ein quartett aus Dortmund, Deutschland, formierte sich 2017 und lieferte nun seinen gleichnamigen erstling ab. Dieser hat etwas von Screamo, Post-Hardcore und Emo. Das ganze ordentlich durchgemischt klingt dann nach aufruhr, ist treibend, aufwuehlend, ueberdreht. Kommt daher wie ein stachel im arsch, auf den man sich dann auch noch draufsetzt. Naechster fall, dieses d-i-y phaenomen in der musikszene, also do it yourself, das kam nach der ersten Punk-welle auf, da versuchten die kleinen die groszen auszubremsen. Nun, mit der weltweiten vernetzung, schwappt dies wieder hoch. Auf dieser welle schwimmt irgendwie auch Dan Reeves aus Brighton, England mit. Er ist eigentlich gitarrist bei den 4-koepfigen Cold Pumas, hat jedoch bereits die dritte solo-lp als Soft Walls vorgelegt. Diesmal "not as bad as it seems" genannt. Birgt Indie-Rock, Post-Punk und etwas Psychedelia. Eine lo-fi produktion, wobei er alles selbst geschrieben, eingespielt, aufgenommen wie auch abgemischt hat.

"Gece" ist das zweite werk von Altin Gün, einem sextett aus Amsterdam, Holland. Dieses werk groovt, ist funky und verbindet Rock mit Anatolischem Folk wie auch Psych-Rock. Diese leute kommen mit ihrer musik rueber wie die Tuerkische version von Jefferson Airplane. Sollen angeblich live eine wucht sein. The Jackets hingegen sind ein 3er aus Bern, Schweiz, gegruendet 2008. Ihr viertes album wurde "queen of the pill" getauft und so klingt es auch, nach den 60ies, nach "mother´s little helper", nach Psychedelic-lifestyle wie -musik, Garage-Rock, fuzz-gitarren und einem tropfen lsd. Da hoert man mitunter Driscoll, Auger & The Trinity, The Seeds oder sogar The Cramps raus. Es verwundert auch gar nicht, dasz King Khan dieses ding mitgeschrieben sowie produziert hat. Er ist beim selben label unter vertrag und fabriziert selbst diese art von sound. Da koennte man jetzt "floating being" von Earth Tongue dazustellen, ein duo aus Wellington, Neuseeland, aktiv seit 2016. Auch sie surfen auf der Psychedelic - welle. Fabrizieren rohe, droehnende gitarrenklaenge und klingen wieder mal nach ende der 60er / anfang der 70er. Dazu Fantasy-themen, dunkle maechte sowie Sci-Fi. Wie wenn Hawkwind, Stereolab & Black Sabbath auf eine runde magic mushrooms gegangen waeren. Von da ist es jedenfalls nicht weit nach Perth, Australien, zu den Erasers, welche gleichfalls aus zwei musikern bestehen. Sie sind eigentlich ein home-recording-project, da fuehlen sie sich am wohlsten, treten mittlerweile aber ebenso live auf. Man braucht also nicht bei ihnen daheim aufkreuzen. Ihr zweit-werk nennt sich "pulse points" und verbindet gemaeszigte Cosmic- wie Ambient-sounds, dunkle Synth-melodien plus Krautrock. Hoert sich an wie fruehe Kraftwerk, Neu oder early Massive Attack. Apropos duo, da gaebe es weiters Mist aus Warschau, Polen, mit dem debuet "all the useless spinning". Ihr motto lautet; "Die wahrheit ist blosz illusion" und da sind sie bei mir schon mal im gruenen bereich. Sie produzieren instrumentellen Prog-, Psychedelic-, Post-Rock, mit gelegentlichen sprach-samples. Selbst-komponiert, -aufgenommen, -veroeffentlicht. D-i-y eben. Idealer soundtrack fuer zugfahrten durch tunnels richtung unendlichkeit.

"Retaliation" ist die zweite longplay-veroeffentlichung des 4ers Hyvmine aus Los Angeles, Kalifornien. Sie erschaffen epischen, symphonischen, treibenden, melodiebetonten Progressive Metal, der laut meiner analyse spuren von Joe Satriani, Living Colour oder den fruehen Mastodon in sich traegt. Bleiben wir doch in den Vereinigten Staaten, reisen aber weiter nach Antonio, Texas, zum quartett Upon A Burning Body und ziehen uns ihren fuenften output "southern hostility" rein. Besagtes klingt bei ihnen nach Trash-Metal, der gelegentlich etwas symphonisch rueberkommt. Unterm strich flossen hier Pantera, Metallica oder Lamb Of God ein. Weiter zu Ibex Moon, ein zweier aus Peking, China, der fuer den ersten wurf "past/evil" mit gastmusikern gearbeitet hatte. Serviert wird Black Metal mit ordentlicher geschwindigkeit, der teilweise wie ein gewitter niedergeht. Agressiv wie melodisch daherkommt, zuckerbrot & peitsche.

Abstract Orchestra aus Leeds, England laeszt ihrem "madvillain" tontraeger aus 2018 ein "vol. 2" nachfolgen. Eine Hip Hop big band, inspiriert von J. Dilla oder The Roots & Jay Z, musiziert praktisch live im studio und fabriziert dabei Jazzy sounds, etwas Funk plus R&B, aufgezuckert mit Hip-Hop breaks, samples sowie loops. Dabei tauchen im hinterkopf bilder von 70er detective movies oder tv series auf und es klingt nach Lalo Schifrin, Jerry Goldsmith aber auch Vangelis. Dann waere da noch Mourming [A] BLKstar mit "reckoning". Das werk eines 9-koepfigen kollektivs aus Cleveland, Ohio, welches diesen polit-vibe von Gil Scott-Heron & Brian Jackson als auch The Last Poets vermittelt. Sie vermischen dabei Soul, R&B, Funk, Gospel, Blues, Hip-Hop beats und streuen etwas Avantgarde darueber. Right on! Zum abschlusz seien unbedingt noch die Black Pumas aus Austin, Texas mit ihrer gleichnamigen lp erwaehnt. Wenn man das cover sieht, denkt man moeglicherweise an eine Indie band, bei der inner sleeve wuerde man meinen, es handelt sich um so ein krawall-duo á la Slaves, fruehe Royal Blood oder den zurueckgekehrten The Black Keys, landet die nadel jedoch in der rille, dann ertoent feinster 70ies Soul marke Curtis Mayfield, Bobby Womack oder etwas Shuggie Otis.

Wenn man all das hier, von oben bis unten, durch einen filter laufen lassen wuerde, dann bliebe darin haengen; Psychedelic, California, Duos, late 60ies / (early) 70ies, Sci-Fi, Revenge, Do It Yourself, Death.

Letzteres weil uns leider wieder einige kuenstler wie kuenstlerinnen verlassen haben. So schauspielerin Sylvia Miles, ihr kollege Rip Torn, Hollywood-outlaw Peter Fonda, der immer irgendwie unter wert geschlagene Rutger Hauer, dokumentarfilm-legende D. A. Pennebaker, Art Neville von den Neville Brothers sowie The Meters, der experimentelle Hip Hopper Ras G., David Berman - einst saenger bei den Silver Jews, Canned Heat bassist Larry Taylor sowie gitarrist Neil Casal - spielte fuer & mit Blackfoot, Willie Nelson, Ryan Adams, Phil Lesh, Chris Robinson und vielen mehr.

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