Bunte Mischung
Freitag, 20. März 2020

Mischung No. 10

Okay, legen wir ordentlich los, genau dafuer kommen Initiate mit "lavender" wie gerufen. Ein in Suedkalifornien beheimatetes quartett, welches seit 2016 herumwerkt, sich vom 90er jahre Hardcore wie auch 80er/90er Metal beeinflussen liesz und bereits eine lp auf der habenseite aufzuweisen hat. Inzwischen haben sie oben genannte e.p. nachgeschoben. Diese praesentiert sich riffbetont, mit treibendem schlagzeug, einem basz, der voll mitgeht und vocals auf der 11, nach der "this is spinal tap" richterskala. Bei deren songs denkt man an Stray From The Path, Result Of Choice, Made Out Of Babies oder vielleicht fruehe Soundgarden. Gleich noch einen drauf mit dem 4er Oberst, die sind in Oslo, Norwegen beheimatet und haben mit "paradise" nun das erste mal grosz angeschrieben. Und es paszt total! Druckvoller sound, intensiver gesang, zuendet von der ersten nummer weg - ja, springt einem foermlich entgegen. Beim durchhoeren taucht am geistigen horizont ein schiff auf, das scheinbar auf den weg in eine neue welt ist, beladen mit Post-, wie Hardcore, Screamo, Metal dazu etwas Prog und auf den segeln sind logos von At The Drive-In, Billy Talent wie auch Converge. Weiter im text, PGX ist ein quartett aus Christchurch, Neuseeland und ihre erste e.p. wurde "naive" getauft. Die scheibe teilt sich auf in Indie-, Punk- & Alternative-Rock, wurde produziert vom umtriebigen Brian Feary und ist eine hoerenswerte vereinigung von Veruca Salt, The White Stripes, Daddy Issues sowie The Muffs. Noch ein Hallelujah! dazu, mit "wanna dance". Hierbei handelt es sich um ein trio aus Verona, Italien und sie fabrizieren einen mischmasch aus Noise Rock, Avantgarde, Industrial, Experimental, Post- sowie Synth-Punk. Das klingt dann nach Suicide, Germs, DAF oder The Stooges.

Schon mal was von Big Ghost Ltd. gehoert? Dieser name ist seit den fruehen 2010er jahren im internet auffindbar. Anfangs als blogger, schlieszlich trat man als produzent in erscheinung. Es ist nicht genau bekannt wer hinter diesem pseudonym steckt, ob einer oder mehrere leute, doch angeblich soll mittlerweile von Tokyo, Japan aus operiert werden. Dieses jahr lief das debuet vom stapel, unter mithilfe von mcs wie Asun Eastwood, Recognize Ali, Lukey Cage und einige mehr. Alle zusammen nennen sich Carpe Noctem und so lautet uebrigens auch der albumtitel. Das soll so nach art des Wu-Tang Clan aufgezogen werden. In summe kommt das teil fett rueber, da passen die beats, rhymes, der vibe, mix wie auch die produktion. Dengue Dengue Dengue hingegen ist ein producer / dj duo aus Lima, Peru, welches mittlerweile von Berlin, Deutschland aus operiert. Starteten ihre zusammenarbeit bereits in den fruehen 10er jahren, damals noch als trio. Ihren dritten langdreher nennen sie "zenit & nadir" und darauf trifft traditionelle, Afro-Peruanische folklore auf moderne Dance sounds beziehungsweise was die Electronic so hergibt. Check it out, leute! Oder Madhatten aus New York City, New York, der nannte sich frueher Madhatten Mayer, hat einiges am laufen, projekte wie kooperationen, ist somit ziemlich beschaeftigt, darum ist der name nun wohl kuerzer, das spart zeit. Jedenfalls hat er letztens sein album "brown water bible" unter mithilfe des producers Icerocks sowie einigen gaesten verwirklicht. Kurz zusammengefaszt liefert dies teil tolle beats als auch einen gepflegten flow ab. Weiter zu Papercutz, beheimatet in Porto, Portugal. Dahinter steckt der produzent & songschreiber Bruno Miguel, der sich fuer sein projekt mit gastmusikern verstaerkt hat. Herausgekommen ist mit "king ruiner" der bereits dritte longplayer und dieser ist definitv interessant, atmosphaerisch, exotisch und noch dazu auf verschiedenen kontinenten aufgenommen worden.. Vermengt Electronic, Dream Pop, Ambient, R&B als auch World Music und klingt wie ein buendel aus Grimes, The Analog Girl sowie Ryuichi Sakamoto.

"Waterfowl" wurde das zweite langwerk von Frankie Valet aus St. Louis, Missouri genannt. Darauf paszt der rhythmus wie das tempo. Letzteres ist manchmal etwas schneller, dann wieder gemaechlicher, doch immer zum mitwippen geeignet. Dieser sound-mix aus Rock, Dream- wie Indie-Pop plus Shoegaze laedt dazu ein, den tag auf einer terasse mit einem gekuehlten getraenk ausklingen zu lassen. Beim einen oder anderen track driften die gedanken zu Low, Cigarettes After Sex, Yo La Tengo oder mit etwas phantasie gar in richtung Pixies. Ab zu Luminous Bodies aus London, England. Das ist ein aus verschiedenen bands zusammengwuerfelter, bunter haufen. Sie fabrizieren auf "nah nah nah yeh yeh yeh" eine arznei aus Experimental-, Noise-, Acid-, Kraut- sowie Psychedelic-Rock und erinnern damit an ein mischung aus Melvins, The Cramps, The Fall oder Butthole Surfers. Gleichfalls aus der Themse-metropole stammen Peggy Sue, die sind eigentlich ein duo, musizieren jedoch zu viert und ihr ebensovieltes album heiszt "vices". Bingo! Ueberdies versprueht es einen 60ies vibe, hat einen entspannten groove, birgt angenehme harmonien und bestaetigt, dasz die surf-gitarre wieder saison hat. Dieses werk ist ideal fuer einen entspannten nachmittag in der badewanne. Da gibt es Surf Rock, Indie-Pop wie -Folk plus einen hauch von Shoegaze zu hoeren. Eine bubble-welle aus The Orielles, The Magic Numbers, The Breeders sowie Chastity Belt.

Dunkle zeiten benoetigen scheinbar dunkle klaenge, darum ist Dark Wave laengst wieder salonfaehig. Das paszt dann auch fuer Blood Ponies, die ein duo aus San Diego, Kalifornien sind, welches sich angeblich bei einer mitternachts-auffuehrung von "the texas chainsaw massacre" kennengelernt hat. Klingt fast zu kitschig, am ende trugen beide gar Leatherface-masken. Nichtsdestotrotz ist ihr output "hoax" ein glatter schnitt aus Post-Punk wie auch Goth Rock, aufgepeppt mit etwas Psychedelic und kommt stockdunkel rueber. Sie selbst beschreiben ihre musik jedoch als dystopian Doom-Punk. Wie auch immer, es klingt als wuerden Bauhaus, Christian Death, Virgin Prunes plus The Chamelons gemeinsam um die friedhoefe ziehen. Aus dieser lichtscheuen ecke kommen ebenso Silence In The Snow. Wie die vorgaenger ein mann/frau - gespann und wiederum aus California - Oakland um genau zu sein. Dabei moechte man meinen, dasz dort fuer kreaturen der nacht zu viel sonne scheint. Oder sind das alles daywalkers? Egal, fuer die beiden ist dies nur ein nebenprojekt, die mischen auch noch anderswo mit. "Levitation chamber" ist aber trotzdem bereits ihr zweites album und bietet, neben den bereits oberhalb erwaehnten musik-stilen, den zu erwartenden duesteren sound, tribales schlagzeug-spiel als auch hypnotisierenden gesang. Dabei flasht bei geneigten zuhoerer/innen wohl bestimmt Siouxsie & The Banshees auf, eventuell auch The Creatures, Skeletal Family oder X-Mal Deutschland. Nun zu The Murder Capital aus Dublin, Irland, die wurden bereits letztes jahr abgefeiert und jetzt, wo sich der staub um ihren erstling "when i have fears" etwas gelegt hat, klingt er immer noch toll. Dieser fuenfer fabriziert Post-Punk mit dunklem beigeschmack, welcher in den fruehen 80ern seinen ursprung hat. Bei deren sound denkt man an nebelige haefen, rauchende fabrikschlote und stillgelegte produktionsstaetten. Auf eine teilweise eingestuerzte backsteinmauer hat jemand namen wie Joy Division, The Birthday Party, Wire und Crime & The City Solution gesprueht. Bei all der dunkelheit gehen dann auch noch die Whispering Sons aus Bruessel, Belgien durch. Dieser fuenfer nennt sein debuet "image", es scheppert, ist duester, klaustrophobisch und birgt monotonen, mitunter fast klagenden gesang. Wie wenn die sonne das letzte mal aufgeht und die haut dabei wie feuer brennt. Wenn der schmerz beginnt nachzulassen droehnt einem Post-Punk, Dark Wave, Goth Rock und etwas Shoegaze durch die gehoergaenge und man erinnert sich an The Mission, Editors, fruehe Sisters Of Mercy, Traitrs oder She Past Away.

Fritz Mayr macht angeblich musik seit er 14 ist, wobei er mittlerweile alles selbst komponiert als auch einspielt. Sein aktuelles werk hat er "cosmic traveller" genannt und das ist musik fuer die schwerelosigkeit, wenn man geistig dahindriftet, in anderen sphaeren schwebt, die erde umkreist oder einen tagesausflug auf den mond unternimmt. Die bordcomputer-analyse ergibt dann ein konglomerat aus Electronic, Ambient, Trance plus space sounds, die filme wie "gravity", "2001", "interstellar", "solaris" oder "sunshine" in erinnerung rufen. Irgendwie passend tauchen ploetzlich Spaceslug am radar auf. Dieses in Wrochaw, Polen beheimatete trio sieht sich noch dazu als galactic travelers und lebt seinen cosmic dream seit 2015. Hat mit "reign of the orion" wieder mal eine e.p. in die umlaufbahn geschleudert, welche mit ueber 30 minuten spielzeit jedoch ziemlich ueppig daherkommt und daher platz hat fuer eine mixtur aus Stoner- wie Doom-Metal, Psych- als auch Fuzz-Rock. Ergibt eine auszerirdische lebensform mit genen von Kylesa, Yob, Dopelord sowie Moon Coven. Von Durban, Suedafrika her kommt jetzt auch noch das duo Mouse und die haben ihr zweites werk "reverse: universe" im gepaeck. Dieses ist ein konzeptalbum ueber den verfall unseres planeten und die suche nach einem neuen. Ein mittlerweile populaeres thema. Das naechste mal bitte mit ergebnissen. Wie auch immer, sollte diese mission scheitern, dann liegt es nicht an deren album. Denn es ist wirklich gelungen, abwechslungsreich, vereint eine vielzahl an stilen wie Space-, Kraut-, Fuzz- oder Noise-Rock, dazu noch Experimental & Metal. Der treibstoff fuer diesen trip ist ein mix aus King Gizzard & The Lizard Wizard, Hawkwind, The Oh Sees, Stonefield, Queens Of The Stone Age, Muse plus Radiohead. Dies musz einfach reichen! Waehrend wir nun so durch die galaxien duesen, treffen wir auf Slift, eigentlich stationiert in Toulouse, Frankreich. Dieses trio hat auf dem cover ihrer zweiten lp "ummon" eine figur abgebildet, die an den Silver Surfer erinnert. Da ist die ausrichtung wohl klar, es handelt sich um Space Rock. Doch nicht nur, da vibrieren ebenso Psychedelic, Ambient, Cosmic-Jazz, Kraut-, Prog-, Stoner-, Fuzz-, Garage- sowie Surf-Rock im luftleeren raum. Das weltall ist eben grenzenlos und bietet jede menge platz zur entfaltung. Somit waere dies dann der soundtrack zu einem trip ins schwarze loch. Um das ueberleben zu sichern sind proben von Pelican, Russian Circles, Minami Deutsch plus Can mit an bord. Schweben wir rueber zum erstling von Defying Decay, verwurzelt in Bangkok, Thailand, er nennt sich "metamorphosis". Seit 2011 ist dieser 5er am schaffen und heraus kommt hierbei ein zwischending aus Metalcore, Heavy-, Progressive-, Alternative und sogenannter Nu-Metal. Einfach erklaert wechseln sich hier ruhige, sanfte passagen mit lauten, harten, agressiven ab. Ein achterbahn-kurs aus Deftones, Enter Shikari, Korn sowie Architects.

Lilly Among Clouds ist der kuenstlername der saengerin wie songschreiberin Elisabeth Brüchner, ansaessig in Würzburg, Deutschland. Auf ihrem zweiten output "green flash" ist leidenschaft hoer- wie spuerbar und man wird von ihrer stimme in den bann gezogen. Die einzelnen darbietungen pendeln zwischen dramatisch, ergreifend und groovig, wecken erinnerungen an kuenstlerinnen wie Kate Bush, Florence Welch oder Tori Amos. Okay, nochmals singer/songwriter, diesmal Emily Jane White aus Fort Bragg, Kaliforrnien und sie nennt ihren bereits sechsten longplayer "immanent fire". Wieder mal geht es um die verwuestung & ausbeutung des planeten und dies hat natuerlich etwas dunkles an sich. Das ding kommt sehr atmosphaerisch rueber, laeuft durch wie ein schwarz-weisz film in cinemascope, begleitet von Indie Pop, Dark Folk & Sadcore.Wirkt wie eine zusammenkunft von P.J. Harvey, Gemma Ray, Marissa Nadler sowie Chelsea Wolfe. Indessen nicht nur saengerin & songschreiberin sondern ebenso produzentin plus schauspielerin ist Catherine Harris-White, nennt sich SassyBlack, war einst teil des Hip-Hop duos Theesatisfaction und klingt wie eine vereinigung von Sarah Vaughan & Erykah Badu. Ihre aktuelle e.p. heiszt "ibebae" und verbindet Soul Psychedelic, Electronic, Hip-Hop plus Jazz. Weiter so!

Jetzt noch ein buntes allerlei beginnend mit Mammoth Mammoth, ein quartett aus Melbourne, Australien mit seiner fuenften lp "kreuzung". Dieses teil steht fuer knochentrockenen, riffbetonten Rock & Roll mit hoher oktanzahl. Auf experimente wurde verzichtet, es werden Heavy Metal, Hard- als auch Stoner-Rock geboten. Oder, um den titel zu strapazieren, eine kreuzung aus The Atomic Bitchwax, AC/DC, Hellacopters sowie Fu Manchu. Als naechstes The Keep, das ist ein solo-projekt von Oliver Knowles, beheimatet in Göteborg, Schweden. Eigentlich geboren in Singapur, wuchs jedoch in Indonesien auf und ist nun eben in Skandinavien gelandet. Die songs fuer seine aktuelle e.p. "primer" hat er in Barcelona, Spanien geschrieben. Das bunte treiben dort hat ihn dafuer inspiriert, zusammen mit filmen wie "under the skin" oder "annihilation". Vom stil her ist das Experimental, Electronic-Noise, Ambient, Drone oder schlicht ein sammelsurium aus Four Tet, Boards Of Canada, Tangerine Dream & Aphex Twin. Ganz anders, Isabella Daisy Rose aus Alexandria,Virginia, sie hat eine stimme als haette sie im kirchenchor gesungen. Ihre erste e.p. nennt sich bereits vielversprechend "the light" und ist ein gefuehlvoller, fast hymnischer output, der eine dreifaltigkeit aus Beyonce', Mariah Carey und Solange vermuten laeszt. Gleichfalls gefuehlvoll kommt die "bil/between" e.p. des in Reykjavik, Island beheimateten singer/songwriter Svavar Knútur rueber. Er liefert 3 akustik-versionen von eigentlich etwas schnelleren songs aus seiner feder plus die cover-version eines einst von H. Fraser-Simpson vertontes Alan Alexander Milne gedichts – aelteren semestern auch bekannt aus der "muppet show" (der song). Kurzum - stimmungsvoll, engagiert, atmosphaerisch. Ein zaertlicher vers aus Kings Of Convenience, Ed Sheeran und Bonnie "Prince" Billy. Schlieszen wir diesen absatz nun mit The Bleak Engineers, ein duo aus St. Petersburg, Russland. Auf ihrem ersten wurf "new frontiers" verkabeln sie Electro-Pop, Synth Wave, Dark Wave, Minimal Electro sowie 80ies New Wave. Das klingt angenehm kalt, dunkel, steril, distanziert und treibt freunden wie -innen von Tubeway Army, Human League, Boys Don't Cry, John Foxx wie auch No More die freudentraenen in die augen.

Auch live war etwas los, so wurden The Spyrals vorstellig. Das ist ein trio aus San Francisco, Kalifornien, das mit seiner musik eine art sog erzeugte, welcher einem direkt hineinzog. Kreierten einen dichten, satten sound und wirkten dabei, als wuerden sie sich durch nichts & niemanden aufhalten lassen. Erinnerten von der einstellung her irgendwie an diese band aus "elizabethtown". Dessenungeachtet spielten The Spyrals ein zwischending aus Psychedelic-, Jam- wie Fuzz-Rock, mit dem sie wie eine verknuepfung aus The Black Angels, The 13th Floor Elevators sowie Black Market Karma daherkamen. Im vorprogramm ging der dreier Dave & The Pussies ab, die fabrizierten coolen, instrumentalen Surf-Rock wie -Wave, der angeblich von Dick Dale, The Ventures, The Shadows und sogar Motörhead inspiriert wurde.

Weiters stand der auftritt des satire-Rock-duos Tenacious D, mitte der 90er von Jack Black & Kyle Gass in Los Angeles, Kalifornien gegruendet, an. Fuer gewoehnlich sind visuals hinter den akteuren zu sehen - oder daneben, doch bei denen waren sie vorne und die musiker spielten hinter der leinwand. Dabei dachte man irgendwie an Progressive Rock theater aus den 70ern. So wurde zumindest der erste teil bestritten, danach kamen die beiden an die kante und gaben dem publikum den rest, mit ihrer gewohnt unterhaltsamen, enthusiastischen kalt/warm Rock & Roll performance. Damit wurden mitunter acts wie Flight Of The Conchords, "Weird Al" Yankovic oder The Darkness ins gedaechnis gerufen. Um die fans auf betriebstemperatur zu bringen hatten sie Wynchester, ein zweier, gleichfalls aus L.A., California, mit dabei. Die wiederum setzten sich in szene wie ein sammelsurium aus Hayseed Dixie, Trainwreck und den Everly Brothers auf speed.

Ziemlich lange im geschaeft sind bereits The Legendary Pink Dots. Sie sammelten sich 1980 in London, England und uebersiedelten mitte jenes jahrzehnts in die Niederlande. Beim ersten output noch ein 5er, ist man nach etlichen umbesetzungen mittlerweile zu dritt unterwegs. Wobei die truppe -zig alben in ihrer diskographie stehen hat und der sound sich ueber die jahre immer etwas aenderte. Vor allem waren sie experimentell und dies spiegelte sich in unterschiedlichen musik-stilen wie Wave, Electronic, Psychedelic-, Progressive- oder Noise-Rock wider. Bei all dem gab es im sound beruehrungspunkte mit musikern wie Syd Barrett, The Residents, Coil, Psychic Tv sowie Brian Eno, um nur ein paar zu nennen. Demnach liesz man beim auftritt die unterschiedlichen epochen revue passieren, alle gruppierungen wurden bedient und jene, die den gesamtkatalog bevorzugen, sowieso. Es war eine art reise durch zeit wie genres. Gepflegte Unterhaltung. Anderswo standen Carvel' , ein quartett aus Basel in der Schweiz auf der buehne. Sie boten eine experimentelle ansammlung von Electro Pop, Dance plus Electronic, hatten sogar schokolade im merch-programm und waren der support fuer die Los Angeles formation The Score. In der stadt der engel ist wohl jede/r zweite musiker/in, der rest verdient sein geld beim film. Letzten endes tritt dieses 2015 gegruendete duo live zu viert auf und bei dieser gelegenheit gab es einen kompakten sound, der hymnisch, leicht bombastisch, mitunter dramatisch, jedoch srets groovig daherkam. Das war & ist Indie Pop beziehungsweise Pop Rock, der ein mosaik aus Imagine Dragons, Hurts, Royal Deluxe respektive Welshly Arms darstellt.

Liam Gallagher hat seine wurzeln bekanntlich nicht nur in Manchester, England sondern auch in der legendaeren Brit-Rock truppe Oasis. Nach deren aufloesung hat er mittlerweile eine ordentliche solo-karriere am laufen. In diesem sinne praesentierte er sich auf tour und ging dabei in die vollen. Beim personal wurde naemlich definitiv nicht gespart, bis zu 10 musiker gaben sich ein stelldichein. Darunter sein alter kumpel Bonehead an der rhythmus-klampfe, der im fetten Oasis-block alle haende voll zu tun hatte. Gelegentliche sound-probleme taten der stimmung definitiv keinen abbruch, denn die sache war party pur. Der abend wurde von Twisted Wheel eroeffnet. Sie flickten sich einen mix aus Brit- wie Alternative-Rock zusammen und erinnerten dabei an die anfaenge von den Manic Street Preachers, Arctic Monkeys oder eben besagten Oasis. An anderer stelle betraten MakeWar, ein trio beheimatet in Brooklyn, New York, die buehnenbretter. Die forcierten den klassischen 3-akkorde-Punk-Rock und schrammelten zwischendurch noch etwas Alternative Rock dazu. Generell inspiriert zeigen sie sich, laut eigenen angaben, von Lagwagon, The Menzingers, Katie Ellen oder Against Me!. Um es kurz zu machen, sie heizten dort die huette fuer ihre label-kolleginen Bad Cop / Bad Cop an. Dieser 4er aus San Pedro, Kalifornien wiederum spielte kick-ass Punk Rock & Roll, ging voll ab und brachte die meute zum kochen. Wenn jetzt irgendwer meint, das waere genau sein/ihr ding, dann seien zum weiterhoeren acts wie Lunachicks, The Bombpops, Maid Of Ace, The Donnas, Bratmobile, Fabulous Disaster wie auch Betty Blowtorch empfohlen.

Iris Gold ist geboren in London, England und aufgewachsen in Kopenhagen, Daenemark. Inspiriert haben sie unter anderen Prince, Janelle Monae und zuletzt Lizzo. Live zuendete sie, mit ihrer gut eingespielten truppe, ein feuerwerk aus Hip-Hop, R&B, Funk, Rock & Psychedelic. Neben ihrem eigenen material streute sie immer wieder kleine tribute an leute wie Jimi Hendrix, Snoop Dogg, Wu-Tang Clan, Outkast, Ram Jam, Lenny Kravitz, Funkadelic oder Roy Ayers ein. In summe eine bunte, abwechslungsreiche, unterhaltsame, kurzweilige, groovende show und dies, obwohl die lady im 6ten monat schwanger war. Der abend wurde von der rapperin VX eroeffnet. Dabei gab es Hip-Hop mit etwas Trip-Hop zu hoeren. Dargebracht mit angenehmer stimme sowie gepflegtem flow, wirkte sie dabei wie ein zwischending aus Shara Nelson und Skye Edwards. An einem anderen tag gab es noch Jade Bird zu hoeren wie sehen. Diese saengerin & songschreiberin lebt in London, England, komponiert sich ein potpourri aus Folk, Indie- wie Country-Rock zusammen und gibt sich beeinfluszt von Cat Power, Patti Smith, Bruce Springsteen, Dolly Parton plus Mazzy Star. Beim konzert hatte man den eindruck, sie hat von all den genannten etwas angenommen und legte aber noch zusaetzlich ein Blondie sowie Radiohead cover obendrauf. Mit dreikoepfiger begleitband gab es eine engagierte, herzhafte, erfrischende darbietung zu bestaunen. Als tour-support waren Ferris & Sylvester, ein ebenso aus London stammendes duo, das von einem drummer verstaerkt wurde, mit dabei. Deren musik war ein vielerlei aus Indie Folk, Americana, Country Blues sowie Garage Rock und klang wie eine paarung aus I See Rivers und Shovels & Rope. Der abend wurde von Joe Traxler, ein singer/songwriter, der mit einer back-up vokalistin auftrat, eroeffnet. Er gab eine zuechtung aus Indie- wie Dream-Pop zum besten und sieht seine vorbilder angeblicherweise in Jeff Buckley, Ed Sheeran sowie Matt Corby. Da konnte nichts mehr schiefgehen.

Was blieb film-maeszig noch im koecher? Zum einen "arctic" von Joe Penna, das ist fast eine solo-nummer fuer Mads Mikkelsen. Wobei ein mann nach einem flugzeugabsturz alleine in der Arktis gestrandet ist, sich durchkaempft, auf hilfe hofft, jedoch noch einen pflegefall dazubekommt. Schluszendlich versucht man sich durch die eiswueste ins naechste camp durchzuschlagen. Gut gemachter, spannender film mit minimalem dialog, funktioniert daher in allen sprachen wie dialekten. Als draufgabe noch ein guter score von Joseph Trapanese. Haette laut planung angeblich am mars spielen sollen, doch da krabbelte dann schon Matt Damon herum. Deutlich mehr text gab es in "dragged across concrete", buch & regie von S. Craig Zahler. In seinem vorigen streifen "brawl in cell block 99" sprachen noch hauptsaechlich die faeuste, hier hingegen gab es mehr dialog als in jedem Tarantino. Der stilwechsel verschreckte manche fans, doch dieser heist movie mit zwei cops, die sich uneinig sind, ob sie gangster abziehen und damit ihr gehalt auffetten sollen oder nicht, ist durchaus sehenswert und wer es deftig braucht - aufpassen, die gewalt kommt stets abrupt. Ein schlagabtausch aus "dark blue", "heat" & "reservoir dogs".

Um polizeiarbeit geht es gleichfalls in "spinning man" von Simon Kaijser. Jedoch ohne verfolgungsjagden, schieszereien oder gar explosionen. Dies ist weder reiszer noch schocker, sondern entwickelt sich langsam. Das ist eine kammer-auffuehrung, dabei geht es um schauspiel, dialog, symbolik, philosophie. Ein duell zwischen kater & maus. Passende musikuntermalung von Terrence Hancock. Ein kriminalraetsel aus "the pledge", "la ragazza nella nebbia", der tv-serie "colombo" sowie ein hauch von "memento". Letztgenanntem meisterwerk koennte man eventuell einen unbefriedigenden schlusz zum vorwurf machen, was wohl fuer einige bei "spinning man" der fall war. Schwamm drueber. Definitiv nicht ernst zu nehmen ist "trouble is my business", das langfilm-regiedebuet des schauspielers Tom Konkle, der sich dabei zusaetzlich noch die hauptrolle unter den nagel gerissen hatte und am drehbuch mitkritzelte. Hierbei handelt es sich um eine Film Noir verarsche, die figuren sind mitunter dermaszen ueberzeichnet, dasz man gelegentlich meinen koennte, hier handelt es sich um einen SNL-sketch oder eine dieser endlos tv-soaps. Manchmal kommt einem vor, dies sei ein alter, unveroeffentlichter Mel Brooks dreh, der in den archiven verstaubte. Eine gag-reel aus "dead man don't wear plaid", "sin city", "dick tracy", "the maltese falcon" oder "who framed roger rabbit". Extrem ist in gleicher weise "thunder road", bewuszt benannt nach dem Bruce Springsteen klassiker. Hauptdarsteller, regisseur, drehbuchautor Jim Cummings blaest seinen kurzfilm aus 2016 zu spielfilmlaenge auf. Wobei sich das privatleben eines polizisten in alle einzelteile zerlegt. Total ueberdreht, tragisch-komisch, kommt rueber wie ein verfilmtes MAD – heft. Angeblich um unter 200.000 dollars realisiert, mit langen kameraeinstellungen, dies spart natuerlich kohle. Gar geschmacklos mag fuer manche U.K. - buerger/innen wohl "holmes & watson" , von Etan Cohen gewesen sein. Diese beiden fiktiven wahrzeichen des koenigreichs, welche den schriften von Arthur Conan Doyle entsprangen, wurden schon heldenhafter dargestellt. Auch die politik bekam hierbei ihr fett ab, in diesem scheinbaren mischmasch aus produktionen von Monty Python wie Zucker Abrahams and Zucker. Gute ideen waren vorhanden, doch okay, man hatte unweigerlich das gefuehl, hier haette man mehr daraus machen koennen. Doch gilt dies nicht irgendwie fuer all diese parodien, von "hot shots!" ueber "scary movie" bis zu "the naked gun"? Moeglicherweise war die erwartung themenbedingt zu hoch? Egal, Sherlock Holmes ist eben bereits ein klassiker der filmgeschichte, da gelten strenge maszstaebe. Kurz davor noch von Ian McKellen in "mr. holmes" (2015) als alt und zurueckgezogen verkoerpert, gibt es eine menge weiterer filme ueber das wirken des meisterdetektivs. Heutzutage sind wohl die beiden auftritte von Robert Downey jr. in den verfilmungen von Guy Ritchie am bekanntesten. Doch vorher waren, neben anderen, bereits Christopher Lee (2 x tv / 1 x kino), Basil Rathbone (gar 14 mal) oder sein vorgaenger Arthur Wontner (5 x) in jene rolle geschluepft. Auch wurde diese figur bereits vor dem aktuellen dreh veralbert. So im allerersten (kurz-) film "sherlock holmes baffled" aus 1900 wie auch bei "sherlock holmes jr." von & mit Buster Keaton respektive Gene Wilder‘s "the adventures of sherlock holmes smarter brother". Nicht zu vergessen gab es insgesamt drei tv-serien zu diesem thema, zuletzt die moderne adaption "sherlock" mit Benedict Cumberbatch in der titelrolle.

Auf einer wahren geschichte basiert "can you ever forgive me?", abgedreht von Marielle Heller. Melissa McCarthy verkoerpert hierbei die U.S. autorin Lee Israel. Diese schrieb einst biographien ueber bekannte persoenlichkeiten, das war dann aber nicht mehr so gefragt und sie verlor schluszendlich ihren job. Unter uns gesagt, auch wegen einem alkoholproblem. Aus der not heraus faelschte sie dann briefe bekannter persoenlichkeiten, die sie an haendler verkaufte. Das konnte auf dauer natuerlich nicht gutgehen. Unterm strich ein dreizeiler aus "schtonk", "the moderns" sowie "american splendor". Da kann man definitiv "colette" anhanegen, von Wash Westmore. Keira Knightly gibt hierbei Gabrielle Colette (1873 - 1954), die meistgefeierte autorin der franzoesischen literatur. Einziges problem, sie schrieb und ihr gatte staubte den ganzen ruhm ab, denn er galt als verfasser. Als draufgabe gibt es noch magische dreiecksbeziehungen zu sehen - somit volles programm. Ein flotter dreier aus "big eyes", "mrs. parker and the vicious circle" sowie "the wife". Nicht zu vergessen, ihre geschichte wurde bereits via "becoming colette", "devenir colette, dem tv-film "colette" als auch der tv-serie "colette, une femme libre" erzaehlt. Wenn wir schon bei starken frauen sind, dann darf man nicht auf "dark phoenix", verwirklicht von Simon Kinberg, vergessen. Weil die ist ganz stark, eine superheldin, der leider an den kassen die luft ausging. Vielleicht weil dieser teil der "x-men" reihe ernster, duesterer, eben ein Drama ist und eher nicht die uebliche, actiongeladene, spektakulaere superhelden-klamotte. Eben anders als bisher und dies hat wohl auch die nerds vor den kopf gestoszen. Meiner meinung nach war er gelungen, besser als der letzte, "apocalypse", nicht so theatralisch, was aber vielleicht fuer viele zu dieser reihe dazugehoert. Wie auch immer, bei diesem sequel treffen die "x-men" quasi auf "star trek" sowie "invasion of the body snatchers".

Auch kam es wieder zu verlusten in den reihen der kuenstler wie kuenstlerinnen. So verstarben Joseph Shabalala - musiker wie gruender der formation Ladysmith Black Mambazo, Andrew Weatherall – musikproduzent als auch dj, Pop Smoke – rapper, McCoy Tyner – legendaerer Jazz-pianist, Genesis P-Orridge – diese groesze des Industrial war in Throbbing Gristle sowie Psychic Tv, Barbara Martin - original-mitglied von The Supremes, Ja'Net DuBois - musikerin wie schauspielerin, James Lipton - lebte film, Joseph Vielsmaier – regisseur, Johnny Lee Davenport - schauspieler, Gene Reynolds - tv-produzent, -schauspieler, -regisseur & -drehbuchschreiber, Kevin Conway - schauspieler, Paula Kelly - schauspielerin, John Shrapnel - schauspieler, Max Von Sydow – schauspieler und ruhepol in jedem film, bei dem er mitwirkte.

Montag, 10. Februar 2020

Mischung No. 9

Ran an die scheiben, wie waere es mit "baby´s gold death stadium" von Desert Shorles, einem vierer aus New York City, New York, der bereits seit 2011 in der szene umruehrt, doch letztes jahr erst sein debuet abgeliefert hat. Inspirieren lieszen sie sich dafuer von Veruca Salt, Sleater-Kinney, den Toadies sowie anderen 90er gitarren-bands. Das geht dann auch dementsprechend ab, wirkt energiegeladen, treibend und fusioniert dabei Punk, Grunge, Garage- wie Alternative-Rock. Gleich weiter zu Bror Gunnar Jansson, der stammt aus Göteborg, Schweden, entspringt angeblich einer musikerfamilie und ist so etwas wie eine one-man-band. Also auf der buehne spielt er alleine gitarre & schlagzeug, wie auf mitschnitten zu sehen ist. Sein vierter longplayer wurde "they found my body in a bag" betitelt und praesentiert werden damit moerder-geschichten, die mit einem durcheinander aus Blues, Folk, Garage Rock und etwas Grunge vertont wurden. Hoert sich dann an wie eine mixtur aus Lightning Hopkins, The Black Keys sowie ein hauch von Grinderman. Die naechsten auf der liste sind Hell Bruizes, ein trio aus Moskau, Ruszland mit ihrer e.p. "gasoline". Der titel ist irgendwie programm, denn der output klingt wie eine benzinspur, die langsam feuer faengt und sich ausbreitet. Der Rock & Roll von denen ist so richtig oelig, schmierig, rauh, ungeschliffen, als ob sie nichts zu verlieren haetten. Mischen sich hier einen brandbeschleuniger aus Blues-, Garage- sowie Alternative-Rock und erinnern damit an die anfaenge von acts wie The Dead Weather, The Kills, Band Of Skulls oder Blood Red Shoes. Schnell zu Sulfate, ein solo-projekt des keyboarders & saengers der Noise Rock formation Wax Chattels - Peter Ruddel aus Auckland, Neuseeland. Auf seinem gleichnamigen debuet tritt er uns duester & ernst gegenueber, fabriziert Alternative Rock wie Slowcore und kreiert einen balg aus Low, Codeine & Carissa´s Wierd.

Scheinwerfer auf Penny Police, so nennt sich die saengerin wie songschreiberin Marie Fjeldsted, beheimatet in Kopenhagen, Daenemark. Sie hat mittlerweile ihr zweites werk, "be lucky", am markt. Dieses liefert Alternative- wie Indie-Pop mit ausritten richtung Soul oder Gospel, dargeboten mittels dezenter jedoch interessanter musikbegleitung. Der fokus liegt eindeutig auf ihrer angenehmen, beruhigenden stimme. Als einfluesse fuehrt sie Bon Iver, Feist wie auch Ane Brun an. Weiter mit einer "eye therapy" von Surya Kris Peters, heiszt in wirklichkeit Christian Peters, ist beheimatet in Berlin, Deutschland und eigentlich gruender, saenger wie gitarrist der Psychedelic rockers Samsara Blues Experiment. Aber, an veroeffentlichungen gemessen, solo fast kreativer - oder zumindest emsiger. Auf alle faelle transportiert dieses instrumental-werk die geneigten hoerer wie -innen in andere spaehren, es kommt sehr atmosphaerisch, mitunter gar kosmisch daher. Buendelt einfluesse aus Ambient, Electro, Psychedelic, Blues, Space- plus Kraut-Rock und vereinigt damit die qualitaeten eines Klaus Schulze, Jean-Michel Jarre, John Carpenter, Manuel Göttsching wie auch Vangelis. Koennte durchaus als untermalung eines Sci-Fi movies dienen sowie schlicht als klangtherapie inmitten von raeucherstaebchen - oder was sonst noch raucht. Egal, hier nun Lunacy, dieses projekt kommt irgendwo aus Pennsylvania, U.S.A., werkt seit 2016 herum und hat, nach einigen extended plays, mittlerweile den erstling am markt. "Age of truth" ist ein hybrid aus Ambient, Psychedelic, Electronic, Cold Wave, Shoegaze, Industrial, Dark- als auch Synth-Wave. Das ist musik fuer die zeit, wenn maschinen die macht uebernommen haben und alles kontrollieren. Genaugenommen hat diese zeitrechnung laengst begonnen und wurde bereits dokumentiert in filmen wie "i robot", "westworld", "metropolis", "robocop", "transformers", "blade runner", "terminator", "surrogates" oder "ex machina". Als gegenpol koennte man jetzt noch Rosalie Cunningham aus Southend-On-Sea, England anfuehren. Diese saengerin, songwriterin wie multiinstrumentalistin war frueher in den bereits aufgeloesten formationen Ipso Facto respektive Purson engagiert und hat letztes jahr ihr gleichlautendes solo-debuet in die laeden gebracht. Es gleicht einer vermengung von British Folk, Psychedelic- sowie Progressive Rock und aehnelt einer musikalischen kreuzung aus Amanda Palmer, Curved Air und Julie Driscoll.

Klassischer, kompromiszloser Hardcore Punk kommt im gegenzug von Tomar Control, leicht nachzuhoeren auf "nunca más callar", ihrem zweitwerk. Jedenfalls ist das ein quartett aus Lima, Peru, welches sich ende 2014 formierte und als orientierungspunkte bands wie Better Than A Thousand, Chain Of Strength oder Black Flag angiebt. Spaetestens beim durchhoeren hat man das gefuehl, die wuerden spasz haben an der sache, doch oder gerade deswegen, liegt Ihnen ebenso tierschutz, veganismus, feminismus wie auch bessere politik am herzen. Der naechste vierer waere Pleasure Leftists, sie haengen in Cleveland, Ohio ab. "The gate" ist ihre zweite langrille, darauf verbinden sie gute melodien mit hymnischem gesang. Post Punk trifft auf Alternative Rock und umhuellt sich mit einem hauch von Dark Wave. Man wird damit an Killing Joke, Power-Of-Dreams, Wipers oder die fruehen U2 erinnert. Nicht zu vergessen, Juana Molina, sanegerin plus songschreiberin, beheimatet in Buenos Aires, Argentinien. Sie hat ihr erstwerk bereits 1996 veroeffenticht und verknuepft seither eigentlich elemente wie Experemental Pop, Ambient, Folk als auch Latin. Jedoch hat sie fuer die "forfun" e.p. vier ihrer songs einen ordentlichen Punk-anstrich verpaszt, der lust auf mehr macht. Da geht es dann ordentlich dahin - rauh, aufwuehlend, unangepaszt. Hoert sich an, als waere es in einer garage eingespielt worden, kommt ueberfallsartig daher, man musz einfach mitzappeln, hat keine wahl. Aehnliches gilt fuer "tühikargaja", das dritte werk von Tabloited aus Tallin, Estland. Hierbei handelt es sich um die band des ehemaligen musikjournalisten Mart Niineste und die flicken sich ihren sound aus Punk wie auch New Wave zusammen. Dies wirkt dann melidioes, treibend, zackig, geradlinig runtergespielt. Ein knaeuel aus den Ramones, Les Rita Mitsouko und The Offspring.

Chris Orrick aus Detroit, Michigan, benutzte frueher das pseudonym Red Pill, hat es mittlerweile aber runtergeschluckt. Dafuer gibt es nun sein viertes werk "out to sea" zu kaufen. Darauf rappt er ueber die lage der nation (U.S.), politik, das leben im allgemeinen und sein slacker-leben im besonderen. Das ding hat irgendwie den charakter einer open mic veranstaltung. Untermalt wird die sache von guten beats, ein jazzy vibe laeszt sich nicht verleugnen und die chillout atmosphaere wirkt streszhemmend. Obwohl hier verschiedene produzenten rumgewerkt haben, laeuft das teil gut durch. Seine inspiration dazu findet er uebrigens bei leuten wie Nas, Charles Bukowski, Kendrick Lamar, Sherman Alexie oder Atmosphere. Uebrigens, in der selben stadt angesiedelt ist Apollo Brown, ein produzent wie zusaetzlich noch mitglied der rap-crew Ugly Heroes. Zuletzt lieferte er jedoch als solo-nummer mit "sincerly, detroit" ein tribut an seine heimatstadt ab. Diese doppel-lp hat jede menge raps, breaks, grooves, loops, breaks, samples und ueber 50 lokale gast-mitwirkende vorzuweisen. Ein massives statement des Detroit Hip Hop, toll & fett produziert. Das musz man erst mal alles unter einen hut bekommen! Nun zu Neffy, heiszt eigentlich Mecca Russel, ist saengerin & songschreiberin aus Washington, D.C., nunmehr aber in New York City, New York ansaeszig. Jedenfalls hat sie mit "i don´t miss you" eine sogenannte acoustic-e.p. abgeliefert, was jedoch eine untertreibung ist, da das teil gute 40 minuten dauert und 10 songs beinhaltet - 2 davon vor publikum eingespielt. In jedem fall ist es ein sehr persoenliches werk ueber beziehung & verlust, minimal instrumentiert, nur sie und ihre gitarre. Somit liegt das hauptaugenmerk auf ihrer ansprechenden stimme. Eine therapie aus R&B, Soul, Jazz plus etwas Folk. Das ergebnis davon klingt wie ein mittelding aus Tracy Chapman und Amy Winehouse. Nun ein sprung nach Zuerich in der Schweiz, von dort stammt Monoh und er hat mittlerweile seine selbstbetitelte debuet-e.p. herausgebracht. Eigentlich heiszt er Roger Odermatt, sieht sich beeinfluszt von kuenstlern wie Thievery Corporation, Sigur Ros, Nils Frahm und definitiv Ravi Shankar. Letzterer wohl, weil Monoh´s kerninstrument die sitar ist. Der output ergibt dann eine zusammenfuehrung von Electronc, Ambient sowie World Music, da gibt es grooves, loops und die richtigen vibes.

Ice Howl ist seit 2015 das projekt von Jason Roach aus Bloomington, Indiana. Man tritt eigentlich als trio auf, doch fuer "portraits of eternity" bediente der meister alle instrumente selbst. Heraus kam eine doch groovende komposition aus Heavy- & Power-Metal, was wiederum wie ein bastard aus Faith No More & Grand Magnus klingt. Zusaetzlich klingen immer wieder elemente der einstigen New Wave Of British Heavy Metal durch. Sofort weiter mit The Trigger, ein fuenfer angesiedelt in Belgrad, Serbien. Ihr viertes langwerk wurde "the time of miracles" betitelt. Hier wird zwar nichts neu erfunden, doch das ganze ist engagiert gemacht, sie wollen es scheinbar wissen. Die vocals kommen auf den punkt, die riffs passen, es ist melodioes und groovt durchgehend. Beim einen oder anderen song mischen lokale musiker als gaeste mit. Der sound ist zusammengesetzt aus Heavy-, Symphonic- plus New-Metal, Electronic, Prog-, Hard-Rock sowie gelegentliche World Music anklaenge und gleicht einem sammelsurium aus Evanescence, Lacuna Coil, Disturbed plus Guano Apes. Wogegen In Other Climes aus Nizza, Frankreich, mit ihrem fuenften album "ruthless" harten Metal in einer kreuzung aus Hardcore & Trash vorlegen. Ohne groszes drumherum, schnoerkellos und ohne maschen, einfach volle pulle. Ein brett zugeschnitten aus Pro-Pain, Testament und Merauder. Wieder da sind Envy, ein 6er aus Tokyo, Japan, mit ihrem siebten langspieler "the fallen crimson". Dieses album besticht durch seine dramartugie. Brachiale, schreiende passagen wechseln sich mit melodioesen, sanften toenen ab, gesprochene worte werden von gesang oder gar gebruell abgeloest. Das ist Post-Hardcore, Experimental, Screamo, Post-, wie Progressive-Rock. Irgendwie treffen sich hier Mogwai, Funeral Diner, Converge als auch Pageninetynine. Wir machen weiter mit Weedsnake, ein quartett stationiert in Ciudad De México, Mexiko, aktiv seit 2011 und ihr dritter studio-output nennt sich "cannabinoide". Bezueglich moeglicherweise auftretender nebeneffekte informiert sie am besten ihr haus-arzt wie -aerztin. In jedem fall gibt es hier schwere gitarren, schepperndes schlagzeug und tiefen bis manischen gesang. Der beipacktext warnt vor Stoner-, Doom- & Sludge-Metal gestreckt mit einer ordentlichen dosis Psychedelic. Wurde erfolgreich auf inhaltsstoffe wie Sleep, Electric Wizard, Black Pyramid oder fruehere Black Sabbath getestet. Den noetigen drogentest machen dann aber Pissed Regardless, ein in San Diego, Kalifornien ansaesziges quintett. Erzeugen krawall seit 2013 und haben mit "imperial cult" ihr debuet vorgelegt. Beinhaltet 10 songs, die brutal wie gnadenlos runtergedroschen werden. Beim durchhoeren moechte man am liebsten die waende hochgehen, dieses chaos aus Hardcore, Heavy- sowie Trash-Metal juckt in den ohren wie ein saftiger ausschlag, brennt sich durch die gehoergaenge. Ein bastard aus Toxic Holocaust, Code Orange, Motörhead oder vielleicht Darkest Hour.

Apropos, die zuletzt erwaehnten liefern den uebergang zu den konzerten. Naemlich betourt dieser fuenfer aus Washington, D.C. gerade sein 25-jaehriges jubilaeum, mit vier weiteren bands zu je fuenf mitgliedern. Ergibt in summe die jubilaeumszahl beziehungsweise steht jeder musiker fuer eine kerze - oder doch nicht. Auf jeden fall wurde der abend von Lowest Creature, beheimatet in Örebro, Schweden, die mir leider durch die lappen gingen, eroeffnet. Nichtsdestotrotz fabrizieren sie, laut eigener angabe, Crossover, Hardcore plus Trash Metal. Danach waren Une Misére aus Rejkjavik, Island, mit ihrer vielfalt aus Metalcore, Hardcore, Black- wie Dark-Metal an der reihe. Gefolgt von Bloodlet aus dem sonnigen Orlando in Florida. Ihre karriere ist scheinbar eine art stop & go. Dessen ungeachtet spielen sie trockenen, knallharten Metal, der sich in Metalcore, Sludge Metal wie auch Hardcore aufspaltet. Schlieszlich noch Fallujah aus San Francisco, Kalifornien. Die wiederum sind aktuell eigentlich ein quartett, traten aber als quintett auf und boten eine Death- wie Progressive-Metal mixtur. Dann waren die jubilare an der reihe, gingen umgehend in die vollen, ohne verschnaufpause lieferten sie eine Metal-klangwolke aus Metalcore, Heavy- als auch Death-Metal ab. Zeigen sich laut eigendefinition generell beeinfluszt vom Skandinavischen Metal plus acts wie Megadeth, Carcass, Cannibal Corpse oder den Dead Kennedys, welche sie vor ort mit einem cover wuerdigten. Fazit: Ein netter abend um wieder mal die ruebe auszuschuetteln.

Dann waren da anderswo noch Rebecca Lou, ein trio aus Norrebro, Daenemark zu sehen. Bei denen waere eine orkan-warnung angebracht gewesen, denn sie fegten wie ein tornado ueber die buehne. Die gingen richtig ab, da gab es keine ballade zum durchatmen, sondern der fusz blieb am gas. Brachialer, energischer, ungezuegelter Rock mit Punk- wie Garage-spirit. Sie nennen es Moped Rock, mir kam es eher wie Speed Boat Rock & Roll vor. Hat etwas von The Strokes, Patti Smith Group oder fruehe Gossip. Auch Kevin Morby gab es zu bestaunen, der singer & songwriter, beheimatet in Kansas City, Missouri, stellte seine songs hingegen spaerlich instrumentiert vor. Mitunter nur er mit gitarre, dann wieder mal mit schlagzeug- oder trompeten-begleitung. Gelegentlich auch beides, da ging er dann aber schon in die vollen. In summe ein stimungsvolles, ansprechendes, schlicht & einfach gelungenes set, welches sich vom gefuehl her neben kuenstler wie Leonard Cohen, Bob Dylan oder Lou Reed einreihte. Das vorprogramm bestritt erwaehnter drummer, er heiszt Justin Sullivan, kommt aus Los Angeles, Kalifornien, hat schon fuer einige leute aus der Indie-szene getrommelt und betreibt seit 2017 sein solo-projekt Night Shop. Dafuer bediente er auf der buehne zur abwechslung die akustik-gitarre, um auf diese art seinen selbstverfaszten Indie-Folk zu praesentieren.

Nun zu den optischen freuden, "climax" von Gaspar Noé, beginnt als nette, aufgeweckte fete, endet jedoch wie in einem tollhaus. Taenzer wie -innen feiern in einer leeren schule, nach ausgiebigem training, noch eine party, doch irgendwer streckt den beschissenen sangria mit lsd. Dies bringt dann die stimmung zum kippen und die sicherungen brennen durch. Dem ungeachtet gibt es mitreiszende tanzszenen, tolle musikauswahl sowie scheinbar jede menge improvisation der mitwirkenden, denn angeblich existierten nur fuenf seiten skript fuer die gesamte sause. Auf alle faelle innovativ, anders gemacht, alleine die credits sind fast ueber den ganzen film verteilt. Ergibt unterm fuellstrich, einen trank aus "shivers", "possession" und der serie "glow" - vor allem wenn dort ein sogenannter - ball - angesagt ist. Weiters koennte man hier eventuell noch "office uprising" dazustellen. Den hat Lin Oeding gemacht und diesmal ist ein energydrink die quelle allen uebels. Infoge dessen verursachen untote und leute mit agressiven infektionen einen wilden tag im buero. Gleicht einer ansteckung aus "mayhem" und "the belko experiment" . Wenn wir schon dabei sind, mit etwas phantasie paszt hier noch "bird box" dazu. Abgedreht von Susanne Bier, nach dem debuet-roman des saengers & gitarristen der Indie Rock band The High Strung - Josh Malerman. Die geschichte wird mittels zweier handlungsstraenge erzaehlt. Einer zeigt wie hauptdarstellerin Sandra Bullock versucht, trotz augenbinden gegen negative einfluesse, zwei kinder entlang eines fluszes in sicherheit zu bringen, der andere macht klar, wie es dazu ueberhaupt kam. Gut gemachter, interessanter, post-apokalyptischer survival-Horror / -Thriller, der sich zu einer zuechtung aus "the mist", "26 days later" plus "a quiet place" entwickelt. Verdunkelt wird das ganze durch einen score von Trent Reznor & Atticus Ross.

Noch mehr nervenkitzel gefaellig, dann bietet sich "hunter killer" von Donovan Marsh an. Das ist generell ein old school Cold War movie, jetzt nicht mit groszen neuerungen, trotzdem spannend bis zum pathetischem ende. Grob zusammengefaszt handelt es sich um einen putschversuch in der Sovietunion mit moeglichkeit auf krieg, da ist dann eben contenance gefragt. Was Alec Baldwin in den 80ern abgezogen hat, uebernahm nun Gerard Butler. Erinnert somit an "the hunt for red october" aber auch "war games" beziehungsweise "k-19: the widowmaker". Da kann man sofort mit "mile 22", verfilmt von Peter Berg, nachlegen. Ein intensiver, packender anti-terror- wie geheimdienst-Thriller mit Mark Whalberg in seiner mittlerweile paraderolle - als ex-soldat. Beide herren sind bereits ein eingespieltes team und bedienen leute, die sich bei "shooter" oder "patriots day" unterhalten haben. Freunde von "boogie nights" haben hier jedoch nichts zu lachen. Eine ernste sache ist auch "operation finale", realisiert durch Chris Weitz, ueber die gefangennahme des Adolf Eichmann, dargestellt von Ben Kingsley. Er kann, wenn es halbwegs seiner statur entspricht, einfach jede (mehr oder weniger) historische figur glaubwuerdig verkoerpern. Ist ein gemenge aus "munich", "the debt" oder der serie "the man in the high castle" - beziehungsweise, diese geschichte wurde nicht das erste mal verfilmt, es gab bereits streifen wie "operation eichmann", "the house on garibaldi street" sowie "the man who captured eichmann".

"Hotel artemis", in der nahen zukunft angesiedelt, ist ein privat-spital fuer kriminelle. Dort ist gerade ordentlich etwas los, waehrend drauszen auf den straszen zusaetzlich noch ein aufstand tobt. Vielversprechendes regie-debuet von Drew Pearce, welches an eine behandlung aus "blade runner", "the million dollar hotel", "reservoir dogs" und die "the purge" reihe erinnert. Dazu gibt es noch eine ziemlich gediegene song-auswahl plus einen dystopischen score von Cliff Martinez. Bleiben wir bei den duesteren aussichten, "mortal engines" von Christian Rivers, errechnet sich aus "mad max" (ab dem zweiten einsatz), "waterworld" und "terminator". Jedoch sanfter erzaehlt, mit einer love story und so. Um es kurz zu machen, sind hier staedte auf raedern gelagert und rollen durch die gegend, groeszere schlucken kleinere, alle sind auf der suche nach rohstoffen. Die zukunft bringt wohl nicht viel neues.

In "pimp" von Christine Crokos geht es bodenstaendiger zu, denn da waechst ein kind sozusagen im familienbetrieb auf. Vater ist zuhaelter, mutter prostituierte, die eigenen vier waende sind quasi die firmenzentrale. In weiterer folge uebernimmt die mittlerweile erwachsene das unternehmen, doch nach maeszigen geschaeften wird es eng. Somit steigt ihre langjaehrige freundin und nunmehrige lebensgefaehrtin aktiv mit ein. Ein zusaetzlicher neuzugang steigert abermals den umsatz, doch so einfach laeuft es nicht in dieser rauhen branche. Packend wie dramatisch erzaehlt, toll gemacht, guter story-aufbau. Gleicht einem flotten dreier aus der serie "the deuce", dann "thelma & louise" plus "hustlers". Zusaetzlich erwaehnenswert, besagtes kind wird als erwachsene von Keke Palmer dargestellt und sie ist ebenso im letztgenannten dreh von Lorene Scafaria zu sehen, welcher doch tatsaechlich auf einem magazin-artikel beruht. In jedem fall ist "hustlers" mal eine andere, originelle sicht auf die finanzkrise ende der 00er. Denn wenn der motor stottert, musz man eben andere business-modelle waehlen. So zocken vier taenzerinnen wohlhabende, verheiratete geschaeftsleute ab, muessen infolge sogar das personal aufstocken, aber schluszendlich ist gier eben zumeist der anfang vom ende. Guter soundtrack und einige musiker wie -innen wirken, unabhaengig davon, im film mit. Allen voran Jennifer Lopez, doch ebenso Usher, Cardi B., Lizzo und G-Eazy. In summe kommt das ganze, trotz relativ geringem budget, glamuroes als auch glitzernd rueber. Ein zirkus aus "widows", "dancing at the blue iguana" sowie "boiler room".

Wenn wir schon beim abzocken sind, dann noch "museo" von Alonso Ruizpalacios. Basiert gleichfalls auf wahren tatsachen. In 1985 ziehen zwei slackers, die sich seit der schule kennen, in Mexiko einen aufsehenerregenden museums-raub ab. Die beute erweist sich jedoch anschlieszend eher als klotz am bein und dann guckt man eben dumm aus der waesche. Eine paarung aus "american animals" & "the maiden heist". Bleiben wir noch beim thema, denn es laeuft doch irgendwie immer gleich ab, auch wenn der coup gelingt, bald darauf wirft der erste mit dem geld um sich oder irgendwer blaeszt irgendjemanden das licht aus, um mehr vom kuchen zu bekommen. Siehe "king of thieves", in gleicher weise so eine true story in prominenter besetzung unter der leitung von James Marsh. Ein paar alt-gangster verueben einen schlieszfach-raub, welcher durchaus erfolgreich verlaeuft, doch danach breiten sich neid & gier wie ein virus aus. Diese beute teilt sich auf in "going in style", "flawless" und "du rififi chez les hommes". Das ganze brennt eher auf kleiner flamme, also wer so alte heist-movies mag, wird hier eventuell fuendig, jene, die aufwendige remakes beziehungsweise spektakulaeres neues bevorzugen, werden moeglicherweise enttaeuscht sein. Ein raub spielt ebenso in "dogman" von Matteo Garrone eine rolle. Auch hier wurde auf eine tatsaechliche begebenheit aufgebaut. Der titel jedenfalls steht fuer einen hundesalon beziehungsweise fuer dessen besitzer. Dargestellt wird er von Marcello Fonte und der spielt den gepruegelten hund mit hingabe. Lebensmittelpunkt der hauptfigur sind bellende vierbeiner, seine tochter und ein ehemaliger boxer und nunmehriger schlaeger. Zu ihm sieht er auf, seine naehe sucht er, selbst dann noch, als er fuer ihn im gefaengnis war. Doch wird er nun allseits geaechtet und das Drama nimmt fahrt auf. Sehenswerter streifen! Die naechste wahre geschichte waere "stockholm", wofuer Robert Budreau im regiestuhl sasz. So heiszt nicht nur die schwedische hauptstadt, in der sich hierbei ein amuesanter bankueberfall abspielt, sondern auch das gleichnamige syndrom, wobei geiseln sich mit ihren kidnappern solidarisieren. Angeblich liegt der ursprung dafuer genau in diesem moechtegern-raub aus 1973. Gut besetzt, originell gefertigt, ergibt ein mittelding aus "dog day afternoon" & "quick change".

"Zimna wojna" oder "cold war" von Pawel Pawlikowski, wobei Lukasz Zal fuer die tolle cinematography verantwortlich war, ist ein schwarz-weisz liebes-Drama, das in den 50ern spielt. Es geht um zwei musiker, bestens dargestellt von Tomasz Kot & Joanna Kulig, die sich weit ueber landesgrenzen wie buerokratie hinaus lieben und wieder verlieren, immer noch lieben und verlieren und so weiter. In punkto filmschaffen trifft hier Arthouse Cinema auf Nouvelle Vague und was die handlung betrifft, koennte man es klassisch mit "romeo & julia" vergleichen oder etwas moderner mit "sid & nancy" - jedoch nach Polnischer art. Hier gehoert jetzt unbedingt "if beale street could talk" dazu. Dieser film hat jede menge Soul, ist jazzy, ein biszchen funky und dramatisch. Denn hier droht einer liebesbeziehung durch falsche anschuldigungen die vernichtung. Wird alternierend erzaehlt, einerseits der aufstieg des gluecks, andererseits die zerstoerung dessen. Regisseur Berry Jenkins setzte die romanvorlage von James Baldwin gefuehlvoll, spuerbar als auch mitreiszend in szene und Nicholas Britell steuerte den passenden score bei. Dazu werden noch einige ordentliche songs eingestreut, in diese geschichte, wo sich "porgy & bess" quasi in "detroit" treffen.

Bevor die lichter ganz ausgehen, noch schnell zu einer mini-serie namens "tschernobyl", diese hatte letztes jahr ziemlichen staub aufgewirbelt. Beruht natuerlich unweigerlich auf tatsaechlichen ereignissen. Ob es genau so abgelaufen ist, darueber gibt es diskussionen. Wie auch immer, es ist einfach gut gemacht, eine depremierende, beklemmende grundstimmung zieht sich durch alle teile und laeszt einem nicht mehr los. Spaltet sich auf in "silkwood", "the china syndrom", dem tv-mehrteiler "the dome" oder einer serie aus 2018, die etwas untergegangen ist - "the terror", und da sprechen wir von der ersten saison, welche auf dem gleichnamigen roman von Dan Simmons beruht. Ein wahrer hintergrund mit fiktiven auswuechsen, spielt mitte der 1800er jahre und dreht sich um eine Arktis-expedition von zwei schiffen, die unter einem ganz schlechten stern steht. Beklemmend, klaustrophobisch, beaengstigend, paranoid und etwas zu wenig budget. Abgesehen davon lief da kuerzlich noch die interessante, allererste "watchmen" staffel. Wer sich hierbei zu sehr auf den gelungenen kinofilm von Zack Snyder fixiert, wird moeglicherweise ueberrascht sein, obwohl es durchaus verknuepfungen gibt, aber fuer meinen geschmack, ist es naeher an "blackkklansman" von Spike Lee dran. Eventuell koennte man es wohl auch mit "hunters" vergleichen, wenn man dem trailer davon glauben darf, denn diese brandneue, von Jordan Peele produzierte, streaming-sache kommt erst. Mal sehen!

Bedauerlicherweise gibt es abermals verluste zu vermelden, naemlich Neil Peart - war bekanntlich drummer bei Rush, Reed Mullin - war dies bei Corrosion Of Conformity, Lexii Alijai - weiblicher rapper, Buck Henry - schauspieler & drehbuchautor, Terry Jones - autor, regisseur schauspieler und teil der Monty Phyton crew sowie Kirk Douglas - Hollywood urgestein.

Freitag, 10. Januar 2020

Mischung No. 8

Aber jetzt los mit der mischung, gleich etwas musikalisches, Skin Tags, ein dreier aus Saint Louis, Missouri mit seinem gleichnamigen premieren-longplayer. Die fabrizieren Hardcore-, vollgas-Punk und treten dabei das gaspedal durch die bodenplatte, spielen sich die finger wund und saengerin Lucy Dougherty bruellt einem das trommelfell in fetzen. Nicht zimperlich sind ebenso Perra Vida, ein quartett aus Lima, Peru. Sie demgegenueber liefern auf ihrem erstling "eterno retorno" Hardcore beziehungsweise mitten auf die schnauze Street Punk ab. Da hat man das gefuehl, die fahren auf der ladeflaeche eines lasters durch die gegend und knueppeln waehrenddessen ihre songs runter. Diese klingen nach revolution, aufruhr und der gesang hoert sich an wie rotzige parolen. Attacke! Oder Husbandry, das sind wiederum vier leute aus Brooklyn, New York und diese veroeffentlichten 2019 ihr zweites album "a port in a storm". Darauf zu hoeren, ein mansch aus Post-Hardcore, Grunge, ein schusz Prog, eine spur Metal sowie eine prise Soul. Ergibt in summe ein spannendes, kompaktes, interessantes sound-gericht. Freunde deftiger kost sind gleichfalls Neckling, ein 4er aus Vancouver, Kanada. Sie nennen ihr erst-werk "cut your teeth" und es ist eine fuellung aus Post-Punk, Noise Pop, Indie-Rock wie auch Grunge. Damit haben diese ladies ihren frust & aerger in neun lieder gepackt und machen damit scheinbar eine krawall-therapie. Dann noch The Coolies, eine dreikoepfige formation von erprobten musikerinnen aus Los Angeles, Kalifornien. Die machen Pop-Punk, Garage Rock sowie Bubblegum-Pop. Dieser mix schlaegt sich in eingaengigen melodien nieder, die zum mit-summen als auch -stampfen einladen. Erinnern mit ihrem sound an The Primitives, Voice Of The Beehive oder vielleicht auch Bis. Auf ihrer debuet-e.p. "uh oh! it´s......." als gaeste mit dabei White Flag als auch Steve Van Zandt. Doch der vielversprechende beginn wird wohl zugleich auch das ende bedeuten, denn saengerin wie gitarristin Kim Slattuck verstarb leider an ALS.

Die saengerin wie songschreiberin Marta Hugon indessen lebt in Lissabon, Portugal, ist beeinfluszt von leuten wie Joni Mitchell, Paul Simon oder The Beatles und hat mit "coracao na boca" bereits ihren fuenften longplayer rausgebracht. Dieser birgt eine gefuehlvolle stimme sowie einen angenehmen sound in form von spaerlicher, traditioneller begleitung. Das ist Bossa Nova, Jazz als auch etwas Pop. Hierzu paszt weiters Ana Frango Elétrico, singer/songwriter aus Rio De Janeiro, Brasilien. Ihr zweiter wurf nennt sich "little electric chicken heart" und klingt dermaszen nach den 60ern wie 70ern, dasz man meinen moechte, dies sei die wiederveroeffentlichung eines alten klassikers. Hier gibt es Bossa Nova, Pop, Jazz und Samba. Klingt nach Burt Bacharach, Rita Lee oder Jorge Ben. Unterm strich bestens zum entspannen geeignet, obwohl ein gepflegeter groove vorhanden ist, der zum bewegen anregt. Das eine musz das andere ja nicht ausschlieszen. Weiter zu Laura Cox, eine vokalistin wie gitarristin aus Paris, Frankreich, die zusaetzlich eine drei mann starke band im schlepptau hat. Mit denen fabriziert sie, laut eigendefination, Southern Hard Blues. Auf dem zweiten output "burning light" klingt das dann wie Hard Rock der im Blues verwurzelt und mit Southern Rock gestreckt ist. Wie eine kreuzung aus Melissa Etheridge, den Blues Pills als auch The Black Crowes. Nicht zu vergessen, Olivia Jean, einst gitarristin wie saengerin der goth-infizierten Garage-Rockerinnen The Black Belles, zieht sie, nach deren aufloesung, ihr eigenes ding durch. Aufgewachsen in Detroit, Michigan und nicht nur deswegen bei Jack White´s Third Man Records unter vertrag, ist sie nun nach Nashville, Tennesse gezogen. Ihre zweite lp ist "night owl" betitelt, hat mitunter einen 60ies vibe, klingt aber auf jeden fall retro und ist ein duesteres federkleid aus Surf Rock, Blues, Psychedelic, Alternative-, Garage- wie auch Punk-Rock. Erinnert nicht nur leicht an ihre alte band sondern ebenso an Dick Dale And His Del-Tones, The Shangri-Las, The 5.6.7.8.s und gelegentlich weht zusaetzlich ein hauch von The Runaways durch die rille. Hier kann man nun sofort die Dives einbauen, ein dreier, der anfang 2016 gegruendet wurde. Auf ihrer ersten langrille "teenage years are over", rechnen sie mit dem erwachsenwerden ab. Vertont mit Indie- wie Garage-Pop, Alternative- sowie Surf-Rock. Letzteres ist der dominante vibe hier, die Surf-gitarre ist trumpf. Ein song gleitet gepflegt in den naechsten, wie auf einer welle, spricht fuer eine ideale, solide produktion. Ruft acts wie L.A. Witch, The Casual Dots, La Luz oder gar fruehe Bleached, von denen sie "looking for a fight" covern, in erinnerung. Als durchaus etabliert kann man mittlerweile Chelsea Wolfe, aus Sacramento, California bezeichnen. Ihr vater war selbst musiker und hatte ein home studio, sie nahm daher bereits songs auf, da spielten andere noch in der sandkiste. Abgesehen von einigen kollaborationen, hat sie mit "birth of violence" bereits ihr sechstes album am markt. Dieses ist beruhigend, eher soft - wenn auch dunkel, wirkt wie die ruhe vor dem sturm oder hat etwas von einer totenmesse. Man hoert Death-Gospel, Ambient, Gothic- wie Dark-Folk raus und es weckt gelegentliche erinnerungen an Anna Von Hausswolff, P.J. Harvey, Tori Amos oder Nick Cave. Lucy Kruger andrerseits ist von Kapstadt, Suedafrika nach Berlin, Deutschland gezogen und hat diesen standortwechsel vorab auf ihrem zweitling "sleeping tapes for some girls" verarbeitet. Ihr projekt, sie ist eigentlich teil des Psych-Blues duos Medicine Boy, nennt sie Lucy Kruger & The Lost Boys und das ergebnis sind karge doch eindringliche songs, spaerlich instrumentiert, damit der melancholische gesang besser zur geltung kommt. In summe ergibt das Folk, Psychedelic, Ambient oder vielleicht sogar Dream-Pop, weil der ja so dehnbar ist.

Maze Of Terror, nochmals Lima, Peru, dort musz die hoelle los sein, haben vor ein paar monaten eine e.p. namens "death worshipers" rausgedroschen und genau so hoert sich diese an. Das ist musik fuer Slasher-filme, ein song pro hektoliter blut, Trash- respektive Death-Metal, um genau zu sein. Angeblich sind die jungs beeinfluszt vom Suedamerikanischen Metal aber auch acts wie beispielweise Merciless, Demolition Hammer sowie Massacra. Ergibt einen prima uebergang zu Abbath, quartett aus Bergen, Norwegen, benannt nach dem gitarristen wie vokalisten, der einst bei den legendaeren Immortal werkte. Abbath´s zweiter wurf wurde "outstrider" betitelt und ist von anfang bis ende die volle kanne. Agressiv, wuchtig, heftig, mit ordentlich speed. Verschnaufpausen gibt es maximal bei den intros. Hier wird Heavy-, Trash-, Black- und vor allem true Norwegian Death-Metal geboten. Was will man mehr? Hat etwas von Venom, Motörhead, Accept, Dio, Raven und sogar eine Bathory cover-version gibt es digital als draufgabe. Wenn hier die sache mit dem Metal schon laeuft, dann gleich weiter zu Path, ein sextett aus Pskov, Russland mit ihrem debuet "songs of death". Die kommen treibend & duester daher und dann wieder mal melodioes - zuckerbrot & peitsche sozusagen. Vom ersten bis zum letzten track ein interessantes werk. Ungwoehnlich auch die verwendung eines akkordeons in diesen kreisen, dadurch hat das ganze einen etwas folkloristischen einschlag. Jedenfalls ein mix aus Black- wie Folk-Metal, den man sich reinziehen sollte. Jetzt noch nach Lyon, Frankreich, von dort kommen Occult Hand Order, ein trio das letztens seinen gleichnamigen output rausgerockt hat. Klingt nach Heavy Psych, Stoner Rock, Doom plus einen schusz Blues. Laut eigenen aussagen haben sie sich von kollegen wie Mars Red Sky, Kadaver, Kyuss respektive Monolord inspirieren lassen. Naechster dreier, Jig-Ai aus Prag, Tschechische Republik, die treiben seit 2004 ihr unwesen. Mit "entrails tsunami" haben sie ihre vierte lang-einspielung vorgelegt, wenn man dies so nennen kann. Denn der titel ist programm, 21 songs in unter 30 minuten. Wenn man sich diese akustische home invasion auf vinyl geben wuerde, haette man anfangs wohl das gefuehl, die geschwindigkeit waere zu schnell eingestellt. Diese typen trommeln, bruellen & dreschen sich durch die tracklist, die sich uebrigens liest wie eine speisekarte, dasz ohrensausen einsetzt. Mitunter kommt einem vor, dasz waehrend der aufnahmen eine horde schweine durchs studio galoppiert ist. Hierbei handelt es sich um Extreme Metal, Hardcore, Grindcore, Speed Metal oder, einfach erklaert, eine total abgefahrene sache.

Zur beruhigung nun Jaromir Kaminski aus Gdansk, Polen. Der produzent wie musiker hat sein debuet "powoli" auf dem eigenen label Polena Recordings veroeffentlicht. Mit dieser einspielung macht man einen zeitsprung in die spaeten 90er, zu Downtempo, Chillout-Sound, Balearischen beats, Electronic mit samples wie loops. Man fuehlt sich erinnert an die Thievery Corporation, A Forest Mighty Black oder Kruder & Dorfmeister. Naechster kandidat - Jitwam, der ist eigentlich aus Assam, Indien, jedoch ueber Australien, Thailand sowie Suedafrika in Brooklyn, New York gelandet. Er ist nicht nur reiselustig sondern ebenso multi-instrumentalist, dj und produzent. Weiters hat auch er sein eigenes label - The Jazz Diaries. Sein zweiter longplayer "honeycomb" kam jedoch bei einer Daenischen firma raus. Beeinfluszt fuehlt er sich unter anderen von Moondog, Jimi Hendrix, Jay Dilla, Asha Bhosle oder Björk und daraus fabriziert er seine eigene mischung aus Soul, Dance, Hip-Hop, Jazz, Funk wie House und es groovt definitiv, so viel sei verraten. Sault auf der anderen seite, ist vorgeblich ein produzenten-kollektiv aus dem United Kingdom. Genauer will man sich nicht festlegen. Wahrscheinlich steckt hier eine runde geheimagenten dahinter. Jedenfalls haben die 2019 ihren erstling "5" veroeffentlicht und bald danach, ebenso im letzten jahr, den nachfolger "7" nachgeschoben. Die beiden werke kann man getrost hintereinander abspielen, sie greifen ohne kulturschock ineinander. Die zimmern ihren sound uebrigens aus Dance, Electronic, Soul, R&B, Dub, Jazz, Funk, diversen beats sowie mitunter beinahe Gospel. Raus kommt ein soundgebilde, welches beim durchhoeren namen wie Groove Armada, Fatboy Slim, ESG, Can wie auch Portishead aufblinken laeszt. Hinter Raw Ambassador wiederum steckt der produzent Antonio Barbetta aus Pescara, Italien und sein mini album nennt er "body control". Laut ihm handelt es sich dabei um Machine Music. Auf alle faelle sind das rohe, harte, mitunter brutale beats, die The Neon Judgement, Front 242, DAF, Ministry, A Split Second und eventuell Kraftwerk in erinnerung rufen. Volle droehnung garantiert. Paupiére kommen dafuer aus Montreal, Kanada und haben mittels "jettatura" eine 5-track e.p. mit Franzoesischem charme abgeliefert. Genauer gesagt handelt es sich um Electro Pop oder 80ies Synth-Pop mit leichtem Chanson-flair. Hat etwas von Human League, Deux, Ann Lanster oder The Mobile Homes. Nun Nomad Carlos, der ist in Miami, Florida geboren, wuchs in Kingston, Jamaika auf und ist schlieszlich 2013 nach Long Island, New York weitergezogen. Hat mitte 2019 in zusammenarbeit mit dem Londoner producer Farma Beats die mini lp "cipher" gedropt und dieser Hip-Hop output klingt nach alter schule. Da stimmt der groove, da paszt der flow. Doch dem nicht genug, kam ende des jahres unter mitwirkung des Jamaikanischen produzenten Inztinkz das naechste teil namens "blxvk desert". Hier im gegensatz herrscht eine duestere grundstimmung, hat etwas von einer gangster-saga, klingt wie eine verknuepfung von Ennio Morricone mit dem Wu Tang Clan. Jetzt noch Gil De Ray, der ist urspruenglich aus London, England, doch nun in Glasgow, Schottland ansaessig. Auf "in the shadow of the drone" vermischt er Electronic, Psychedelic, Blues plus Rock und das kommt dann rueber wie eine vielfalt aus Richard Ashcroft, Liam Gallagher und Primal Scream.

Was ging sich live so aus, da waren beispielweise die kuerzlich erst erwaehnten Chali 2na & Krafty Kuts, aus Los Angeles, Kalifornien beziehungsweise Bognor Regis, England zu sehen wie hoeren. Dabei liesz der Englaender einen beat nach dem anderen vom stapel und der Kalifonier war um keinen reim verlegen. Mit natuerlich ein paar Jurrasic 5 songs im set sowie weiteren eingestreuten klassikern des genres wurde die stimmung immer weiter hochgetrieben. Somit war das ganze nicht nur eine party, die ordentlich abging, sondern auch eine reise durch die Hip-Hop-kultur. Zu beginn gab es uebrigens Scooby Duo, ein dj-team, dasz die huette so richtig auf raumtemperatur brachte.

Andererorts war der in Vancouver, Kanada wohnhafte Devin Townsend zu gast. Dieser scheinbare workaholic ist musiker, producer, remixer, spielt gar mehrere instrumente, hat bereits ueber 20 studio-alben abgeliefert und mitunter mehrere projekte oder bands gleichzeitig am laufen. Wird verglichen mit Phil Spector, Frank Zappa, Robert Fripp und anderen tueftlern. Hier nun trat er mt kompetenter, 9-koepfiger begleittruppe auf, die alle moeglichen musik-stile draufhatte. Zu sehen gab es tolle visuals, es gab mehrere kostuemwechsel und das ganze hatte den flair einer buehnen-produktion - viva Las Vegas. Zu hoeren gab es gefuehlt alle moeglichen varianten von Metal, dann noch Prog-Rock, kurze ausfluege zu Jazz, Disco als auch Klassik sowie zusaetzlich noch die eine oder andere geschichte dazwischen. Ein wahrlich unterhaltsamer abend, der bereits vielversprechend mit dem sextett Haken aus London, England begann. Diese truppe ist bereits seit 2007 aktiv und mischt Prog- mit Symphonic-Metal. Das ganze hatte fast etwas von einer Prog-oper, klang wie ein zwischending aus Dream Theater, Toto sowie Symphony X.

Dann gab es noch einen dreierpack mit headliner Cult Of Luna, beheimatet in Umea, Schweden. Eigentlich ein 6er, vor ort waren sie dann aber um einen mehr - oder habe ich mich verzaehlt? Spielen jedenfalls Post- wie Prog-Metal mit tiefem, unverstaendlichen gesang. Man hatte das gefuehl, da treffen Mogwai auf Extreme, im hintergrund hoert man Neurosis, Isis oder Pelican und Radiohead gucken hinter dem vorhang hervor. Apropos, als kulisse waren mehrere weisze tuecher aufgehaengt und das wirkte irgendwie, als haetten die waschtag gehabt. Oder man meinte, da sei ein schiff in seenot. Dabei steuerten die souveraen durch ihr programm, welches jedoch einer rauhen see glich. Davor traten Brutus, ein trio aus Leuven, Belgien auf, die legten los wie ein gewitter das einem ueberrascht, so schnell konnte man gar nicht in deckung gehen. Bei denen donnerte & blitzte es in einem niederschlag aus Prog- wie Post-Rock plus Hardcore. Bereits als eroeffnung predigte A.A. Williams aus London, England ihren Death-Gospel, doch aufgrund lahmer verbindungen sowie ueberpuenklichem beginn, ging mir diese messe leider durch die lappen.

Arstidir, ein trio aus Reykjavik, Island, seit 2008 aktiv, ueberzeugt stets mit sanftem, harmonischen gesang und fragilem, stimmungsvollen, eher traditionellen klanggewand. Wirkt dann wie eine vermengung von Nick Drake, Sigur Ros sowie Art Garfunkel (solo). Richtung feiertage praktizieren sie noch dazu spezielle shows, wobei zusaetzlich Islaendische wie Nordische Weihnachts-songs eingestreut werden. Mit zwei mann verstaerkt brachten sie die optimale stimmung auf die buehnenbretter, wobei natuerlich auch das herkoemmliche material nicht zu kurz kam. Man hatte direkt das gefuehl, die waren mit dem renntier-schlitten angereist.

Zuletzt kam dann noch Krzystof Drabikowski, bekanntlich aus Podlaskie Voivodship, Polen, mit seiner version von Batushka vorbei. Der hatte eine sieben-koepfige besetzung dabei und gemeinsam hielt man ein diabolisches requiem ab. Die ganze buehne glich einer aufbahrung, alle trugen kutten und die gesamte szenerie wurde ins passende licht getaucht. Das gab optisch wirklich etwas her und wirkte, auf seine art, stimmungsvoll . Kiss moegen ihre eigene linie von saergen haben, doch Drabikowski vermittelt den fans ein Black Metal begraebnis mit allem drumherum. So weit so gut, doch dieser abend bot insgesamt eine geballte ladung an Metal aus der dunklen abteilung. Eroeffnet wurde von Heidnir, eigentlich ein ein-mann-projekt, welches sich dunkelheit, einsamkeit sowie kaelte zum inhalt genommen hat. Hierfuer liegt die inspiration wohl hoch im norden. Jedenfalls wurde das live-programm aber zu viert bestritten und es gab duesteren Black Metal zu hoeren. Danach kamen Irdorath zum zug, ein vierer der bereits seit 2005 aktiv ist und Trash- mit Black-Metal kreuzt. Die haben sogar einen, laut eigendefination, love song namens "the night of creation" neu im repertoire - fuer Metalheads wohlgemerkt. Vor dem hauptact werkten noch Theotoxin, ein quintett das waehrend ihres aufbaus optisch wie eine gruppe hooligans wirkte - oder endzeit-ueberlebende, welche durch die haeuserschluchten streunen. Fuer den auftritt wurden dann die hoodie-westen abgelegt und nun erinnerten sie an einen haufen henker. In welcher maskerade auch immer, sie traten dann eine lawine an Black- wie Death-Metal los, dasz man sich anhalten muszte.

Was flimmerte an filmen bis zu mir - oder gar serien? Genau - "russian doll", bei dieser streaming-geschichte hat man unweigerlich diese melodie im kopf; "They say we´re young and we .......". Na, macht es ding-a-ling? Wie waere das, wenn man wieder & wieder stirbt und noch dazu am eigenen geburtstag? Mal abgesehen vom jahrestag, denken jetzt die meisten an "groundhog day" und in weiterer folge vielleicht "edge of tomorrow" etc. etc.. Bingo! Was aber, wenn die person merkt, dasz es da noch jemanden zweiten gibt, der das gleiche problem hat? Dann wird die sache fast schon inflationaer. Egal, beinhaltet amuesante beziehungsprobleme in cooler nachbarschaft, zwischen leben & sterben, leben & sterben, leben & ........ Dann noch "carnival row", kommt rueber wie ein destillat aus den schriften von Arthur Conan Doyle, Philip K. Dick, James Matthew Barrie sowie J.R.R. Tolkin. Da schwirren einem Peter Pan, Sherlock Holmes, Jack The Ripper, "blade runner", "lord of the rings" oder Tinker Bell in der ruebe herum. In schlagworten zusammengefaszt; Mystisch, duester, schwarze magie, tolle optik + ausstattung + kostueme. Schlieszlich "unbelieveable", eine beklemmende Drama- wie Thriller-staffel um eine tatsaechliche reihe von vergewaltigungen, wobei anfangs, in rahmen der ermittlungen, von wenig fingerspitzen-gefuehl bis taeter-opfer-umkehr alles geboten wird. Bis sich schlieszlich zwei weilbiche detectives der sache annehmen und mit ihrem team das puzzle abarbeiten.

Ueberdosis politik gefaellig? Musz man jetzt nicht umgehend wegklicken, denn filmisch aufbereitet kann das ganze durchaus interessant beziehungsweise amuesant sein und mitunter gar unglaublicher als Science Fiction - vor allem wenn der stoff auf wahren tatsachen beruht. Beginnen wir mit "beirut" von Brad Anderson, das kommt zwar authentisch rueber, die handlung ist jedoch, mehr oder weniger, erfunden. Es geht um diplomatie, verrat, geiselnahme, korruption, terror - das volle programm eben. Alle verfolgen blozs ihre interessen, niemanden kann man trauen. Letzteres ist fast ein Anderson-markenzeichen. Man findet spuren von "argo", "carlos" oder "tinker, tailor, soldier, spy". Rosamund Pike ist teil der besetzung, wie bei "entebbe", oft "7 days in entebbe" genannt, wo sie noch dazu besser & amuesanter zur geltung kommt. Auch hier geht es um politik, terror, geiselnahme. Dieser film ist kein Action-knaller sondern lebt von der atmosphaere, dem guten cast, den mitunter scharfsinnigen dialogen, der innovativen umsetzung durch regisseur José Padilha, dem mitwirken der Batsheva Dance Company plus der musik von Rodrigo Amarante. Ist ein gemenge aus "21 hours at munich", "der baader meinhof komplex, "suspiria" sowie "captain phillips". Dieses Entebbe-hijacking-Drama wurde aber nicht zum ersten mal verfilmt, vielmehr bereits via "victory at entebbe", "raid on entebbe" wie auch "mivtsa yonatan". Nichtsdestotrotz, den vogel schosz frau Pike mit ihrer performance in "a private war" ab, wobei sie die kriegs-korrespondentin Marie Colvin verkoerperte. Diese berichtete von krisen-schauplaetzen wie beispielweise Tschetschenien, Sri Lanka, Sierra Leone, Lybien oder zuletzt Syrien in 2012. Gelungen aufbereitet vom eigentlichen dokumentar-filmer Matthew Heineman. Andererseits, rein um politik und alles was dazugehoert geht es bei "the front runner" von Jason Reitman. Wahre geschichte ueber den U.S.-senator Gery Hart, der auf dem weg ins White House, kurz vor dem ziel, ueber eine auszereheliche affaere stolperte. Aergerlich, doch wenn man mal drinnen ist, lebt es sich eben leichter. Dargestellt wird der politiker uebrigens von Hugh Jackman und angeblich wohnte er vor drehbeginn sogar bei Hart, um ihn besser kennen zu lernen. Spielt gegen ende der 80er und laut IMDB wurde zur realisierung nur technik bis zu dieser zeit verwendet. Wirkt moeglicherweise gerade deswegen ziemlich authentisch. Wie auch immer, nach ausgiebiger analyse, eine koalition aus "the post", "the ides of march" plus "chappaquiddick". In der geschichte von "the front runner" spielt uebrigens eine bootsfahrt eine heikle rolle am rande - wie im fiktiven "el reino", auch "the realm" genannt, von Rodrigo Sorogoyen. Dies wiederum beginnt langsam, gemaechlich, fast banal und erntwickelt sich in weiterer folge zu einem wirbelsturm. Einem politiker im aufwind wird korruption zum vorwurf gemacht und daher droht er im notfall die partei mitzureiszen - oder gar das ganze land, wie tief reicht der sumpf eigentlich? Tolles schauspiel, wirklich gut gemacht, sehenswert, kann mit Hollywood mithalten. Das absolute prunkstueck hier jedoch ist "vice", ueber das wirken vom einstigen U.S. vice president Dick Cheney. In der titelrolle zeigt Christian Bale wieder mal, welch chamaeleon er ist. Buch und regie von Adam McKay, der eher aus der Comedy-ecke kommt und somit hat das ganze einen herrlich satirischen unterton. Erstaunlich, hier wurde die geschichtsstunde gleich mitverarbeitet, ein jahrzehnte-rueckblick, fast ein schulfilm. Erinnert etwas an die arbeitsweise des dokumentar-filmers Michael Moore. Ein lehrplan aus "w.", "the big short" & "fahrenheit 9/11" (2004). Gleichfalls ein stueck zeitgeschichte, beruhend auf angeblich wahren begebenheiten, wird in Per Fly ´s "backstabbing for beginners" geboten. Es geht um korruption im rahmen des sogenannten oil for food programms, in der zeit rund um den fall von Saddam Hussein. Das ganze fuehrt vor augen, dasz ueberall & immer dieselben an der oberflaeche schwimmen. Oder verwechsle ich das jetzt mit diplomatie? Wie auch immer, interessante, verblueffende geschichte, die einem komplott aus "the whistleblower", "breach" und "fair game" gleicht. Ebenso sei der gute score von Todor Kobakov erwaehnt. Das polit-thema kann man jetzt noch mit "on the basis of sex" abrunden. Biographie der U.S.-juristin Ruth Bader Ginsberg, dargestellt von Felicity Jones. Abgedreht von Mimi Leder, nach dem drehbuch vom neffen der hauptfigur - Daniel Stiepleman. Also da musz etwas wahres dran sein! Ginsberg schaffte es bereits mittte der 50er, jus-studium plus familie unter einem hut zu bringen. War oft klassenbeste, bekam anschlieszend trotzdem keinen anwaltsjob und muszte vorerst als lehrerin arbeiten. Setzte sich nicht nur fuer frauenrechte wie gleichberechtigung sondern ebenso fuer zivilrecht im allgemeinen ein.

Was noch? Wie waere es zur erholung mit einem "holiday" an der Tuerkischen Rivera? Regisseurin Isabella Ektöf hat da ihre eigene, total abgefahrene idee dafuer. Kalt & warm, ein wellenbad der emotionen, zwischen entspannt kitschigem touristenurlaub & brutalitaet, sonne & unwetter, zwischen "la piscine", "hundstage" & "funny games". Definitiv kein sommer-nachmittags-programm. Ziemlich schraeg ebenso "in fabric" von Peter Strickland. Ein rotes kleid das immer paszt, aus einem seltsamen kaufhaus, ergreift noch dazu fast besitz von seinen traegerinnen, fuegt ihnen schmerz zu und zieht sogar eine spur der verwuestung hinter sich her. Avantgarde filmschaffen mit retro-charme, was wiederum wie ein mittelding aus Stanley Kubrick & David Cronenberg anmutet. Noch schnell "arizona", der debuet-film von Jonathan Watson. Beim platzen der U.S. immobilien-blase gegen ende der 90er liegen die nerven blank. Mit den maklern sind die suendenboecke schnell gefunden, Sonny, dargestellt von Danny McBride, rechnet mit seinem ab und versinkt von da an immer tiefer im schlamassel. Eine rabenschwarze Comedy wie bitterboese satire mit slapstickartigen auswuechsen aber auch der einen oder anderen toedlichen kugel. Ein grundrisz aus "30 minutes or less", "99 homes" plus "ruthless people".

Verabschieden muszten wir uns leider in der zwischenzeit von Paul Barrere - saenger wie gitarrist von Little Feat, Juice WRLD - rapper, Marie Fredriksson - stimme von Roxette, Goo Hara - K- Pop star, Roy Loney - saenger der Flamin´ Groovies, Matt Chipcase - saenger des Young Rebel Set, Dave Riley - Big Black bassist, Neil Innes - musizierte unter anderen mit der Bonzo Dog Doo-Dah Band oder The Rutles und werkte mit Monty Python, Diahann Carroll - schauspielerin wie saengerin, Anna Karina - schauspielerin, Danny Aiello - schauspieler mit mehr als 101 film- wie serien-auftritten.

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